Schnelles Internet für das Celler Land – Schmidt fordert nach Rundem Tisch mit Experten eine gemeinsame Kraftanstrengung

Landkreis CELLE. „Keine halbe Sachen machen – der Landkreis Celle sollte den großen Wurf für das schnelle Netz wagen!“ fordert der heimische Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. Auf großen Zuspruch stieß kürzlich eine Veranstaltung zum Thema Breitbandausbau in Lachendorf, zu der der Schmidt eingeladen hatte. Der SPD-Politiker, der auch netzpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Niedersächsischen Landtag ist, hält den Ausbau des flächendeckenden und schnellen Zugangs zum Internet für die wichtigste Infrastrukturaufgabe im Celler Land.

Schnelles Internet für das Celler Land„Der Zugang zum schnellen Netz ist heute unverzichtbar, besonders gilt dies für die heimische Wirtschaft. Gerade für den ländlichen Raum ist der schnelle Netzzugang eine elementare Zukunftsfrage – ohne schnelles Netz würden unserer Dörfer abgehängt“, sagt Schmidt.

Zu dem „Runden Tisch“ in Lachendorf hatte Schmidt auswiesene Experten eingeladen, die aus ihrer Perspektive berichtet haben, wie der Breitbandausbau im Celler Land vorangebracht werden kann. Mit dabei waren als Referenten Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen, Klaus Ohlig vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Dr. Ulrich Finke, Geschäftsführer der Celle-Uelzen Netz GmbH, sowie Daniel Eckardt von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Celle. Ebenso zu Gast waren der IHK-Geschäftsführer Tobias Hannemann sowie mehrere Bürgermeister und Kommunalpolitiker.

Nach einem Bericht zum Ausbaustand in Niedersachsen und im Celler Land stand vor allem eine konkrete Frage im Mittelpunkt: Wie kann nun der Ausbau im Landkreis Celle zügig und nachhaltig vorangebracht werden? Hierzu verwies Maximilian Schmidt auf die jetzt einmalige Situation für einen umfangreichen Breitbandausbau: „Bei vielen Themen gibt es in der Politik mächtig Kontroversen – beim schnellen Internet sind sich aber alle einig: Wir wollen und müssen das gemeinsam schaffen“, so Schmidt, der dazu auch den einstimmigen Landtagsbeschluss aus Dezember 2014 anführte, den er im Parlament initiiert hatte. Das Land Niedersachsen wird ab sofort 60 Millionen Euro aus EU-Mitteln für den Breitbandausbau an Förderung und 500 Millionen Euro an Darlehen bereitstellen, hinzukommen weitere Millionen aus der Versteigerung von Funkfrequenzen (Digitale Dividende II) und aus dem Investitionsprogramm des Bundes, wie auch Klaus Ohlig vom Wirtschaftsministerium erläuterte. „Wir haben jetzt die einmalige Chance auf hohe Fördersummen, zudem haben wir nach wie vor extrem niedrige Zinsen – zusammen genommen ist das eine optimale Voraussetzung für diese wichtige Großinvestition“, so Schmidt.

Die konkrete Planung stellte anschließend Daniel Eckardt von der Wirtschaftsförderung der Celler Kreisverwaltung vor. Nach dem kürzlich vorgelegten Netzstrukturgutachten steht der Kreistag dabei noch vor der Sommerpause vor der Entscheidung für eine von zwei grundsätzlichen Richtungen beim weiteren Netzausbau – möglich wäre eine Vergabe an ein Telekommunikationsunternehmen oder aber die Errichtung eigener Infrastruktur mit einem Glasfasernetz bis zur Haustür. Ermittelt wurden hierfür entweder 10-13 Mio. Euro oder aber rund 50 Mio. Euro für den „großen Wurf“. Ebenso wurde eine Wirtschaftlichkeitsprognose gemacht – danach ist die Großinvestition in ein kreiseigenes Netz zwar zunächst teurer, aber aufgrund künftiger Vermietungseinnahmen auf Dauer wirtschaftlicher. Bei der „kleineren Variante“ würde lediglich ein einmaliger Zuschuss gezahlt, Einnahmen wären allerdings nicht zu erwarten.

In der Diskussion erläuterte Peer Beyersdorff vom niedersächsischen Breitbandkompetenzzentrum die verschiedenen Varianten für den Breitbandausbau, wobei der flächendeckende Ausbau mit Glasfaserkabeln die mit Abstand nachhaltigste Lösung wäre, da sie dauerhaft höchste Geschwindigkeiten biete. Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten dafür erläuterte auch Ulrich Finke, Geschäftsführer der Celle-Uelzen-Netz GmbH: Gerade für Neubauten empfiehlt sich, bei der Erschließung gleich auch Glasfaserkabel mit zu verlegen. Auf diese zukunftsfähige Technologie setzt auch Maximilian Schmidt: „Die Variante für den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaserkabeln ist auf lange Sicht gesehen wesentlich nachhaltiger und übrigens auch wirtschaftlicher, denn der Kreis würde dauerhaft Einnahmen generieren auf Basis der neuen, eigenen Infrastruktur. Ich werbe dafür, dass wir im Kreistag diesen großen Wurf wagen, um gerade den ländlichen Raum deutlich besser anzubinden. Ziel muss es sein, dass wir uns bei dieser Mammutaufgabe fraktionsübergreifend mit großer Mehrheit einigen.“ In der Diskussion wurde Schmidt dahingehend auch von seinem Kreistagskollegen und Ahnsbecker Bürgermeister Ulrich Kaiser unterstützt.

Mit dem Ausbauprogramm des Kreises werden allerdings nur die Bereiche erfasst, die von den eigenwirtschaftlichen Ausbaumaßnahmen der Telekommunikationsunternehmen nicht erreicht werden. Und genau hier liegt das Problem in der Gemeinde Lachendorf – dort nämlich plant die Telekom den Ausbau, hat aber bisher keine Angaben gemacht, wann das schnelle Netz denn nun kommt. Entsprechend zeigten sich anwesende Bürgerinnen und Bürger sehr verärgert über das Gebaren des Konzerns. Doch auch hier bahnt sich Entspannung an: „Die Telekom hat angekündigt, noch im Juni schnelles VDSL in Lachendorf anbieten zu wollen. Hier muss der Konzern beim Wort genommen werden und endlich liefern – auf jeden Fall ist da weiterhin Druck erforderlich!“, so Schmidt, der in dieser Hinsicht auch den Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke unterstützt, der ebenfalls in der Runde dabei war.

PR

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail