Celle im Rampenlicht des Museumstags

CELLE. Die Celler Museen stehen zum ersten Mal im Rampenlicht des Internationalen Museumtags. Als Speerspitze findet die bundesweite Eröffnung des Tages in der Residenzstadt mit Bundesratspräsident und Niedersächsischem Ministerpräsidenten Stephan Weil im Residenzmuseum statt.

Internationaler Museumstag – 18. Mai 2014

2014 ist das Motto des Internationalen Museumstages „Sammeln verbindet – Museum collections make connections”. Damit wird eine der Kernaufgaben der Museen in den Fokus gerückt. Museen sammeln Kulturgut – Objekte aus Natur und Kultur – um es für die Nachwelt zu erhalten, zu erforschen und auszustellen. Das zielgerichtete Sammeln dient der Erweiterung, Zusammenführung und Ergänzung bestehender Sammlungsbereiche und dokumentiert Entwicklungen in der Kunst, Kultur, Natur und Technik. Entsprechend dem vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufenen Slogan werden die Museen in diesem Jahr Einblicke in ihre Sammlungstätigkeit gewähren. So werden auch in der Celler Synagoge unbekannte Fotos aus der Synagogensammlung vorgestellt. Vielleicht haben auch die Besucher noch Fotos, die die Sammlung zur Celler Synagoge und zu Celles jüdischen Bürgern erweitert? Diese Bilder können am Internationalen Museumstag gerne mitgebracht werden.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ist stolz, dass die Arbeit der Stadt durch diese Auftaktveranstaltung gewürdigt wird. Die Stadt lasse sich die Celler Museen jährlich rund 2,9 Mio. Euro kosten. Mende betonte, dass die Museen schließlich Bildungseinrichtungen sind. Auch habe sich die Celler Museumslandschaft in den letzten acht Jahren positiv entwickelt.

In die gleiche Kerbe schlägt Dr. Matthias Henkel vom Internationalen Museumsrat ICOM (International Council of Museums) aus Berlin. „Museen sind eine Investition und keine Belastung“, so Henkel. Auf internationaler Ebene werden an diesem Tage ca. 35.000 Museen in 143 Ländern von Sydney bis New York ihre Pforten öffnen.

Die Museen machen mit ihren kulturellen Angeboten das Leben in Städten und Gemeinden bunter. Mit Sonderführungen, Mitmach-Aktionen, Vorträgen, einem Blick hinter die Kulissen, mit Museumsfesten und -märkten, mit Musik- und Theaterdarbietungen feiern die Museen den Museumstag und gewähren besondere Einblicke und Erlebnisse rund um ihre Sammlungen, wobei auch in einzelnen Aktionen Besucher/-innen und ihre Sammlungen einbezogen werden.

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbundes, findet es gut, dass an diesem Tage auch das Augenmerk auf kleinere Museen gelenkt wird. Ahrndt begrüßte, dass viele Museen vermehrt auf die Social Media-Angebote setzen, um auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, unterstützt hierbei viele Einrichtungen. Die Sparkassenstiftung sei dabei nicht nur reiner Förderer, sondern auch ein Partner auf Augenhöhe. Schormann sieht die Museen als „Hüter des kulturellen Gedächtnisses“ und freue sich, Museen unterstützen zu können.

Hans Lochmann, Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen, verwies auf die Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Als die Royales aus Hannover kamen“ am 16. Mai um 14.00 Uhr in der Oper in Hannover. Im weiteren Englandfieber wird dann der Internationale Museumstag in Celle mit der „Royalen“ Celler Ausstellung „Reif für die Insel“ gefeiert.

Dr. Katja Lemke, Direktorin des Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, freut sich über die Landesausstellung mit den fünf Ausstellungsstädten. Lemke ist besonders davon angetan, dass die Ausstellungen in Museen und Schlossern stattfinden, so auch an dem Originalschauplatz im Celler Schloss. Mittlerweile springen auch die Engländer auf den Zug auf und freuen sich über das länderübergreifende Jubiläum, obwohl die „Hanoverians“ zu ihrer Zeit mit ihrer Beliebtheit zu kämpfen hatten.

Der Museumsdirektor der Celler Museen, Dr. Jochen Meiners, hat die Geschichte der deutschen Herzöge verinnerlicht und spricht begeistert von der Celler Ausstellung, die dem Besucher eine wechselseitige Sicht auf die Geschichte gewährt. Die Personalunion war eine große Sache und die entscheidenden Planungen entstanden genau im Celler Schloss.

Die Museen in Niedersachsen und Bremen machen damit auch deutlich, wie sie den Herausforderungen der sich wandelnden Gesellschaft begegnen. In vielen Museen ist in Deutschland der Eintritt an diesem Tag frei.

Übersicht über die Museen in Celle und dem Umland:

Bomann-Museum Celle
15 Uhr eine kostenlose Führung durch die Abteilung „Celle und sein Umland – eine Reise durch die Zeit“
Geöffnet von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Residenzmuseum Celle
Geöffnet von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Kunstmuseum Celle
Geöffnet von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Deutsches Erdöl- und Erdgasmuseum Wietze
Geöffnet von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Celle Synagoge, Im Kreise 24
Geöffnet von 14.00 bis 16.00 Uhr
Die Synagoge ist am Internationalen Museumstag von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet

Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg
Geöffnet von 11.00 bis 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei
(Teilnahme kostet für Kinder 1,- Euro, für Erwachsene 2,- Euro als Spende für die Arbeit des ELM)

Markmanns Spielzeugstuben
Im Mittelpunkt steht die Sonderausstellung Kindernähmaschinen. 40 Nähmaschinen von 1910 bis 1990 sind zu sehen. Ausprobieren kann die kleine Schneiderin oder Scheider einige Modelle.
Geöffnet von 14.00 bis 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Gedenkstätte Bergen-Belsen
Vorstellung der Sammlungen der Gedenkstätte Bergen-Belsen
Thematische Führung mit Klaus Tätzler durch die Dauerausstellung und die Sammlungsräume des Dokumentationszentrums.
Treffpunkt: Foyer des Dokumentationszentrums 11.00 Uhr.
Die Gedenkstätte ist von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Winser Heimatverein
Geöffnet von 11.00 bis 18.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Albert-König-Museum
Tag der offenen Tür am Internationalen Museumstag.
Ab 12.30 Uhr können interessierte Besucher die Ausstellung „Heinrich Vogeler, Worpswede – Die Kunst der Grafik“ und die Kieselgur-Dauerausstellung mit dem Titel „Kieselgur – Die Erlebnisausstellung“ besichtigen. Hier können kleine Experimente durchgeführt und allerlei Interessantes zum Thema Kieselgur erfahren werden. Interessierten Besuchern wird ein Blick in das für die Besucher sonst unzugängliche Museumsarchiv gewährt.

Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin
Geöffnet von 13.00 bis 17.00 Uhr

Kloster Wienhausen
Geöffnet von 12.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion
Celler Presse

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