“Entrüstet euch”: Rheinmetalls Rüstungsfabriken in Unterlüß blockiert

UNTERLÜß. Seit heute Morgen um 8 Uhr blockieren rund 40 Aktivist_innen zwei Fabriken des Rüstungsunternehmens Rheinmetall in Unterlüß bei Celle. Alle wichtigen Zufahrten der Fabriken sind durch Sitzblockaden versperrt, so dass Autos und LKWs dort nicht mehr auf das Werksgelände gelangen können. Dadurch ist der Betriebsablauf erheblich gestört. Die Aktivist_innen wollen mit ihrer Aktion ein deutliches Zeichen gegen Waffenproduktion und Rüstungsexporte setzen. Die Blockade soll weiterhin aufrecht erhalten werden.

In Unterlüß befindet sich der wichtigste Standort von Rheinmetall Defence, dem größten Rüstungsunternehmen mit Sitz in Deutschland. Rheinmetall ist in den letzten Wochen vor allem durch den angekündigten Export einer Panzerfabrik und der entsprechenden Technologie in die autoritäre Türkei in die öffentliche Kritik geraten. Fiona Rucke von JunepA sagt: „Für unsere Aktion gegen Krieg und Militarismus haben wir den Ansatzpunkt Rheinmetall gewählt, weil das Unternehmen mit dafür verantwortlich ist, dass gewaltvolle Konflikte in aller Welt aufrecht erhalten werden und Fluchtursachen entstehen.“ Ziel der Aktion Zivilen Ungehorsams ist es, eine gesellschaftliche Debatte über Konversion der Rüstungsunternehmen und Abrüstung anzuregen. Die Aktivist_innen wenden sich dabei auch entschieden gegen das Ziel der aktuellen Bundesregierung, aufgrund von NATO-Verpflichtungen die deutschen Kriegsausgaben um die Hälfte und damit etwa 20 Mrd. Euro zu steigern anstatt sie zu senken. Marcus Schäfer ergänzt: „Es gilt nach wie vor, dass mehr Waffen und Militär das Risiko von Konflikten stets erhöhen statt senken. Wir als junge Menschen können daher nicht tatenlos zusehen, wenn vor unserer Haustür ohne Aufschrei Panzer sowie Munition und damit reine Tötungsmaschinen hergestellt werden.“ Statt militärischer Aufrüstung sollten den Protestierenden zufolge die Mittel für zivile Konfliktbearbeitung enorm aufgestockt werden.

Die Aktion wurde von Aktivist_innen des Jugendnetzwerks für politische Aktionen (JunepA) initiiert. Am gestrigen Sonntag fand bereits ein friedenspolitischer Spaziergang der “Hamburger Initiative” in Unterlüß statt. Auch der Gottesdienst in der Unterlüßer Friedenskirche war dem Thema “Es ist Krieg. Entrüstet euch!” und der lokalen Rüstungsproduktion gewidmet.

Wie letzte Woche bekannt wurde, ist JunepA die diesjährige Preisträgerin des Aachener Friedenspreises. Das Netzwerk hat angekündigt, auch weiterhin Aktionen gegen Militarismus zu organisieren.

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