CHECK THE JOB – Berufe erleben an sieben Stationen

CELLE. Was kommt nach der Schule? Welcher Beruf ist für mich der richtige? Die Antworten auf diese Fragen stellen in der Regel die Weichen für einen neuen Lebensabschnitt nach der Schule. Die notwendige Entscheidung für eine berufliche Richtung ist weit in die Zukunft gerichtet, und fällt den Schülerinnen und Schülern daher in der Regel nicht leicht, da sie kaum Gelegenheit haben, praktische, berufsorientierende Arbeiten auszuführen und sich darin zu üben. Heute wurde in der Technischen Ausbildungsstätte (TAS), Am Wasserturm, die Generalprobe für ein Projekt vorgestellt, in dem Jugendliche ihr Talent für einen späteren Beruf entdecken können. 

Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Celle hat nun die TAS – Technische Ausbildungsstätten GmbH als gewerblich-technischer Bildungsdienstleister in der Region Celle sieben mobile Stationen zur beruflichen Orientierung erstellt. Unter dem Motto ‚Check the Job‘ werden berufliche Tätigkeiten aus den Bereichen Metall, Sanitär, Elektro, Holz, Farbe, Textil sowie HoGa erlebbar und begreifbar gemacht. Dabei bietet jede Station ein Projekt an, bei dem ein konkretes Ausprobieren ermöglicht wird und zu dem entsprechende Informationen gegeben werden. Betreut werden die Schülerinnen und Schüler jeweils von Auszubildenden eines dritten Lehrjahres, die auf Augenhöhe mit dem potentiellen Nachwuchs ins Gespräch kommen und von ihren eigenen Erfahrungen berichten können. Die Jugendlichen erhalten einen Laufzettel, auf dem sie eine Bewertung abgeben, die das Interesse für das Berufsfeld ausdrückt. 

Schülerinnen und Schüler sollen rechtzeitig – also bereits ab der 8. bzw. 9. Klassenstufe – die Möglichkeit bekommen, Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten, eigene Talente zu erkennen und so eine den Interessen und Begabungen entsprechende Berufsvorwahl treffen zu können. Ziel ist, aus Talenten in vielen Branchen dringend benötigte Fachkräfte werden zu lassen. In diesem Prozess werden die Schülerinnen und Schüler natürlich auch von den Beratungsfachkräften der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Celle begleitet. 

Ziel ist es, erläutert Michael Funck, Geschäftsführer der TAS, dass klassenweise jeder einmal an einer Station ist. Dabei könne er feststellen, was ihm Spaß macht. In der Regel seien die Jugendlichen zuvor noch nie mit diesen Tätigkeiten konfrontiert gewesen. So gebe es hier zum ersten Mal den Versuch in der Praxis. Sabine Mix, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, ergänzt: „Es werden Berührungsängste genommen, Vorurteile von typischen Männer- und Frauenberufen abgebaut und so Talente entdeckt. Die Wirtschaft und ganz konkret Arbeitgeber können ihre Fachkräfte für morgen entdecken und für sich gewinnen.“ Mehr als die Hälfte der Mädchen entschieden sich nur für zehn Ausbildungsberufe; es gebe aber 350. Und unter den zehn gewählten Berufen sei kein einziger naturwissenschaftlich-technischer dabei und bei den Jungs kein Beruf im Bereich Hoga oder Erziehung und Pflege. Hans-Ulrich Koch von der Berufsberatung ist sich sicher: „Wenn der Wunschberuf nicht funktioniert, gibt es bei dem Projekt den Plan B und C.“ 

Einmütig wurde festgestellt, dass die Vorbereitung auf eine Berufswahl derzeit nicht ausreichend ist. Es müsse zielgerichteter vorbereitet werden, um Abbrüche zu senken. In der Industrie wurden 15 % und im Handwerk 20 % Abbrüche registriert und dem gelte es, entgegen zu wirken. 

Interessierte Schulen können sich ab sofort mit der TAS -Technische Ausbildungsstätten GmbH unter der Rufnummer (05141) 31080 in Verbindung setzen. Im Rahmen des Informationstages zur Berufsorientierung für Haupt- und Realschüler am 29.09.2011 in der Alten Exerzierhalle am Neuen Rathaus werden die Stationen erstmalig in Celle zum Einsatz kommen. 

Redaktion
Celler Presse 

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