Demonstration gegen Nazitreffen in Eschede

ESCHEDE. Zum dritten Mal in diesem Jahr trafen sich Demonstranten in Eschede. An der Kreuzung Am Dornbusch / Zum Finkenberg, in der Nähe des Hofes Nahtz, wollten rund 100 Teilnehmer unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Nazitreffen in Eschede“ ein Zeichen setzen, denn zu diesem Zeitpunkt trafen rechtsgerichtete Teilnehmer einer Veranstaltung auf dem Hof ein. Laut wurden die an- und abfahrenden Fahrzeuge empfangen, Fahnen und Transparente entgegengehalten. Zu der nicht öffentlichen Veranstaltung auf dem Hof Nahtz fanden sich ca. 80 Personen des rechten Spektrums ein.

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Der DGB Nord-Ost Niedersachsen ruft wiederkehrend zu Demonstrationen in Eschede gegen „Rechts“ auf. Der Veranstalter agiert eng mit den Gruppen des Netzwerks Südheide zusammen und ihnen ist der in Eschede gelegene Hof Nahtz ein Dorn im Auge. Zu lange habe man weggeschaut und nichts unternommen, so die Teilnehmer der Demonstration. Redner Klaus Jordan plädierte für ein Verbot solcher Treffen auf dem Hof. „Dort werden Schandtaten ausgebrütet“, hielt er der Verwaltung und der Polizei vor. Jordan begründete seinen Vorwurf anhand der vielen „Nazi“-Größen, die über die letzten Jahre auf dem Hof ein- und ausgingen.

Anlässlich der Wintersonnenwende waren die Demonstranten auf die Veranstaltung auf dem Hof aufmerksam geworden. Daher nutzen der DGB und das Netzwerk die Gelegenheit, um gegen den Hof Nahtz und die Teilnehmer der Veranstaltung zu demonstrieren. Man müsse auf die stärker werdenden Aktivitäten auf dem Hof aufmerksam machen und die Bürger dürfen nicht wegschauen, war der einstimmige Tenor aus den Reden von Kirsten Dieckmann, Hans-Dietrich Springhorn und Angelika Krämer. Sie blickten auf die letzten Jahrzehnte in der gesamten Region zurück und richteten ihren Fokus jeweils auf eine andere „Nazi“-Größe. Von Verleumdung des Holocausts, Gewalttaten, fragwürdigem politischen Engagement bis hin zur Errichtung von bewaffneten Wehrsportgruppen war zu hören.

Gewerkschaften, Kirchenvertreter, Parteien, Organisationen, initiativen und Anwohner hatten sich am Samstag wieder an der dieser Stelle zusammengefunden. Ihnen gegenüber die Bereitschaftspolizei aus Oldenburg. Die Polizei wollte generell Präsenz zeigen, um jegliche Provokation beider Seiten zu unterbinden. Obwohl die Demonstration regelmäßig friedlich stattfindet, sind verstärkte Aktivitäten auf dem Hof Nahtz zu beobachten. Nach einer zuvor in Bad Bevensen stattgefundenen Demonstration gegen „Rechts“, reisten einige im Anschluss nach Eschede weiter. Diese Bewegungen hatte die Polizei gang genau im Auge. Sie wollte die beiden Lager auf Abstand halten, um einen ruhigen und sicheren Ablauf der Kundgebung zu gewährleisten.

Regionsgeschäftsführer des DGB, Dr. Matthias Richter-Steinke, ist in Eschede als Veranstalter der Demonstration sehr engagiert. „Das Problem ist hier direkt vor Ort, man müsse nur hinschauen“, so Richter-Steinke. Er ist froh, dass über die vielen Jahre und die mehrmals im Jahr stattfindenden Demonstrationen immer eine große Zahl an Demonstranten zusammenfinden. Klaus Jordan sieht, dass die Menschen hier in Eschede langsam wach werden und das Problem erkennen.

Gemeinsam wollen sie immer wieder vor den Hof Nahtz ziehen, um die Bürger vor dem „Schandfleck“ in ihrer Nachbarschaft zu warnen.

Am Abend hatten sich auf dem Bahnhofsvorplatz dann noch 30 Teilnehmer zu den „Lichtern gegen Extremismus“ versammelt. Der Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte sowie die Kirchengemeinde Eschede hatten diese Kundgebung mit Andacht in Leben gerufen. Mit vielen Kerzen und Feuerkörben haben sich die Bürgerinnen und Bürger etwas abseits der ersten Demonstration versammelt, um ihrerseits ein Zeichen gegen „Rechts“ zu setzen.

Alle Veranstaltungen verliefen aus Sicht der Polizei störungsfrei und ohne Zwischenfälle.

Redaktion
Celler Presse

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