Internationale Industriemesse wirbt mit vielfältiger Themenwelt

HANNOVER. Die Hannover Messe öffnete am Sonntag die Türen und Celle ist mit Energie dabei. Unternehmen aus aller Welt knüpfen Kontakte und informieren sich über aktuelle Technologie-Trends. Auch Celler Unternehmen zeigen Flagge und mischen auf dem Weltmarkt mit. Von Made in Germany und Made in Celle.

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Automatisierte Systeme und hochpräzise Anlagen verspricht die Hannover Messe in diesem Jahr. Doch auch Themen der Neuen Energie stehen nach wie vor hoch im Kurs. Die Messebesucher kommen hautnah an die hochentwickelten Roboter und können sich in zahlreichen Vorträgen über die aktuelle Lage der Industrie informieren.

Innovative Marine Technologie der „Inwater Solutions“ beherbergt gleich eine ganze Reihe an Unternehmen und Institutionen. Nationale Meerestechnik wird in dem Verbund unter dem Motto: „Subsea in (e)motion“ auf dem Messestand dargeboten. Vom Forschungs- und Medienschiff „ALDEBARAN“, dem Alfred-Wegner-Institut, das in der Arktis forscht, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung, über das Leibniz-Institut bis zur Technischen Universität Berlin bieten die Aussteller auf dem 400 qm Stand eine Vielzahl an meerestechnischen Produkt-Highlights in ihrem Element, erläutert Steffanie Kunrath von der ALDEBARAN.

Katharina Assmann von den ProzessPiraten präsentiert den elektrisch angetrieben S-Walker „Standard“ auf dem Messestand. Dort konnten auch gleich die Messebesucher einen kleinen Parcours fahren und sich mit dem selbst-balancierenden Roller auf zwei Rädern vertraut zu machen. Durch die Körperverlagerung nach vorn nimmt der 1-Mann-Roller die Fahrt auf. Lehnt sich der Fahrer leicht nach hinten, so bremst das Vehicle. Ein Transportmittel, das Spaß macht und speziell für den Deutschen Straßenverkehr konzipiert wurde.

E-Mobilität ist auf der Hannover Messe ein wichtiger Meilenstein. Sabine Flores von der Projektleitung Kommunen für Elektromobilität ist stolz, dass bereits 140 VW „e-up“ in 75 kommunalen Unternehmen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg unterwegs sind. Auch in Celle sind zwei dieser Elektrofahrzeuge unterwegs und bewähren sich im Alltag. Mittlerweile habe die Metropolregion gut fünf Monate Erfahrung mit dem flächendeckenden Projekt gesammelt. Flores unterstreicht die Spritzigkeit, Wendigkeit und Energieeffizienz der Fahrzeuge. Selbst im Harz habe der VW „e-up“ Schnee und Frost gemeistert. Die Reichweite war selbst bei widrigen Wetterbedingungen in Ordnung, selbst wenn bei frostigen Temperaturen die Batterie etwas Energie einbüßte. Alles in Allem zeigten sich die Elektrofahrzeuge als praktikabel und konnten gleich eins zu eins eingesetzt werden. Abends werden die E-Flitzer wieder an die Steckdose angeschlossen und nach gut neun Stunden sind sie wieder voll aufgeladen. Schnellere Ladevarianten sind auch möglich, via CCS-Stecksystem verkürzt sich Ladezeit auf nur noch eine Stunde. Die Metropolregion ist daran interessiert, auch andere Hersteller von Elektrofahrzeugen mit ins Boot zu holen. Man wolle so zum Beispiel auch Elektro-Kleintransporter mit ins Angebot aufnehmen. Einige Kommunen haben bereits nachgeordert und zeigen sich von den Elektrofahrzeugen überzeugt. Ob die Kommunen auch nach dem Ende des Pilotprojekts am 31.03.2016 an den Elektrofahrzeugen festhalten, bleibt ungewiss.

Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion und Sabine Flores hatten Ende März einen ganz besonderen Funktionstest durchgeführt. Auf der Rallye Monte Carlo für Elektrofahrzeuge „ZENN – Zero Emission, No Noise“ hatten die beiden einen ganz besonderen Auftrag. Mit dem einzigen „e-up“ im Rennen, starteten sie mit 16 anderen Teams die „Berg- und Talfahrten“. Die Effizienz-Rallye forderte eine bewusste Fahrweise und starke Nerven. „Wir haben uns bei dem Denksport wacker geschlagen“ kommentierte Flores den Rennverlauf.

Auch Celler Unternehmen zeigen auf der Hannover Messe Flagge. Die MOTORTECH GmbH präsentiert an einem Gasmotorenbeispiel ihre innovativen Komponenten. Dezentrale Energieversorger zeigen sich hierbei besonders interessiert. Direkt daneben findet sich CeH4. Erdgas, Energie und Engineering steht hier im Fokus.

Anlässlich des gestrigen Starts besuchte auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt am Montag zusammen mit Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende die Hannover Messe. Am Gemeinschaftsstand der Stadt Celle informierte sich Schmidt mit Mende bei Celler Unternehmen über deren Entwicklungen.

„Unter dem Leitspruch: ‚Stadt mit Energie‘ gibt unsere Heimatstadt eine hervorragende Visitenkarte auf der wichtigen Branchenmesse ab. Celle zeigt: Hier gibt es zahlreiche Unternehmen, die auf dem Weltmarkt erfolgreich sind“, so Schmidt.

Besonders sei dabei der Geothermie-Cluster hervorzuheben, mit dem Celle ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. „Aus unserer Stadt können komplette Lösungen für die Energieversorgung angeboten werden – das bietet so keine andere Region. Deshalb ist es ein gutes Signal, dass wir zuletzt als Landtag die Unterstützung für Geothermie erneut beschlossen haben“, so Schmidt.

Baker Hughes und die GeoEnergy Celle e.V. rahmen den Messestand der Stadt Celle ein. Unter dem Motto „Stadt mit Energie“, finden sich hier der Celler Brunnenbau, KOLLER, ITAG und FW Fernwärme-Technik ein. Seit 2009 präsentiert sich die Stadt in Kooperation mit Celler Firmen auf der Messe. Die erste Stadträtin Dr. Susanne Schmitt freut sich über den alljährlichen Zusammenschluss und die gemeinsame Präsentation. Schmitt könne sich aber im nächsten Jahr einen überarbeiteten Stand vorstellen.

Holger Overbeck, Wirtschaftsförderer der Stadt Celle, sieht auch das Gesamtkonzept der Messe in Gefahr. Die Stadt Celle könne sich aber einen eigenen Stand auf nur einer Messe leisten. Ob nun der Stand und das Motto für das nächste Jahr grundlegend überarbeitet werden, oder die Messe ggfs. wegfalle, wäre zu prüfen. Zumindest hatte man Celle immer für den eignen Stand bewundert, was auch die letzten ganz erfolgreichen Jahre auf der Messe zeigten. Wo gehen wir hin und wen nehmen wir mit, sind die Fragen, die Overbeck sich stellt. Nach dem generell verhaltenen Auftakt der Messe, hoffen die Unternehmen und die Stadt auf einen größeren Besucheransturm in den restlichen Tagen.

Generell scheine aber die Attraktivität der Messe zu sinken. Viele Firmen setzen eher auf Fachmessen und sehen keinen Bedarf mehr, um zusätzlich auf der Hannover Messe auszustellen, berichteten einige Firmen unserer Redaktion.

Redaktion
Celler Presse

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