Niedersachsen investiert weiter in moderne Ausstattung der Polizei – Pistorius: „Wir sorgen dafür, dass unsere Polizei schnell und effektiv reagieren kann.“

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NIEDERSACHSEN. Niedersachsen setzt auch vor dem Hintergrund der Sicherheitslage weiter auf gezielte Investitionen, um die Reaktions- und Handlungsfähigkeit der Polizei fortlaufend zu verbessern. Was im vergangenen Jahr als unmittelbare Reaktion auf die Terroranschläge in Europa und Deutschland begann, wird mit der Weiterführung der Ausstattungsinitiative zur Stärkung der inneren Sicherheit konsequent und kontinuierlich fortgeführt. Bereits seit 2015 hat das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport den Haushalt für Investitionen in die Ausstattung der Polizei von 28 Millionen Euro jährlich auf über 33 Millionen Euro jährlich angehoben.

Innenminister Boris Pistorius hat heute,17. Juli 2017, auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD NI) eine positive Bilanz zur Ausstattungsinitiative für die niedersächsische Polizei gezogen. Dabei stellte der Minister u.a. ausgewählte Einsatzmittel und Ausstattungsgegenstände vor. Im Fokus standen dabei insbesondere weitere Verbesserungen des Eigenschutzes der Einsatzkräfte sowie eine optimierte Tatortarbeit.

Pistorius: „Wir sorgen mit jährlich über 33 Millionen Euro Investitionen dafür, dass alle Einsatz- und Ermittlungsbereiche so ausgestattet sind, dass die Beamtinnen und Beamten jederzeit schnell und hochprofessionell reagieren können. In diesem Zusammenhang möchte ich den Experten in allen Teilen der niedersächsischen Polizei ausdrücklich dafür danken, dass sie mögliches Verbesserungspotenzial schon früh erkennen, klar benennen und innerhalb kürzester Zeit umsetzen.“

Um auch auf terroristische Anschläge wirkungsvoll reagieren zu können, setzt das Niedersächsische Innenministerium seit zwei Jahren verstärkt auf die fachliche Beratung und Expertise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der polizeilichen Basis. In sogenannten Führungs- und Einsatzmittelworkshops (FEM-Workshops) fließen Erfahrungen und Vorschläge unmittelbar in das Ausstattungskonzept der Polizei ein. „Die Experten haben wir in unseren eigenen Reihen und natürlich setzen wir auf deren Expertise, das ist unbezahlbar. Das ist unser Weg. Das verkürzt nicht nur die teilweise sehr langwierigen Auswahlverfahren deutlich, sondern verhindert schon frühzeitig, dass womöglich Ausstattungsgegenstände angeschafft werden, die später einem Praxistest nicht standhalten. Mit dieser Form der Einbindung unserer Polizeibasis sind wir bundesweit Vorreiter“, so der Innenminister.

Der erste FEM-Workshop im Januar 2016 war sofort ausschlaggebend für die Beschaffung von rund 5.000 sogenannten ballistischen Plattenträgern der Schutzklasse 4 (Schutz vor Beschuss aus Langwaffen mit Hartkerngeschossen) mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,5 Millionen Euro. Inzwischen sind die über 1.000 Funkstreifenwagen (FUSTW) der Polizei Niedersachsen komplett mit der neuen Schutzausstattungen ausgerüstet.

Um die Schutzausstattung sinnvoll zu ergänzen, wird aktuell in der Polizeiinspektion Hannover-Ost die Praxistauglichkeit 40 sogenannter First-Response-Helme untersucht. Auch die Vorauswahl dieser ballistischen Schutzhelme ist das Ergebnis eines FEM-Workshops. „Wir hoffen, dass die Erprobungsphase der neuen Helme erfolgreich verläuft, um sofort im Anschluss diesen verbesserten Kopfschutz flächendeckend in Niedersachsen einzuführen. Es ist wichtig, dass unsere Einsatzkräfte mit einem Kopfschutz ausgestattet sind, der nicht nur gegen Schläge schützt, sondern auch dem Beschuss aus großkalibrigen Handfeuerwaffen standhält“, so Pistorius.

