Land startet Qualifizierung für Online-Banking in Schulen

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HANNOVER. Unterstützung aus der Praxis für die Praxis: Rund 20 Schulleitungen und Lehrkräfte allgemein bildender Schulen wurden als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für das Schulgirokonto qualifiziert. Sie sollen Schulen, die von manueller Zahlungsabwicklung auf ein automatisiertes Datenverarbeitungsverfahren bei der Kontoführung umstellen möchten, bei der Einführung der Software unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Kultusstaatssekretärin Erika Huxhold begrüßte die angehenden Spezialistinnen und Spezialisten für das schulische Online-Banking am (heutigen) Montag im Niedersächsischen Kultusministerium im Rahmen einer Auftaktveranstaltung. Sie sei „außerordentlich dankbar, dass Sie sich bereiterklärt haben, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Ihrer Region mithelfen zu wollen, das dv-gestützte Online-Banking-Verfahren zur Führung der Schulgirokonten in den Schulen einzurichten“, sagte Huxhold in ihrer Begrüßung. „Ein Teil Ihrer Aufgabe vor Ort wird es sein, durch Fortbildungsangebote den Schulen die Leichtigkeit des dv-gestützten Schulgirokontos bekannt zu machen.“ Gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde sollen sie den Schulen in Fortbildungsveranstaltungen sowohl „die vielfältigen technischen Möglichkeiten, als auch den notwendigen rechtlichen Rahmen vermitteln“, so Huxhold.

Mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erweitert das Niedersächsische Kultusministerium sein Unterstützungsangebot für die Schulen beim Führen des Schulgirokontos um einen neuen Baustein: Aufgrund des durch die Einführung der Eigenverantwortlichen Schule gestiegenen Verwaltungsaufwandes in den Schulen leistet das Land seit diesem Jahr eine Zahlung von 8 Millionen Euro jährlich an die Schulträger für die Verwaltungsunterstützung. Außerdem können die Schulen nach wie vor auf die Dienstleistungen der Niedersächsischen Landesschulbehörde zurückgreifen.

Mit dem Online-Banking wird eine für die Schulen passgenau entwickelte Musterdatenbank unterstützt, in der Zahlungsvorgänge leicht abgewickelt und in die Buchführung der Schule überführt werden können. Diese Datenbank haben Schulen aus Niedersachsen gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kultusministerium, der Niedersächsischen Landesschulbehörde und dem Sparkassenverband Niedersachsen entwickelt. Ziel war, das Angebot passgenau auf die Bedürfnisse der Schulen auszurichten. Dass dies gelungen und die Software in hohem Maße praxistauglich ist, zeigte die bis Juli 2016 andauernde Pilotphase. Inzwischen verwenden bereits rund 100 Schulen diese Musterdatenbank. „Durch den engen Kontakt mit den Schulen haben wir gemeinsam eine professionelle Lösung gefunden, um die Schulleitungen bei der Bewältigung der administrativen Aufgaben im Zusammenhang mit der Kontoführung zu unterstützen. Von der Idee bis zur Umsetzung haben wir den Prozess begleitet und standen den Schulen jederzeit als Ratgeber zur Seite“, erklärt Andreas Zurbel vom Sparkassenverband Niedersachsen, der die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der heutigen Veranstaltung über das Online-Banking informierte.

Mit der Einführung der Eigenverantwortlichen Schule im Jahre 2006 waren unter anderem die eigenständige Bewirtschaftung des Schulbudgets und die Einführung des Schulgirokontos verknüpft. Schulen müssen die Einnahmen und Ausgaben zum Beispiel für Klassenfahrten oder die Lernmittelausleihe selbst abwickeln. Das Führen des Schulgirokontos wird seitdem kontrovers diskutiert. Zuletzt hatte eine vom Niedersächsischen Kultusministerium beauftragte Online-Befragung von Lehrkräften und Schulleitungen gezeigt, dass das Schulgirokonto als Belastungsfaktor empfunden wird. „Die Entscheidung, die verbindlich geplante Nutzung des Schulgirokontos auszusetzen und durch ein freiwilliges Angebot an die Schulen zu ersetzen, war deshalb nur folgerichtig. Dies gilt im Übrigen für alle Schulen und nicht nur für die kleinen Schulen“, betonte Huxhold. Gleichwohl sei sie unverändert davon überzeugt, dass die dv-gestützte Führung des Schulgirokontos der richtige Weg sei. „Die Nutzung von Datenbank und Software bietet letztendlich viele Vorteile – für die Verwaltung der Schule, für die Landesschulbehörde und natürlich zuallererst für die Schulleitung.“

Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren stimmen derzeit mit den Kompetenzzentren der regionalen Lehrkräftefortbildung die letzten organisatorischen Details für die neuen Qualifikationsformate ab. Spätestens Anfang Mai finden interessierte Lehrkräfte diese in der Veranstaltungsdatenbank (VeDaB) und können sich direkt dafür anmelden.

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