Blockade an Rüstungsfabrik von Rheinmetall in Unterlüß angekündigt – Friedenspreisträger wollen Zeichen gegen Rüstungsexporte setzen

UNTERLÜß. Am Montag, den 15. Mai, werden Aktivist_innen die Zufahrtswege der Rüstungsfabrik der Firma Rheinmetall in Unterlüß (Landkreis Celle) blockieren, um gegen Waffenproduktion und -export zu protestieren. Rheinmetall ist der größte Rüstungskonzern Deutschlands. Initiiert wird die Aktion vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA). Wie heute bekannt wurde, ist JunepA der diesjährige Preisträger des Aachener Friedenspreises.

„Wir wollen nicht tatenlos dabei zusehen, wie vor unserer Haustür Waffen gebaut und in alle Welt geliefert werden”, so Fiona Rucke von JunepA. Ziel ist es, den Normalbetrieb konkret zu stören, um ein klares Zeichen gegen Rüstungsexporte und Militarismus zu setzen.

Rheinmetall exportiert unter anderem in menschenrechtsverletzende Staaten wie Türkei und Saudi-Arabien. Aufgrund von Exportkontrollen und -verboten von Lieferungen in die Türkei plant Rheinmetall die Gründung eines Tochterunternehmens vor Ort, um dort Panzer zu produzieren. Die Türkei führt derzeit Krieg gegen den kurdischen Teil der Bevölkerung.
Auch in Italien gibt es ein Rheinmetall-Tochterunternehmen, das Waffen für den Krieg von Saudi-Arabien im Jemen produziert, der von Menschenrechtsorganisationen scharf verurteilt wird. „Wir sollten endlich anfangen, nicht Fluchtauswirkungen, sondern -ursachen zu bekämpfen. Da können die deutsche Regierung und Rheinmetall sich an die eigene Nase fassen“, so Marcus Schäfer von JunepA.

Am morgigen Dienstag wird die Jahreshauptversammlung von Rheinmetall in Berlin stattfinden, die von Protesten begleitet wird. Rund um die Aktion in Unterlüß wird es vom 13.- 15. Mai ein Camp geben, auf dem Raum für inhaltliche Workshops und Aktionsvorbereitung ist. Außerdem wird sich die Hamburger Initiative gegen Rüstungsexporte durch einen Gottesdienst und einen Spaziergang am Sonntag an den Protesten beteiligen.

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