Feleknas-Uca-Stiftung hilft bei Behördengängen und mehr

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NEUSTADT. Was ihre Schwester, Feleknas Uca, einst ins Leben gerufen hat, führt seit geraumer Zeit ihre Schwester, Behiye Uca, weiter: Die Feleknas-Uca-Stiftung, die sich für die Förderung der Rechte von Frauen und Kindern stark macht. Feleknas Uca selbst hat für diese Rechte zehn Jahre lang im Europaparlament gekämpft und sich dann vorgenommen, diese Arbeit mit einer eigenen Stiftung fortzusetzen.

Die Stiftung hat inzwischen in den Räumen eines ehemaligen Kiosks in der Neustadt 74 eine Heimat gefunden, geleitet wird die Stiftung mittlerweile von Feleknas Schwester Behiye, denn die ehemalige Europaabgeordnete befindet sich derzeit in der Türkei, wo sie nach wie vor auf ihre Verhandlung wartet. Feleknas Uca lebt seit einigen Jahren in der Türkei und ist dort Abgeordnete der HDP. Jedoch wartet sie dort auf den Prozess wegen der „Propaganda für eine Terrororganisation“, ihr Pass wurde ihr abgenommen, so dass sie das Land nicht verlassen kann. Im schlimmsten Fall können ihr bis zu 15 Jahren Haft drohen.

Dass die Stiftung ihre Arbeit jedoch auch in dieser Zeit weiter betreiben soll, war sowohl Feleknas, wie auch ihrer Schwester Behiye klar. Und ein Blick in den kleinen ehemaligen Kiosk macht auch deutlich: Die Hilfe, die die Stiftung anbietet, ist dringend nötig und wird rege angenommen. Der kleine Raum ist gut gefüllt. Behiye Uca versucht hier in ihrer Freizeit Frauen und Kindern aller Nationalitäten bei alltäglichen Dingen zu helfen. Und seit 2014 hat sich das Aufgabenfeld noch erweitert. Die Stiftung steht seitdem auch Flüchtlingen helfend zur Seite. Egal ob ein Arztbesuch ansteht, Ämter oder Behörden Angaben von den Hilfesuchenden benötigen oder einfach Briefe übersetzt werden müssen, Behiye Uca steht helfend zur Seite, füllt Formulare aus oder erledigt Telefonate.

Zu Gute kommt ihr bei ihrer Arbeit sicher auch, dass sie selbst als Ratsmitglied der Linken tätig ist, viel Ansprechpartner kennt und für fast jedes Problem die passende Telefonnummer in ihrem Smartphone gespeichert hat. Das hat sich rumgesprochen, meint sie und kann sich auf der einen Seite über regen Zulauf freuen, investiert allerdings auch eine Menge Freizeit und viel Kraft in die Hilfe für hilfesuchende Mitbürger oder solche, die es offiziell werden wollen. Hilfe bekommt sie gelegentlich nur von ihrem Bruder Rezan Uca. Weitere Ehrenamtliche sind aber ihr größter Wunsch, denn: Die Stiftung bekommt nach Ucas Aussage keine Fördermittel. Der Grund sei so simple wie ärgerlich: Es gebe genug vergleichbare Einrichtungen.

Finanziert wird die Arbeit hauptsächlich durch Spenden (Spendenkonto: DE36 2575 0001 0091 5702 83) und durch viel Eigenleistung, besonders von Behiye Uca, die manchmal nicht einmal weiß, wie sie die Miete für die Räumlichkeiten zahlen soll.

Und trotz all der Widrigkeiten und Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat, macht sie mit ihrer Arbeit weiter, um den einzigen Lohn zu bekommen, der nichts kostet: Die Dankbarkeit derer, denen die Stiftung helfen konnte.

Redaktion
Celler Presse

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