Film und Gespräch: „Wir sind Juden aus Breslau Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933“

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CELLE.  Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

   

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Karin Kaper und Dirk Szuszkies stehen 14 Zeitzeug_innen, unter ihnen die Bergen-Belsen-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch und Renate Lasker-Harpprecht. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Karin Kaper wurde am 12. August 2017 für den Film mit dem Kulturpreis Schlesien ausgezeichnet.
Nach dem Film besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit der Regisseurin Karin Kaper. Moderation: Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Dienstag, 12. September 2017, 20 Uhr

Kammer-Lichtspiele, Neue Straße 14, Celle

Eintritt 8,00 €, Schüler 6,50 €

Veranstaltung mit der Regisseurin Karin Kaper
Kooperation der Gedenkstätte Bergen-Belsen mit den Kammer-Lichtspielen

Vorverkauf ab 31. Julionline (//www.kammerlichtspiele-celle.de/) und an der Kasse Die Gedenkstätte Bergen-Belsen begleitet die Veranstaltung mit einem Büchertisch. Weitere Informationen zum Film und seinen Protagonist_innen finden Sie hier://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/news/news-detailseite/news/detail/News/wir-sind-juden-aus-breslau-ueberlebende-jugendliche-und-ihre-schicksale-nach-1933/

Zur Reihe „Film und Gespräch“

Die Reihe startete 2002 als Veranstaltungsformat der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Seit einigen Jahren finden die Veranstaltungen des Öfteren auch an anderen Orten und in Kooperation statt, etwa mit einem Kino, einer Volkshochschule oder einem am Thema interessierten Verein (zuletzt mit der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Hannover).

Gezeigt werden Dokumentarfilme und (seltener) Spielfilme aus dem Themenspektrum
NS-Zeit / Vorgeschichte / Nachwirkungen, darunter

  • Die Akte B. – Alois Brunner, die Geschichte eines Massenmörders (Esther Schapira und Georg M. Hafner),
  • Das Heimweh des Walerjan Wróbel (Rolf Schübel),
  • Sidonie (leider ohne die schon verstorbene Regisseurin Karin Brandauer),
  • Konspirantinnen (Paul Meyer),
  • Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday (Rolf Schübel),
  • Fotoamator / Der Fotograf (Dariusz Jabloński); Gesprächsgast war die in Lodz geborene Zeitzeugin Isabelle Choko,
  • Mir zeynen do – Der Ghettoaufstand und die jüdischen PartisanInnen von Białystok (Ingrid Strobl),
  • Die Spur des Vaters (Christoph Boekel),
  • Menschliches Versagen (Michael Verhoeven),
  • Warschauer Leben (Alfred Jungraithmayr); Gesprächsgäste waren außerdem die Zeitzeugen Wanda Broszkowska-Piklikiewicz und Henryk Piklikiewicz,
  • Das Weiterleben der Ruth Klüger (Renata Schmidtkunz); Gesprächsgast war
    Ruth Klüger selbst,
  • Der Pianist (Roman Polanski); Gesprächsgast war der Zeitzeuge Marian Turski,
  • Der Dachdecker von Birkenau (Johannes Kuhn),
  • Let’s go! (Michael Verhoeven); Gesprächsgast war auch Laura Waco, die Autorin des Buches „Von zuhause wird nichts erzählt!“, auf dem der Film basiert,
  • Ein Lied für Argyris (Stefan Haupt); der ebenfalls als Gesprächsgast eingeladene Zeitzeuge Arygris Sfountouris musste krankheitsbedingt leider absagen,
  • Der unbekannte Soldat – Was hast Du im Krieg gemacht, Vater? (Michael Verhoeven); Gesprächsgast war die Co-Regisseurin Luise Lindermair

Nach dem Film besteht jeweils die Gelegenheit zum Gespräch: meist mit dem Regisseur / der Regisseurin, manchmal auch mit anderen Gästen. Das Publikum schätzt gerade diese Gesprächsmöglichkeit sehr, auch wenn der Film selbst schon bekannt war.

Die Terminsetzung orientiert sich in Einzelfällen an Gedenktagen (etwa dem 22. Juni 2016 als dem 75. Jahrestrag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion); ansonsten finden die Veranstaltungen in unregelmäßigen Abständen statt, in der Regel zweimal pro Jahr, und richten sich nach dem Kalender der Filmemacher bzw. anderer Gäste.

Erreicht wird ein breites Publikum. Die Informationen bzw. Einladungen gehen in den Presse- und Veranstaltungsverteiler der Gedenkstätte Bergen-Belsen, außerdem in die Verteiler der Kooperationspartner, jeweils auch in digitaler Version.

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