TuS Celle 92 wahrt die Aufstiegschancen

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CELLE. Durch einen knappen 6:4 Sieg gegen den einzigen Konkurrenten um den Aufstieg in die 2. Liga hat die Celler Top-Mannschaft den Punkterückstand gegen Hamm aufgeholt und sich wieder an die Tabellenspitze gesetzt, die man bis zum Saisonende auch nicht mehr verlassen will. Bei aller verständlicher Begeisterung über den Sieg mahnte der Trainer Frank Schönemeier vor übertriebenem Optimismus: „Schon am nächsten Sonntag haben wir mit Hertha BSC Beriin eine weitere Spitzenmannschaft in Celle zu Gast. Auch da benötigen wir wieder eine ähnlich starke Leistung wie heute.“

Die Celler Mannschaft hatte in der Woche intensiv Doppel trainiert, um möglichst schon nach den beiden Doppeln eine Vorentscheidung zu schaffen, obwohl die Gäste aus Hamm die erfolgreichsten Doppel aller Mannschaften aufgeboten hatten.

Das Spitzenspiel begann vor über 250 Zuschauern in der ausverkauften Halle der Altstädter Schule mit den Doppelpaarungen Hippler/Hohmeier und Engemann/Nad Nemedi, die in den Doppeln in 8 Spielen noch ungeschlagen waren. Am anderen Tisch spielten gleichzeitig Floritz/Meissner in ihrem vierten gemeinsamen Spiel. Obwohl die Paarung Floritz/Dohrmann in der Rückserie noch ungeschlagen war gab der Trainer der rechts/links Kombination mit Floritz/Meissner den Vorzug. Die Gegner Bialek/Zeptner hatten in 13 Spielen nur 2 Doppel verloren, wovon eine Niederlage gegen das Celler Europameisterdoppel war. Zuerst schien die taktische Maßnahme des Trainers auch aufzugehen, denn beide Doppel gewannen den ersten Satz sicher. Leider ging es nicht so weiter, denn die zweiten Sätze wurden knapp verloren. Als anschießend beide Doppel mit 2:1 in Führung gingen rechneten die zahlreichen Zuschauer schon mit einer vorentscheidenden 2:0 Führung nach den Doppeln. Aber es sollte nicht sein, denn der TTC GW Bad Hamm konnte wieder nahezu im Gleichschritt auf 2:2 verkürzen. Die 5. Sätze gingen dann jeweils zu 7 aus, so dass es nach den Doppeln nur 1:1 stand. Während Hipper/Hohmeier den Gästen die erste DoppeIniederlage beibrachten kamen Floritz /Meissner beide mit den hoch geworfenen Aufschlägen von Henning Zeptner nicht zurecht und retournierten diese Bälle viel zu hoch. Es war keine Verbesserung gegenüber der knappen Niederlage in Hamm erreicht.

Auch die beiden Spiele im oberen Paarkreuz liefen erwartungsgemäß so ähnlich wie in Hamm. Phiipp Floritz benötigte vier Sätze um den zweitbesten deutschen Jugendspieler Gerrit Engemann zu besiegen und Hippler gewann im 5. Satz gegen den Spitzenspieler Artur Bialek. Daher ging es wieder mit einer Celler 3:1 Führung in die Pause.

Ohne positive Ergebnisse des unteren Paarkreuzes wäre der Aufstiegstraum geplatzt. In Hamm wurde die Pausenführung durch ein siegloses unteres Paarkreuz wieder verspielt.
Hohmeier und der in Hamm noch verletzte Cedric Meissner mussten es dieses Mal deutlich besser machen. Hohmeier verlor den ersten Satz gegen den bis zu diesem Spiel noch ungeschlagenen Henning Zeptner knapp, kam danach aber immer besser mit den Aufschlägen zurecht und fügte Zeptner die erste Niederlage der Rückrunde bei. Der Trainer war dann auch voller Lob nach dem Sieg von Hohmeier: „Nils hat nach dem ersten Satz wirklich gut und sehr konzentriert gespielt.“ Am anderen Tisch fand dagegen das entscheidende Spiel statt. Nach der 4:1 Führung bestand für Cedric Meissner die realistische Chance durch einen eigenen Sieg die Weichen für einen 6:1 Kantersieg zu stellen. Cedric gewann dann auch den ersten Satz sicher, verkrampfte dann aber etwas und geriet 1:2 in Rückstand Nach Satzausgleich hat er im 5. Satz beim Stande von 9:9 und eigenem Aufschlag die große Chance das Spiel zu gewinnen. Leider entschied er sich für die falschen Aufschläge und brachte seinen Gegner Valentin Ned Nemedi in gute Angriffsposiitionen und verlor dadurch das Spiel. Trotzdem war der Trainer mit der Leistung von Cedric hoch zufrieden: „Cedric ist erst seit 6 Wochen wieder im Training und hat gegen den erfolgreichsten Spieler des unteren Paarkreuzes eine hervorragende Leistung gezeigt. Cedric wird in den letzten drei Spielen sicher noch eine wichtige Stütze der Mannschaft sein.“

Im oberen Paarkreuz gewann im Duell der beiden besten deutschen Jugendspieler wieder Gerit Engemann gegen Tobias Hippler. Allerdings hat sich Tobias Hippler selbst um seine Siegeschancen im 4. Satz, der zu 9 verloren wurde, gebracht, da er eine gelb/rote Karte verursachte und dadurch seinem Gegner einen Punkt in diesem knappen Satz schenkte. Floritz besiegte seinen Gegner Bialek in vier knappen Sätzen und ein Unentschieden war gesichert. Da ein Unentschieden für die Celler Mannschaft für die Meisterschaft nicht gereicht hätte kam es wieder auf das untere Paarkreuz an.

Hohmeier war gegen Nad Nemedi sehr nervös und verlor deutlich in vier Sätzen. Seine sebstkritische Stellungnahme zu diesem Spiel: „ Gegen Nad Nemedi habe ich viele Chancen liegen lassen. Ich bin froh, dass wir durch unsere geschlossene Mannschaftsleistung trotzdem gewonnen haben.“

Jetzt lag die gesamte Last der Verantwortung auf dem erst 16jährigen Cedric Meissner, der in der 3. Bundesliga erst ein Spiel gewonnen hatte. Bei einer Niederlage gegen den sehr starken Henning Zeptner wäre die Meisterschaft für die Celler nicht mehr erreichbar gewesen. Cedric zeigte sein riesiges Talent und retournierte die Aufschläge immer besser und kämpfte weiter als Zeptner beim Stande von 10:7 drei Matchbälle abwehrte. Mit einer Ausnahme ging er dann in der Verlängerung stets in Führung und sicherte dann mit dem 8. Matchball den Celler Sieg im 3. Satz. Daraufhin Yannick Dohrmann begeistert: „Das war einfach ein geiles Spie! Die Zuschauer haben eine unfassbare Atmosphäre erzeugt.“
Der Celler Coach und ehemalige Spitzenspieler Björn Ungruhe etwas nachdenklich: „ Sicher war es ein großartiger Sieg. Hamm hat zwar das schwerere Restprogramm, wir sind aber trotzdem noch nicht am Ziel. Aber mit der heutigen Leistung haben wir alle Chancen.“

Dieter Lorenz
Foto: Philip Loeper

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