Internationaler Museumstag am 21. Mai 2017 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen

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BERGEN-BELSEN. Politische Häftlinge stellten mindestens die Hälfte der Gefangenen im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Unter ihnen befanden sich deutsche Kommunisten, Sozialdemokraten und bürgerliche NS-Gegner, darunter viele, die während der Weimarer Republik politische Verantwortung getragen hatten. In keinem anderen Konzentrationslager starben mehr frühere Reichstagsabgeordnete als in Bergen-Belsen.

Uniformjacke des Häftlings Jacobus Sanger. Der niederländische Widerstandskämpfer wurde im April 1945 in Bergen-Belsen von den Briten befreit

Die meisten politischen Häftlinge kamen aus den von Deutschland besetzten Ländern in Europa – vor allem aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich und Belgien Sie alle trugen auf ihrer Häftlingskleidung als Abzeichen den roten Winkel der politischen Gefangenen.
Viele politische Häftlinge starben in Bergen-Belsen. Die Überlebenden setzten sich nach dem Krieg für ein friedliches, freies und solidarisches Europa ohne Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Doch ihr Vermächtnis droht in Vergessenheit zu geraten.

Studierende der Leibniz Universität Hannover haben diesem Thema zusammen mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen eine Sonderausstellung „Roter Winkel. Politische Häftlinge im KZ Bergen-Belsen“ gewidmet, die noch bis zum 20. August in der Gedenkstätte präsentiert wird. Anhand zahlreicher Dokumente und Fotos sowie exemplarischer Biographien vermittelt die Ausstellung einen umfassenden Eindruck von der Bandbreite der Häftlingsgruppe der politischen Gefangenen und ihrer Existenzbedingungen in Bergen-Belsen. Einen breiten Raum nimmt in der Ausstellung zudem die Frage ein, wie die Gesellschaft in den Herkunftsländern den Überlebenden nach 1945 begegnete.

Anlässlich des Internationalen Museumstages wird Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner, der die Ausstellung kuratierte, Interessierte durch die Ausstellung führen und ihnen zudem im Gedenkstättengelände Hinweise auf die vielen Menschen geben, die aus politischen Gründen in das KZ Bergen-Belsen verschleppt wurden.
Treffpunkt für den Rundgang am Sonntag, dem 21. Mai 2017 ist die Besucherinformation im Dokumentationszentrum. Beginn ist um 14.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

PR
Foto: Jens-Christian Wagner

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