Ein Lotse geht von Bord – Berater der Agentur für Arbeit für die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse geht in Rente

CELLE. Auf die Frage, wie er seine Tätigkeit in der Beratung von Migrantinnen und Migranten beschreiben würde, antwortete Wolfgang Ziesmer spontan, dass er als Lotse die Betroffenen in die unterschiedlichsten Anlaufstellen, die für die Anerkennung eines im Ausland erworbenen Bildungs- oder Berufsabschlusses notwendig sind, „bugsiert“ hat. Nach 41 Jahren Tätigkeit in der Bundesagentur geht er nun zum Ende des Monats April in den Ruhestand.

Ein Lotse geht von Bord – Berater der Agentur für Arbeit für die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse geht in RenteVon Beginn seiner Tätigkeit an war er beratend tätig, als Arbeitsvermittler für Metall- und Elektroberufe, als Arbeitsberater für Fortbildungen und Umschulungen im kaufmännischen und akademischen Bereich, als Leiter einer Geschäftsstelle, Teamleiter im Arbeitgeberservice und seit August 2014 als Berater in dem besonderen Projekt Integration durch Qualifizierung (IQ). Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert sowie durch das Land Niedersachsen kofinanziert. Partner der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

„Etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Migrantinnen und Migranten sind nahezu doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Personen ohne Migrationshintergrund. Viele von ihnen verfügen über berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen, eine Anerkennung ist aber im Einzelfall zu prüfen. Je nach Art des Studien- oder Berufsabschlusses sind unterschiedliche Stellen einzuschalten, es sind Übersetzungen von Zeugnissen zu erstellen, möglicherweise Prüfungen nachzuholen – dies zu koordinieren und den richtigen Weg aufzuzeigen war meine Aufgabe. Jeder Fall ist anders und damit eine Herausforderung!“ beschreibt Ziesmer seine Funktion. Dabei hat er die unterschiedlichsten Berufe kennen gelernt und die entsprechenden Pendants in Deutschland gesucht.

Die Hauptbranchen waren Gesundheitsberufe, akademische Berufe, Ingenieurswesen sowie kaufmännische und handwerkliche Berufe. „Die typischen Herkunftsländer der Ratsuchenden haben sich in den letzten Jahren massiv verschoben. Zu Beginn meiner Tätigkeit ging es überwiegend um im europäischen Ausland erworbene Fähigkeiten, aktuell sind die Staaten mit den hohen Flüchtlingsaufkommen im Fokus. Hier ist häufig erst einmal Recherchearbeit notwendig, da viele notwendige Unterlagen nicht mehr orliegen“ beschreibt Ziesmer die aktuelle Entwicklung.

Die Integration durch Qualifizierung (IQ) bleibt ein Projekt, das konkrete Unterstützung anbietet – und daher auch mit dem Ruhestand des Beraters nicht beendet sein wird. Eine Fortsetzung wird zwar nicht wie bisher bei der Agentur für Arbeit angesiedelt sein, eine Nachfolgeinstitution ist aber bereits gefunden und im Aufbau, so dass weiter sichergestellt ist, dass die Migrantinnen und Migranten aus den Landkreisen Celle und Heidekreis einen Lotsen hinzuziehen können.

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Foto: Agentur für Arbeit

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