20 Jahre Kunstmuseum Celle – „Am Anfang not amused – jetzt im Chor der Begeisterten“ – Robert Simon Ehrenbürger der Stadt

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CELLE. 20 Jahre Robert Simon in Celle, 20 Jahre ehrenamtliches Engagement, 20 Jahre wirkt „die Kraft der Idee“, unter diesen Zeichen stand die gestrige Jubiläumsfeier im Kunstmuseum. Diesen Jubiläen ist eine Ausstellung mit Kunstwerken aus der Sammlung Robert Simons gewidmet. Wegen des außerordentlichen Engagements des ehrenamtlichen Leiters des Kunstmuseums verlieh ihm Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende die Ehrenbürgerwürde.

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Ca. 300 Gäste aus Politik und Gesellschaft hatten sich zu der Feier im Kunstmuseum eingefunden, an der auch Veronika Olbrich vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Celles Kulturdezernentin moderierte einen Wortwechsel mit Veronika Olbrich, dem Künstler Vollrad Kutscher, dem Celler Kulturpreisträger Dietrich Klatt und Dr. Julia Otto, stellvertretende Leiterin des Kunstmuseums. Sie alle erwiesen sich als Verbundene mit dem Projekt „Kunstmuseum Celle“ und gleichzeitig als Bewunderer der Entwicklung und Akzeptanz weit über die Grenzen Celles hinaus. Julia Otto, einst als Volontärin zum Kunstmuseum gestoßen, konnte sich in der Anfangsphase kaum vorstellen, dass das Projekt mit einer ehrenamtlichen Leitung zu bewältigen war. Ihr Einsatz über die Jahre hat sich gelohnt – mittlerweile ist sie die stellvertretrende Leiterin. Dietrich Klatt sprach als Mitglied des Celler Kunstvereins und rekapitulierte: „Am Anfang waren wir not amused, aber jetzt gehören wir zum Chor der Begeisterten.“

Oberbürgermeister Dirk Ulrich Mende hob in seiner Rede die historische Entwicklung der Verleihung einer Ehrenbügerwürde in Celle hervor. So ist mit Simon Hoppener im Jahre 1547 erstmals die Ehrenbürgerwürde verliehen worden und insgesamt nur 13 Mal. Da es auch eine Aberkennung gab, kann Celle auf 12 Ehrenbürger verweisen. So rechnet Mende vor, dass diese im Durchschnitt alle 40 Jahre verliehen wird und im laufenden Jahrhundert sei das Soll schon erfüllt mit Herbert Severin im Jahre 2002 und Lieselotte Tansey im Jahre 2009. Die Besonderheit für die Verleihung an Robert Simon sei nun, dass er nicht Bürger der Stadt Celle ist. Mende würdigte Simons Engagement in den letzten 20 Jahren. Seine Verdienste aber, so Mende, liegen nicht allein in dem Engagement um das Kunstmuseum. So hat er für Sponsoren gesorgt, die die Umwandlung des Celler Bahnhofs in einen Lichtkunstbahnhof ermöglichen. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ist in einer Entscheidung des Rates am 14. Oktober getroffen worden.

Hier ist die Ratsvorlage als Grundlage für die Entscheidung des Rates am 14. Okober 2015:

Im Jahr 2015 jährt sich das ehrenamtliche Engagement Robert Simons in Celle zum 20. Mal.

Aus den Anfängen – er stellte umfangreiche Bestände seiner Privatsammlung für eine Ausstellung im seiner Zeit leer stehenden Erdgeschoss des Erweiterungsbaues Bomann-Museum zur Verfügung – entwickelte sich das Erfolgsmodell einer Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und öffentlichem Träger, die in Deutschland ihresgleichen sucht.

Bekannt ist die Vorgehensweise, dass Kunstsammler ihre Bestände Museen unter z.T.  hohen Auflagen zur Verfügung stellen, während die Häuser das Risiko eingehen, die durch eine wissenschaftliche Aufarbeitung „veredelten“ Kunstwerke anschließend wieder abgeben zu müssen.

Nicht so bei Robert Simon: Er hat seiner Partnerin, der Kunst-Stiftung Celle, und damit der Stadt Celle und ihren Bewohnern nicht nur seine Sammlung, sondern auch seine Arbeitskraft, seinen Ideenreichtum und seine Kontakte unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Von der ersten Ausstellung aus seines Sammlung 1995 an hat er die Konzepte entwickelt und die zur Umsetzung erforderlichen Drittmittel mit erheblichem persönlichen Einsatz selbst eingeworben. Frühzeitig stellte Robert Simon auch Kontakte zu anderen Häusern her und war so in der Lage, die Präsentationen aus seiner Sammlung immer wieder durch Sonderausstellungen von ebenfalls hervorragender Qualität zu ergänzen. Die konsequente inhaltliche Arbeit führte schließlich dazu, dass er für Celle im Jahr 1998 das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt entwickelte und Celle damit zu einem der ganz wichtigen Austragungsorte für Lichtkunst machte. Besonders dieser Schritt verhalf dem Museum und damit der Stadt Celle zu nationaler und internationaler Aufmerksamkeit.

