Worte als Brückenbauer zwischen Menschen

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HERMANNSBURG. „Befreit durch Gottes Wort“ – für viele Menschen hat dieses Motto eine besondere Bedeutung. Michael Thiel, Direktor des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), spürt in einem Vortrag am Sonntag, 10. September um 11:30 Uhr im Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus der identitätsstiftenden Kraft von Übersetzungen der Bibel in die Muttersprachen dieser Welt nach.

„Wer sich eine Meinung bilden will, muss die einschlägigen Quellen dazu kennen und benutzen können“, ist Pastor Michael Thiel überzeugt. So sei die Bibel in Fragen christlicher Lebensführung eine wichtige Quelle. Aber, sie in der eigenen Sprache, sogar in unterschiedlichen Versionen zur Verfügung zu haben, sei ein Privileg, dass den meisten Menschen in Deutschland nicht mehr bewusst sei.

Vor dem Hintergrund des Reformationsjubiläums und der sprachbildenden Wirkung der Bibelübersetzung durch Martin Luther, schlägt Thiel einen Bogen in die heutige Zeit. „Solche Erfahrungen werden auch noch in unserer Zeit gemacht“, so Thiel. Heutige Übersetzungen dienten oft dem Erhalt sonst nur mündlich überlieferter indigener Sprachen. Und dies habe Folgen. Denn die Bibel in der Muttersprache befreie immer wieder Menschen zu einer eigenen Identität.
„Der persönliche Glaube hat immer auch eine persönliche Sprache“, weiß Thiel und wird in seinem Vortrag auf die prägende Kraft von Sprache im Spiegel biblischer Übersetzungen eingehen.
Worte seien die Brückenbauer zwischen Menschen, von innen nach außen und von außen nach innen, meint Thiel. „Sie malen Bilder meiner Seele. Sie befreien oder sperren ein. Für beides ist die Bibel benutzt worden. Aber“, so Thiel, „wenn Gottes Geist sich in den Worten der Bibel findet, dann gilt 2 Korinther 3,17: Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“

Mit dem Vortrag endet gleichzeitig an diesem Tag auch die unter dem Jahresthema „Befreit! Durch das Wort“ stehende Ausstellung mit Bildern des indischen Theologen und Künstlers Dr. Solomon Raj.

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