Hafenhinterlandverkehr: Ministerpräsident rechnet mit Ausbau-Lösung des Trassenproblems

EVERSEN. „So wird es kommen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am vergangenen Sonntag bei seinem Besuch auf dem Heidjerfest in Eversen. Dabei befand er sich gerade am Infostand des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau und deutete auf ein Schild, auf dem drei Worte standen: „Ausbau vor Neubau!“

Ministerpräsident rechnet mit Ausbau-Lösung des Trassenproblems 2 Jan-Hendrik Hohls und Stephan Weil (v. l.) haben sich beim Heidjerfest über die aktuelle Situation bei der Trassendiskussion unterhalten Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis, Ministerpräsident Stephan Weil, die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann und Maximilian Schmidt (MdL) haben sich beim Everser Heidjerfest getroffen (v. l.)

Damit fasste er zusammen, was sich seiner Einschätzung nach abzeichne. Weil führte im Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden Jan-Hendrik Hohls aus, dass er sich in Kontakt mit Bahn und Bund befinde und dabei feststelle, dass sich der Ausbau-Gedanke, wie ihn das Bündnis fordere, durchsetze.

Wichtig sei natürlich die Arbeit des Dialogforums. Daraufhin berichtete Hohls, dass die Arbeit im Forum mittlerweile besser laufe als zu Beginn. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass es zu einer Einigung auf eine Trassenvariante kommen könne. „Allerdings“, so Hohls, „muss die Landesregierung dann aber auch dafür sorgen, dass alle anderen Varianten gestrichen werden, damit sich die von ihnen betroffenen Regionen frei von dem Fluch der über ihnen schwebenden Trassengefahr weiter entwickeln können.“ Stephan Weil nickte zustimmend und gab zu bedenken, dass aber auch der Bestandsausbau Betroffenheiten auslöse.

Dies aufgreifend erläuterte Hohls: „Wir unterstützen nicht nur den Ausbau von Bestandsstrecken, sondern auch die Belange derer, die davon betroffen sein werden.“ Zum Beispiel kämpfe man dafür, dass das Eisenbahnkreuzungsgesetz geändert werde, nach dem die Kommunen einen hohen Anteil der Kosten tragen müssen, die durch Ausbaumaßnahmen entstehen. „Die Beförderung von Gütern zwischen Hamburg und München ist Bundesaufgabe und es kann nicht sein, dass sich einzelne Kommunen entlang der Strecke über Jahrzehnte dafür verschulden.“ Dies liege nicht in der Macht der Landesregierung, antwortete der Ministerpräsident, er werde diese Forderung jedoch weitergeben. Hohls: „Dabei helfen wir, indem wir immer wieder darauf aufmerksam machen.“

PR
Fotos: Sebastian Salie

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