Im Jahr 2000 gründete Robert Simon die Robert Simon Kunststiftung mit Sitz in Celle, deren Zweck der Aufbau einer Sammlung und deren Einbringung in ein Kunstmuseum in Celle ist. Diese junge Stiftung ging eine Kooperation mit der Kunst-Stiftung Celle ein, und das Spektrum der gemeinsamen Aktivitäten wurde nochmals nachdrücklich erweitert. Die Robert Simon Kunststiftung verfügt bis dato (2015) über einen Kunstbestand im Wert von ca. 2,8 Mio Euro. Aufgrund seiner guten Kontakte und der überzeugenden Arbeit konnte Robert Simon auch viele Künstler dafür gewinnen, Arbeiten zu stiften oder zu günstigen Konditionen zu überlassen, so dass es in Celle  nun, nach 20 Jahren, einen für Städte dieser Größenordnung höchst unüblichen und äußerst wertvollen Kunstbestand gibt.

Robert Simon hat es geschafft, Celle auf der Landkarte der internationalen zeitgenössischen Kunst zu einem wichtigen Anlaufpunkt zu machen, und zwar durch die hervorragenden Ausstellungen (nicht nur) aus dem Bereich Lichtkunst sowie durch ungewöhnliche Projekte, die im Kunstmuseum sowie im öffentlichen Raum in Celle realisiert wurden und werden. Beispielhaft seien hier nur die Zusammenarbeit mit dem NDR in der Reihe „Kunststreifzüge“, das großartige „Sky-Art-Projekt“ mit Otto Piene, die Modenschau-Happenings mit der Fachhochschule Hannover oder auch die im Internet kommunizierten Künstlerateliers, die in den hiesigen Räumlichkeiten eine Woche lang aufgebaut wurden, genannt. Auch der Aufbau eines deutschlandweit inzwischen über 170 Mitglieder zählenden Freundeskreises, der u. a. jedes Jahr eine von Robert Simon und seiner Frau Heide organisierte 2-tägige Kunstreise unternimmt, gehören zu den Schritten, mit denen es Robert Simon gelungen ist, seine Idee eines Kunstmuseums erfolgreich zu verbreiten.

Ein weiterer  Höhepunkt seines Engagements in Celle ist zweifellos die Errichtung des Foyergebäudes und die Erweiterung und Umgestaltung des Erweiterungsbaues am Bomann-Museum. Robert Simon hat sich nachdrücklich für die Finanzierung dieses ehrgeizigen Vorhabens aus EU-Mitteln eingesetzt und hat die gesamte Planungs- und Bauphase aktiv begleitet. Das Gebäude trägt in vielen gestalterischen wie funktionalen Details seine Handschrift und ist mit seiner Eröffnung im Jahr 2006 zu einem neuen Wahrzeichen Celles geworden.

2007 wurde das „Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon“ wegen des innovativen Museumskonzeptes von der Initiative „Deutschland-Land der Ideen“ ausgezeichnet; im gleichen Jahr wurde das Gebäude zu einem der fünf besten Beispiele zeitgenössischer Architektur in Deutschland gewählt.

Ein Erfolg ist Robert Simon Ansporn für das nächste Ziel, und so hat er in den Jahren 2013/2014 mit dem zweiteiligen Großprojekt „Scheinwerfer“ die erste deutsche Schau internationaler Lichtkunst konzipiert, kuratiert und im Kunstmuseum, der Celler Stadtkirche und im öffentlichen Raum umgesetzt. Eine bislang einmalige, international beachtete Bestandsaufnahme dieser noch weitgehend unerforschten Kunstform, die in einem umfangreichen Buch dokumentiert werden wird.

Robert Simon hat die kulturelle Bildung, d.h. die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu einem Schwerpunkt der Museumsarbeit gemacht.

Aus Mitteln seines Freundeskreises finanziert er Museumsveranstaltungen für bedürftige Familien; ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot zieht Schulklassen bis aus Hannover an; stets werden die Möglichkeiten der Arbeit mit dem jungen Publikum neu erprobt und erweitert. Ein Höhepunkt für Schülerinnen und ihre Familien ist die große Preisträgerausstellung des Landeswettbewerbs „Jugend gestaltet“, die Robert Simon dauerhaft nach Celle geholt und die sich hier als Musterbeispiel für Breitenkultur etabliert hat.

Auch dies alles in ehrenamtlicher Funktion.

Sein Wahlspruch ist, das fehlende Geld durch die Kraft der Idee zu ersetzen; wir möchten ergänzen: und durch den eigenen unermüdlichen und unbezahlten Einsatz.

Dass Celle Robert Simon am Herzen liegt, zeigt auch sein Engagement zur Umwandlung des Celler Bahnhofes in einen Lichtkunstbahnhof. Zwar nimmt er diese Aufgabe als Galerist und nicht als ehrenamtlicher Museumsleiter wahr; aber er wirbt selber die Sponsorenmittel für die Kunstinstallationen ein, so dass auch dieses Projekt für sein hohes persönliches Engagement steht. Der Lichtkunstbahnhof verfügt bereits über sehr außergewöhnliche Kunstinstallationen und wird derzeit von der Bahn AG unter Berücksichtigung der künstlerischen Vorstellungen Herrn Simons saniert, so dass in Kürze eine weitere Besonderheit deutschlandweit auf Celle aufmerksam machen wird.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Robert Simon hier in Celle ein dauerhaftes und verlässliches ehrenamtliches Engagement unter Beweis gestellt hat und weiterhin unter Beweis stellt, das nicht hoch genug geschätzt wird.

Redaktion
Celler Presse

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