Gesundheitsregion Celle veranstaltet zweite Gesundheitskonferenz: Kulturelle Barrieren bei der Versorgung von Migranten stehen im Mittelpunkt

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Landkreis CELLE. Die große Zahl an Flüchtlingen, die 2015 nach Deutschland gekommen ist, ist noch immer eine große Herausforderung. Das gilt für viele Bereiche des Lebens, unter anderem die medizinische Versorgung. Die zweite Gesundheitskonferenz des Landkreises Celle, zu der auch ein Vertreter aus dem Niedersächsischen Sozialministerium erwartet wird, widmet sich auch deshalb dem Thema Gesundheit und Migration. Sie findet am Montag, 27. November, von 17 bis 20 Uhr im Kreistagssaal in Celle statt.

: Christina Torbrügge vom Landkreis Celle und Suzan Yilmaz, Koordinatorin des Celler MiMi-Projektes mit einem Plakat zur Gesundheitskonferenz.

Die Menschen aus Syrien, Afghanistan und vielen anderen Staaten treffen in Deutschland auf ein ihnen unbekanntes Gesundheitssystem. Gleichzeitig sind Geflüchtete und Migranten auch als Patienten im Medizinbetrieb fremd. So kommt es nicht nur zu sprachlichen Barrieren, sondern es gibt auch unterschiedliche kulturelle Gepflogenheiten und verschiedene Sichtweisen im Bezug auf den Umgang mit Gesundheit und Krankheit. „Es ist wichtig, auf diese Unterschiede einzugehen, denn so kann die medizinische Betreuung der Menschen im Akutfall, aber auf präventiv effektiver gestaltet werden”, sagt Christina Torbrügge, die als Koordinatorin der Gesundheitsregion die Gesundheitskonferenz für den Landkreis organisiert. Diese Unterschiede und wie die Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten, damit umgehen können, steht im Mittelpunkt der Konferenz. Dazu gibt es mehrere Referenten. Dr. Solmaz Golsabahi-Broclawski, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie aus Bielefeld wird in ihrem Vortrag auf die vielfältigen Aspekte einer kultursensiblen Patientenversorgung eingehen und das Publikum für die Bedeutung transkultureller Kompetenzen im Gesundheitswesen sensibilisieren. Sie stellt zudem Teile ihres Fortbildungsprogrammes vor. Wie man Migranten das deutsche Gesundheitssystem näherbringen und viele wichtige Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention kultursensibel vermitteln kann, zeigt seit vielen Jahren das MiMi-Projekt (mit Migranten-für Migranten). „Wir bilden Migrantinnen und Migranten aus, sodass sie als Mediatoren für andere Menschen aus ihrem Kulturkreis wirken können”, sagt Suzan Yilmaz, Koordinatorin des Celler MiMi-Projektes. Die interkulturelle GesundheitsmediatorInnen informieren ihre Landsleute muttersprachlich über wichtige Gesundheitsthemen. Auch Frau Yilmaz wird über Ihre Arbeit berichten. Ahmet Kimil ist stellvertretender Geschäftsführer des Ethnomedizinischen Zentrum in Hannover und wird zudem über die Erfolgsgeschichte des MiMi-Projektes über die Landesgrenzen hinaus berichten.

Der Landkreis Celle ist seit Anfang 2015 anerkannte Gesundheitsregion. Die sechs aktiven Arbeitsgruppen, die sich nach der Auftaktveranstaltung im November 2016 gebildet haben, arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung patientenorientierter Projekte, um die Gesundheitsversorgung der Menschen im Landkreis zu verbessern.
Die Veranstaltung ist für alle Interessierte offen. Anmeldungen und Rückfragen unter 05141/916 5031.

lkc
Foto: Landkreis Celle

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