Celler Explorationsindustrie in der Krise – Fracking-Moratorium, Preisverfall für Erdöl und Russlandsanktionen sorgen für starke Auftragsrückgänge

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CELLE. Die Celler Explorationsindustrie und ihre Zulieferer stecken – trotz des zwischenzeitlich leicht angestiegenen Rohölpreises – nach wie vor in einer drastischen Krise. Umsatz, Beschäftigung und Investitionsplanungen gehen weiter zurück. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, an der sich 23 Unternehmen im Erdöl- und Erdgassektor aus der Region Celle beteiligt haben. „Dieser Industriezweig ist für Celle von herausragender Bedeutung. An ihm hängen mehr als 8.000 Arbeitsplätze“, sagt IHK-Vizepräsident Thomas Treude.

Unter Druck setzt die Unternehmen neben Preisverfall des Erdöls und den Russlandsanktionen auch das seit rund fünf Jahren andauernde Fracking-Moratorium: Mehr als 80 Prozent der befragten Celler Unternehmen sehen sich betroffen, davon 30 Prozent der Betriebe stark und 26 Prozent sehr stark. Den Unternehmen fehlt Rechtssicherheit, denn seit Jahren werden in Erwartung einer verschärften Gesetzgebung keine Genehmigungen mehr erteilt. Als Folgen des Fracking-Moratoriums geben zwei Drittel der Befragten einen Rückgang bei Aufträgen, rund die Hälfte starke Umsatzrückgänge. Jedes dritte Unternehmen gibt als Folge die Entlassung von Mitarbeitern an und jeder fünfte Betrieb sieht gar seine Existenz in Deutschland gefährdet.

Sollten Fracking-Moratorium, Erdölpreisverfall und Russlandsanktionen andauern, rechnen die Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten mit drastischen Auswirkungen: 65 Prozent der Befragten sagen weitere Umsatzverluste, 60 Prozent weiteren Personalabbau und 55 Prozent einen weiteren Rückgang der Investitionen voraus. Damit hat sich die Perspektive der Branche weiter verschlechtert, denn bei einer ersten IHK-Umfrage im Frühjahr 2015 sagten 60 Prozent der Befragten Umsatzverluste und nur 40 Prozent Personalabbau voraus.

Bei fast der Hälfte der Befragten hat der nationale Markt der Erdöl- und Erdgasförderung in Deutschland zwar nach wie vor den größten Anteil am Umsatz, aufgrund der fehlenden Planungssicherheit in Deutschland wächst bei vielen Unternehmen aber die Bedeutung des Auslandsgeschäfts. Rund 80 Prozent der Unternehmen sind im Auslandsgeschäft tätig, aufgrund der weltpolitisch angespannten Lage werden von der Hälfte der Unternehmen allerdings auch dort rückläufige Umsätze verzeichnet.

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