Buchvorstellung: „Armand Roux, Im Zeichen des Zebras“

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CELLE. Es war eine unerwartete Entdeckung, als der ehemalige Dramaturg des Celler Schlosstheaters, Richard Pfeiffer-Blanke, der Gedenkstätte Nordhausen-Dora die von seiner Schwiegermutter im April 1945 in ihrem Schrebergarten gefundenen Zeichnungen übergab. Es handelt sich um eine Mappe mit Zeichnungen des französischen Häftlings Camille Delétang, die er im KZ Holzen angefertigt hatte. Als das Lager evakuiert und nach Bergen-Belsen geschickt wurde, übergab er die Zeichnungen dem Häftlingsarzt Armand Roux. Der Transsport wurde auf dem Celler Güterbahnhof bombardiert und die Tasche mit den Zeichnungen gestohlen. Der Dieb muss sie sofort danach weggeworfen haben. Es befand sich nichts zum Essen darin.

Armand Roux verfasste nach dem Kriege seine Erinnerungen unter dem Titel „Im Zeichen des Zebras“ und berichtet u.a. über die Bombardierung in Celle, vom anschließenden Massaker und vom Marsch nach Belsen. Dieser Text lag unveröffentlicht und wohl vergessen bei seinem Enkel. Eine Überlebende des Lagers Bergen-Belsen, Evelyne Zylberman-Dachs, stieß darauf, als sie nach Spuren ihres ebenfalls in Holzen inhaftierten und in Bergen-Belsen umgekommenen Vaters Ovadie Dachs suchte. Sie gab ihn Dirk Bode. Das war wie ein Wunder, denn dieser Text erzählt die Geschichte zu den wiederentdeckten Zeichnungen.

Dirk Bode entschloss sich, den Teil des Berichts, der vom Lager Holzen bis zur Rückkehr nach Frankreich berichtet, für eine Veröffentlichung in einem Holzmindener Verlag zu übersetzen. Ihm ist es gelungen, die Zeichnungen und viele sich unmittelbar auf den Text beziehende Illustrationen in einem Buch zu vereinen, darunter Porträts von Häftlingen, die kurz danach gestorben sind.

Ort: Synagoge Celle, Im Kreise 24
Termin: Dienstag, 22. September 2015, 19:00 Uhr

Einführung: Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und der Übersetzer Dr. Dirk Bode
Veranstalter: Stadtarchiv Celle

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