Feierliche Vereidigung von 665 Unteroffizieren und Feldwebeln

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CELLE. 665 Anwärter des Feldwebel-/ Unteroffizieranwärterbataillon 2 wurden gestern feierlich im TuS-Stadion empfangen, um dort vereidigt zu werden. Die Tribünen waren voll besetzt mit Angehörigen und Freunden, die diesem Höhepunkt der beruflichen Laufbahn der Lehrgangsteilnehmer beiwohnen wollten.

Mit einer Ansprache fand sich Kommandeur Silvio Mahn an die Anwesenden. Er sagte: „Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr zahlreiches Kommen, denn Sie zeigen damit, dass die jungen Soldatinnen und Soldaten, die heute zu ihrer Vereidigung angetreten sind, einen Dienst leisten, der Ihre Anerkennung findet. Die Durchführung einer Vereidigung in der Öffentlichkeit ist ein sichtbarer Ausdruck der Integration unserer Streitkräfte in die Gesellschaft und natürlich auch der wachsenden Verbundenheit meines noch jungen Feldwebelanwärter und Unteroffizieranwärterbataillons mit unserer Region. Die heutige Vereidigung ist für unsere jungen Soldaten ein ganz besonderer Tag in ihrem Leben. Sie, liebe Lehrgangsteilnehmer stehen dabei mit ihrem Entschluss für den Dienst in der Bundeswehr im Mittelpunkt.

In wenigen Minuten werden sie feierlich, öffentlich und gemeinsam Ihren Eid ablegen und sich dazu bekennen, unserem Heimatland einen besonderen und ehrenvollen Dienst zu erweisen: Mit Ihrem Eid bekunden Sie Ihre Treue zur Bundesrepublik Deutschland. Sie zeigen damit, dass Sie zu diesem Land stehen und zu seiner Bevölkerung. Deutschland und damit auch die Bundeswehr ist in den letzten Jahren mehr und mehr mit einem überaus dynamischen und komplexen sicherheitspolitischen Umfeld konfrontiert, welches uns insbesondere im Süden und Osten des NATO Bündnisgebietes beinahe täglich in den Medien begegnet. Unser heutiges Leben in Freiheit und Wohlstand gilt es nicht einfach nur als gegeben anzusehen, sondern zu bewahren und wo nötig zu verteidigen. Dazu trägt die Bundeswehr und damit auch jeder Einzelne von Ihnen bei.

Liebe Soldatinnen und Soldaten!
Sie wissen, dass es ein besonderer Dienst ist, zu dem Sie sich freiwillig verpflichtet haben. Soldat zu sein heißt, unter anderem dahin zu gehen, wohin uns unsere Bundesregierung und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages entsenden. Viele von Ihnen werden wahrscheinlich zukünftig an Auslandseinsätzen teilnehmen und dabei über Monate hinweg unter teilweise herausfordernden Bedingungen Ihren Dienst an den sicherheitspolitischen Brennpunkten unserer Welt leisten. Soldat ist ein Beruf, der von Ihnen verlangt, teilweise sehr unterschiedliche Rollen zu übernehmen – Führer, Ausbilder, Kämpfer aber auch Vermittler oder Katastrophen- und Aufbauhelfer.

Dieser Beruf kann Sie in Situationen führen, die lebensbedrohlich sind oder in denen Sie Entscheidungen fällen müssen, von denen Ihr Leben und das Ihrer Kameraden abhängen können. Wie belastend das sein kann, haben einige von uns älteren Zeit- und Berufssoldaten bereits in Auslandsmissionen erfahren. All dies wird auch Ihre Eltern, Ihre Lebenspartner und Freunde direkt oder indirekt beeinflussen.

Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich allen Angehörigen, die Ihre Entscheidung, als Unteroffizier oder zukünftiger Feldwebel zu dienen, mittragen und unseren jungen Soldaten den so wichtigen persönlichen und familiären Rückhalt geben. Der Soldatenberuf bedeutet jedoch auch, dass Sie nicht nur Befehle ausführen, sondern kritisch mitdenken und für ihre Überzeugungen in Wort und Tat einstehen. Das gilt ganz besonders für uns als Vorgesetzte und zukünftige Vorgesetzte!

Einen jungen Offizier aus unseren Reihen möchte ich an dieser Stelle würdigen! Ich habe dem Oberleutnant Korb wegen vorbildlicher Pflichterfüllung eine förmliche Anerkennung erteilt. Oberleutnant Korb hat über einen Zeitraum von mehreren Monaten seinen Kompaniechef vertreten und die 3. Kompanie in Bückeburg geführt. Als junger Oberleutnant hat er diese herausfordernde Aufgabe hervorragend gemeistert.

Insgesamt 705 Lehrgangsteilnehmer haben am 03. Juli bzw. am 04. Oktober ihren Dienst in Celle und Bückeburg angetreten. 665 Lehrgangsteilnehmer stehen heute hier vor Ihnen. Seit Ihrem Dienstantritt hat sich Ihr Alltag spürbar verändert. So wie es die Sprecherin der Lehrgangsteilnehmer, Frau Unteroffizier Senkel, gerade eindrücklich und sehr gut geschildert hat. Wir verlangen von Ihnen eine hohe psychische und physische Leistungsfähigkeit, Motivation und den Willen zu lernen. Hitze und Regen, aber sicherlich auch eine abwechslungsreiche und interessante Ausbildung sowie eine starke Kameradschaft haben Ihren militärischen Alltag im Feldwebel- und Unteroffizierlehrgang bisher bestimmt. Mit der noch ausstehenden Lehrgangsprüfung für die 1. Kompanie bzw. dem nächsten Lehrgangsabschnitt im neuen Jahr werden Sie diesen ersten wichtigen Schritt Ihrer Laufbahn erfolgreich abschließen. Ihre bisherigen Leistungen haben uns überzeugt – machen Sie weiter so!

Auch wenn das gute Bestehen des Lehrganges zunächst für Sie Priorität hat, wagen Sie bereits jetzt den Blick über den Tellerrand. Sie sind die zukünftigen Ausbilder an den Schulen und in der Truppe. Sie sind die zukünftigen Teamführer und Gruppenführer in den Einsatzkontingenten. Wir legen jetzt gemeinsam den Grundstein, damit Sie zukünftig in allen Situationen weltweit bestehen können. Helfen Sie uns mit Ihrer motivierten und konstruktiven Mitarbeit.

Kameraden, Sie entscheiden sich für einen einzigartigen Beruf. Er ist außergewöhnlich in seinen Ansprüchen und Herausforderungen. Er ist aber auch einmalig hinsichtlich Freude und Erfüllung. Für Ihre Karriere als Unteroffizier und zukünftige Feldwebel wünsche ich Ihnen von Herzen viel Soldatenglück, positive und wertvolle Erfahrungen und vor allem Gesundheit! Leisten Sie ihren Dienst als zukünftiger Vorgesetzter professionell und bescheiden. Tragen Sie mit Würde und Stolz ihr Barrett oder die Bergmütze mit dem Edelweiß.“

Es folgten die feierliche Vereidigung sowie ein anschließender Empfang für die geladenen Gäste in der Immelmann-Kaserne.

Redaktion
Celler Presse

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