Samstag, 11. Juli 2026

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Wieviel Güterzüge verträgt die Stadt ohne Schaden zu nehmen?

CELLE. In Anbetracht der Abschlussveranstaltung des Dialogforums Schiene Nord am 5. November in der Celler Congress Union, bei der über einen Trassenverlauf für den Hafenhinterlandverkehr befunden wird, sehen sich einige Celler Ortsbürgermeister veranlasst, Fragen an die Verwaltung zu stellen, zumal sich das Forum in einem langwierigen Prozess auf die Nutzung von Bestandsstrecken verständigt hat. Betroffen ist die Strecke durch das Celler Stadtgebiet, so dass dort mit einer erhöhten Lärmbelastung zu rechnen ist.

Ein regelmäßiges Rauschen und Schlagen in den Ohren vieler Stadtrandanwohner ist nicht etwa einem Tinnitus geschuldet, sondern den Güterzügen in Verbindung mit dem freiwilligen – und von vielen Bürgern als unzureichend empfundenen – Lärmschutz der Bahn AG. Es wird wohl der Lärm unmittelbar an der Bahnstrecke gemindert, verteilt sich aber nunmehr über das gesamte Stadtgebiet. Die Belastungen werden in den nächsten Jahren erheblich zunehmen, da ein Großteil der zusätzlichen Containerverkehre von und zu den Überseehäfen Bremerhaven und Hamburg durch Celle fährt.

Um mögliche Auswirkungen wie zusätzlichen Lärm, Infrastrukturmaßnahmen und somit Einschränkungen auf die Lebensqualität der gesamten Stadtgesellschaft einschätzen zu können, haben sich einige Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister parteiübergreifend zusammengeschlossen, um gemeinsam im Interesse ihrer Bürger und Bürgerinnen fehlende Informationen über die Stadtverwaltung einzuholen. „Ohne die gute Arbeit des Dialogforums schmälern zu wollen, muss doch die Frage erlaubt sein, was zukünftig auf unsere Stadt Celle zukommen wird“, so der Klein Hehlener Ortbürgermeister Klaus Didschies (CDU).
„Nach unseren Informationen soll es sich durchschnittlich um zwei zusätzliche Züge pro Stunde handeln, das können aber auch 48 zusätzliche Güterzüge in den Nachtstunden sein“, rechnet Ortsbürgermeister Axel Fuchs (CDU) aus Groß Hehlen vor, „wir wissen es nicht!“

„Das Dialogforum fordert durchgehenden Lärmschutz, der Rat in seiner Resolution bestmöglichen Lärmschutz, was aber letztlich kommt und wer die Kosten dafür trägt, ist offen“, ergänzt die Vorwerker Ortsbürgermeisterin Iris Fiss von den Unabhängigen, „denn einen Rechtanspruch auf Lärmschutz gibt es nur für Neubaustrecken, nicht aber für verdichtete Verkehre auf Bestandsstrecken“. Der Neuenhäuser Ortsbürgermeister Dr. Jörg Rodenwaldt (SPD) ist sich nicht sicher, ob „durchgehend“ zukünftig auch die schmalen Gewerbegebiete beinhaltet, hinter denen sich unmittelbar eine reine Wohnbebauung anschließt, dessen Bewohner dem Lärm zurzeit schutzlos ausgesetzt sind“. „Wenn erst einmal die zusätzlichen Güterzüge des Nachts durch unsere schöne Stadt rauschen, ist es zu spät, um an erträglicheren Lösungen zu arbeiten, das muss im Vorfeld geschehen“, so die stellvertretende Ortbürgermeisterin aus Garßen, Birgit Thiele (SPD), abschließend.

PR/Redaktion
Celler Presse

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