Angermann: Fischereivereine in großer Sorge

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Landkreis CELLE. In letzter Zeit sorgt eine Arbeitshilfe, die der Niedersächsische Landkreistag (NLT) in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium erarbeitet hat, bei den Anglern in ganz Niedersachsen für Unruhe. Das Dokument, welches Empfehlungen für die Sicherungsmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten vorgibt, regt zu umfangreichen Verboten – unter anderem Betretungs-, Anfütterungs- und Nachtangelverbote bis hin zum absoluten Angelverbot – für zahlreiche Gewässer in den Schutzgebieten an, wovon ein Großteil der Flüsse und Bäche im Landkreis Celle betroffen wäre.

Angermann - Fischereivereine in großer SorgeZu einem Informationsgespräch hatten daher die Abgeordneten Ernst-Ingolf Angermann (MdL) und Henning Otte (MdB) die Angel- und Fischereiverbände aus dem Landkreis Celle sowie Frank Oesterhelweg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion für die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt, nach Altensalzkoth eingeladen.

Bereits in seiner Begrüßung machte Oesterhelweg deutlich, dass die Angler nicht nur ihrem Hobby nachgehen, sondern allen voran aktiven Naturschutz betreiben und damit maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt in den Gewässern beitragen. Dies wurde im Laufe der Diskussion auch von vielen der Teilnehmer aus den 13 vertretenen Vereinen anhand praktischer Beispiele bestätigt. Heinz Pyka, Vizepräsident des Anglerverbandes Niedersachsen, forderte die Rücknahme der Arbeitshilfe und die Einbindung der Fischerei- und Angelverbände in die Beratungen zur Unterschutzstellung. Mit den möglichen Einschränkungen sieht er die Existenz vieler Fischereivereine gefährdet und damit auch den Wegfall der umfangreich ehrenamtlich durchgeführten Gewässerunterhaltungs- und Pflegemaßnahmen.

„Der Erfolg, dass sich die Qualität der Schutzgebiete verbessert und sich verschiedene Arten sogar wieder angesiedelt haben, belegt den großen Verdienst der Angler vor Ort. Es ist vollkommen unverständlich, dass die Fischereiverbände ebenso wenig wie das landeseigene Fachreferat Fischerei bei der Erstellung der Arbeitshilfe eingebunden waren“, bemängelte Ernst-Ingolf Angermann abschließend. Auch Henning Otte, Sprecher des Gesprächskreises Jagd, Fischerei und Natur der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, schloss sich dem an und betonte, dass solche Maßnahmen nicht ohne die Einschätzung der betroffenen Menschen vor Ort durchzusetzen sind.

Die drei Abgeordneten erhielten wichtige Informationen zu den möglichen Einschränkungen und deren Folgen. Mit parlamentarischen Initiativen, einer tiefgründigen fachlichen Bewertung und besonders Folgenabschätzung sowie Einbindung der Betroffenen soll eine für alle Seiten vertretbare Unterschutzstellung erreicht werden.

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