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Nach einjähriger Bauzeit wurde die Paul-Klee-Schule in der Wittestraße eingeweiht

Okt 11, 2015

Landkreis CELLE. Seit Beginn des neuen Schuljahres stehen den insgesamt 158 Schülerinnen und Schülern aus Stadt und Landkreis Celle eine neue Förderschule zur Verfügung. Der Landkreis investierte insgesamt 18 Millionen EURO an dem Standort. Die räumlichen Kapazitäten mit ihren zwei Außenstellen in Westercelle und Wietzenbruch reichten nicht aus, um in therapiegerechten Räumen unterrichten und betreuen zu können. Auch das Hauptgebäude in Vorwerk erfüllte nicht die Anforderungen hinsichtlich Barrierefreiheit, der Gebäude- und Raumausstattung und der Sicherheit.

Die Paul-Klee-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und gleichzeitig sonderpädagogisches Förderzentrum. Im Rahmen der Inklusion versorgt sie acht allgemeinbildende Schulen mit Förderschullehrkräften. Sie ist spezialisiert auf die Förderung von Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen mit schwerer körperlicher Behinderung und auf das Konzept der „Unterstützenden Kommunikation“, mit dem nicht-sprechende Kinder gefördert werden.

In Abstimmung mit der Schulleitung, den Lehrkräften und Eltern sollte eine neue Schule an einem zentralen Ort errichtet werden. Nach Abzug der britischen Streitkräfte aus Celle wurde die Mountbatten School in der Wittestraße frei. Der Landkreis hat sie vom Bund erworben. Das etwa 60 Jahre alte Schulgebäude war jedoch für die Paul-Klee-Schule nicht geeignet. Es musste abgerissen werden. Zur Realisierung eines Raumprogramms für 140 Schülerinnen und Schüler mussten noch Nachbargrundstücke erworben werden, die mit 1,7 Millionen EURO zu
Buche schlugen.

Entstanden ist in der Wittestraße ein hochmodernes und für alle Anforderungen der Inklusion und der individuellen Förderung von beeinträchtigten Schülern ein Gebäude, das alle notwendigen Kriterien erfüllt. Das Gebäude ist hinsichtlich seines Raumkonzeptes und der funktionalen Ausstattung beispielhaft und dürfte zu den modernsten Schulen in Niedersachsen gehören. Bei diesem Neubau wurde das Konzept einer barrierefreien Bauweise mit seiner überwiegenden Eingeschossigkeit und einer barrierefreien Orientierung konsequent umgesetzt. Zur besseren Orientierung im Schulgebäude hat jedes Klassenhaus seine eigene Farbe, abgeleitet aus den Bildwelten Paul Klees. Dazu kommt eine komplexe Ausstattung mit einem Therapiebereich von 360 qm, sechs Pflegeräumen sowie spezielle Räume wie Wannenbad, Matschraum, Trampolinraum, Trainingswohnung, drei Lehrküchen, drei Werkräume, ein Kunst- und Textilraum, eine Sporthalle und eine Mensa. Alle Klassen sind mit interaktiven Whiteboards ausgestattet und in ein Schulnetzwerk integriert. Die Sporthalle steht außerhalb der Schulzeiten dem Vereinssport kostenlos zur Verfügung. Diesen Service gewährt der Landkreis nach wie vor für alle Sporthallen in seinem Eigentum.

Wie Landrat Klaus Wiswe erläuterte, sei die Schule eigentlich schon wieder zu klein. Geplant für 140 Schüler, sind es nun schon 158. Eine Irritation sei im Vorfeld aufgetreten, da durch die Einführung der Inklusion die Abschaffung der Förderschulen befürchtet wurde. Es bedurfte einer klaren Ansage durch die Ministerin, um das Projekt zu realisieren. Aufgrund des Förderbedarfs der Schülerinnen und Schüler nehme der Bedarf solcher Einrichtungen eher zu.

Schulleiter Uwe Kirchner hob hervor, dass die hier unterrichteten Kinder aufgrund des Beeinträchtigungsbildes einer besonderen Förderung bedürfen. Dafür biete das Gebäude nur den Rahmen, die Ausgestaltung müsse durch professionelle Arbeit der Lehrkräfte erfolgen, damit die Kinder emotional erreicht werden. Das Schulgebäude entspreche den neuesten Anforderungen. Jede Schule, die heutzutage neu gebaut werde, werde mit diesem Technologiestandard ausgestattet.

87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon 50 ausgebildete Förderschullehrer – gestalten das Unterrichtsprogramm. Insgesamt werden 22 Schulklassen in 12 Jahrgangsstufen betrieben, wobei die Jahrgänge 10 bis 12 einer Berufsvorbereitung und einer Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben dienen.

Kennzahlen:
Bruttogeschossfläche der Förderschule: 7.800 qm
davon:
Allgemeiner Unterrichtsbereich ca. 2.600 qm
Fachgebundener Unterrichtsbereich ca. 1.000 qm
Therapiebereich mit Sporthalle ca. 1.400 qm
Gemeinschafts- und Freizeitbereich ca. 900 qm
Lehrer- und Verwaltungsbereich ca. 400 qm

Die Außenanlage mit Pausenhof und Sportflächen umfasst ca. 9.000 qm.

Die Schule wurde im ÖPP-Verfahren durch die Firma Züblin gebaut. Beauftragt waren Planung, Bau und Zwischenfinanzierung ohne die sonst üblichen Kriterien der Bauendfinanzierung und Gebäudebetrieb.

Redaktion
Celler Presse






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