Auf Initiative der fortlaufenden FEM-Workshops sind außerdem ein neuer Schlagstock (Camlock Einsatzstock teleskopierbar – CEt), neue Handschuhe und eine signalgelbe Übergangsjacke zur Erprobung beschafft worden. Darüber hinaus wurde eine Ergänzung der Erste-Hilfe-Ausstattung für besondere Notfälle in Auftrag gegeben, die eine wirkungsvolle Erstversorgung von stark blutenden Wunden ermöglicht. Während die signalgelbe Übergangsjacke auf einen erhöhten Tragekomfort sowie verbesserter Sichtbarkeit und Wahrnehmung abstellt, dienen zukünftig in der Polizei Niedersachsen verfügbare Tourniquet-Abbindesysteme der sinnvollen Ergänzung der Erste-Hilfe-Ausrüstung vor allem in den Funkstreifenwagen. Polizeilichen Ersthelferinnen und Ersthelfern steht dann ein wirkungsvolles Hilfsmittel zur Verfügung, um stark blutende Wunden vorläufig bis zum Eintreffen eines Arztes zu versorgen.

Eine entscheidende Rolle für die Einsatzfähigkeit der Polizei spielt regelmäßig auch die Ausstattung mit modernen Einsatzmitteln für Ermittlungszwecke an Verkehrsunfall- und Tatorten. Für die Untersuchung und Analyse unterschiedlichster Spurenarten steht dem LKA Niedersachsen seit kurzem ein mobiles Labor zur Verfügung. Das in Kooperation zwischen der ZPD NI und dem LKA NI entstandene Spezialfahrzeug im Gesamtwert von rund 500.000 Euro ist mit modernster Mess- und Analysetechnik ausgestattet. Das bislang bundesweit einzigartige Fahrzeug ermöglicht es Fachleuten aus den unterschiedlichen Bereichen der Kriminaltechnik direkt vor Ort eine rasche und effektive Spurensicherung vorzunehmen.

Zur ebenfalls wichtigen Dokumentation und Auswertung von komplexen Verkehrsunfall- und Tatorten kann die Polizei Niedersachsen seit einigen Monaten auf ein sogenanntes 3D-Lasermessverfahren zurückgreifen. Neben maßstabsgerechten Skizzen (sogenannte Orthofotos) liefert der Scanner ein farbiges und dreidimensionales Modell der ermittlungsrelevanten Orte. Mit Unterstützung einer fortschrittlichen Software können so weitaus detailliertere Untersuchungen und Analysen vorgenommen werden als in bisher genutzten Verfahren. Zudem kann die Auswertung deutlich schneller erfolgen. Fachdienste in der Polizeidirektion Hannover (Verkehrsunfalldienst und Kriminaldauerdienst) sammeln im Rahmen erster Tests bereits Erfahrungen mit der neuen Technologie.

Im Zuge des Termins würdigte der Innenminister auch das besondere soziale Engagement einer Mitarbeiterin der 6. Bereitschaftspolizeihundertschaft (ZPD) in Oldenburg. Polizeikommissarin Katharina Türke (30) möchte zusammen mit insgesamt vier Mitstreitern aus verschiedenen europäischen Ländern im August mit dem Fahrrad den Jakobsweg in Spanien bewältigen und dabei eine Strecke von mehr als 1.000 km zurücklegen. Ziel der Aktion ist es, möglichst viel Geld für die Stiftung „Walkabout Fondation“ zu sammeln, die Rollstühle für Menschen in Entwicklungsländern produziert und bereitstellt. „Ich freue mich sehr über dieses außergewöhnliche Engagement und finde es großartig, dass sich eine Beamtin der niedersächsischen Polizei, wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, auch außerhalb ihres Dienstes derart engagiert und hilfsbereit zeigt“, so Pistorius zum Abschluss der Termins in der ZPD.

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