Presseerklärung des Schulelternrates der IGS Celle

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CELLE. Der Schulelternrat der IGS (SER) gibt zur letzten Schulausschusssitzung (8.11.) des Kreistages folgendes Statement ab:

„Warum ist eine Oberstufe wichtig?

Die Vielfalt der Menschen, ihre unterschiedliche soziale und kulturelle Herkunft ebenso wie die Vielfalt von Lernvoraussetzungen, Fähigkeiten und
Interessen ist eine gesellschaftliche Herausforderung.” (Landesarbeitsgemeinschaft IGS-Eltern in Niedersachsen)

Eine IGS kann normalerweise die schulische Heimat für alle Kinder sein, also vom Kind mit Förderbedarf bis hin zu ganz schlauen Kindern, die auch
ein Gymnasium besuchen. Die Mischung soll die Gesellschaft widerspiegeln und ist eine tragende Säule des Konzeptes einer IGS. Beim Fehlen einer gymnasialen Oberstufe werden wahrscheinlich die Kinder, die ein Gymnasium besuchen könnten, immer mehr der IGS fern bleiben. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine wesentlicher Teil des Konzeptes einer IGS wegbricht und sich die IGS in Celle nicht zu einer IGS entwickeln kann. Ich teile die Argumente von Herrn Wiswe, der sagt, man kann nicht eine Schule bevorzugen. Mit der Entscheidung für eine gymnasiale Oberstufe an der IGS würde aber nicht die IGS bevorzugt. Aber eine Entscheidung gegen die gymnasiale Oberstufe schwächt die IGS enorm. Das ist ungerecht den Schülern und Eltern gegenüber. Viele Gespräche, die wir in den letzten Tagen mit Menschen geführt haben, die nichts mit der IGS zu tun haben, haben ihr Unverständnis geäußert, dass eine gymnasiale Oberstufe überhaupt in Frage steht. Für die meisten Menschen
ist klar: eine IGS geht von Klasse 5-13.

Wir Eltern fühlen uns geprellt von den Politikern des Kreistages und dem Landrat Klaus Wiswe. Der Antrag auf gymnasiale Oberstufe an der IGS wird von den Eltern, den Schülern und von der Landesschulbehörde unterstützt. Wir stehen geschlossen hinter unserer Schule. Das niedersächsische Schulgesetz (NSchG) sagt eindeutig, dass ein Gymnasium (§11 NSchG) oder eine IGS (§12 NSchG) aus den Jahrgängen 5-13 besteht und in Ausnahmefällen auf die Jahrgänge 11-13 verzichtet werden kann. Dies gilt bei beiden Schulformen gleichermaßen. Niemand fragt sich, ob ein Gymnasium ohne Klassen 11-13 laufen sollte, warum also bei einer IGS? Schülerinnen und Schüler können an einer IGS die Abschlüsse Hauptschule, Realschule und Abitur machen, so sagt es das NSchG. Wenn sich Menschen nicht einmal mehr auf Gesetze verlassen
können, auf was dann? Die IGS ist eine “Schule im Aufbruch” also eine Schule mit einem besonderen Titel der aus Berlin verliehen wird (
//www.schule-im-aufbruch.de ) und nicht wie Herr Wiswe meinte, alle Schulen im LK sind im Aufbruch. Er scheint diesen Titel gar nicht zu kennen. Dieser “Aufbruch” wird nun von “Celler Hobbypolitikern” (O-Ton eines Abgeordneten) eher zum Abbruch. Wir Eltern waren von Anfang an für Gespräche bereit, dies wollte wohl die Kreisverwaltung erst gar nicht, obwohl wir bis dahin einen guten und konstruktiven Kontakt mit der Kreisverwaltung pflegten (Thema fehlende Mensakapazitäten, Schulbusverkehr am SZ Burgstraße). Selbst die Direktorin der IGS hatte nicht die Möglichkeit den Antrag im Kreistag vorzubringen, wie es eigentlich gängige Praxis dort ist. Dies ist für uns unverständlich.

Auch die Stellungnahme des Kreiselternrates (KER) können wir nicht nachvollziehen. Wir sind selbst mit 2 Elternvertretern im KER anwesend und
haben dort keinerlei Beschlüsse gefasst, die eine gymnasiale Oberstufe an der IGS ablehnen. Uns ist auch unklar, wie Dr. Bahr im Schulausschuss, mit einem gebundenen Mandat, der Beschlussvorlage der Kreisverwaltung folgen konnte. Er wurde dazu vom KER nicht legitimiert.

Die Raumfrage am SZ Burgstraße verstehen wir ebenfalls nicht. Dem SER wurde immer erzählt, es sind keine Räume vorhanden. Niemand kann uns aber erklären, warum das Gymnasium Ernestinum am SZ Burgstrasse über 80 Räume belegt, während die IGS nur 42 Räume hat und dies bei etwa gleicher
Schülerzahl.

Am meisten macht es uns betroffen, dass politische Machtspiele auf dem Rücken unserer Kinder ausgefochten werden. Wenn sich CDU und SPD in unserem Landkreis nicht grün sind, ist das nicht die Schuld der Schülerinnen und Schüler einer IGS.

Wir haben alle Kreistagsmitglieder für Freitagvormittag (10.11.) zu einem Infotag in die IGS eingeladen. Wir werden sehen, was dieser Tag uns bringt
und wie die Resonanz bei den Kommunalpolitikern ist.

Wir werden weiterhin für eine gymnasiale Oberstufe an unserer IGS kämpfen.

Carsten Rusitschka
Schulelternratsvorsitzender IGS Celle“

PR

 

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