UNABHÄNGIGE beantragen die Zusammenlegung der Archive von Stadt und Landkreis

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CELLE. Eine gemeinsame Trägerschaft für die Archive von Stadt und Landkreis fordern die UNABHÄNGIGEN im Celler Rat. Damit soll ein “Celler Archiv” entstehen. “Die Aufgaben der Archive von Stadt und Landkreis sind nach dem Nds. Archivgesetz in der Sache deckungsgleich”, lautet die Begründung in dem Antrag. “Das Anwachsen der Archivbestände, aber auch die sich aus der Digitalisierung von Archivgut ergebenden Möglichkeiten, machen bei der Erfüllung dieser gesetzlichen Pflichtausgabe  eine  enge Zusammenarbeit bis hin zur gemeinsamen Trägerschaft möglich. Damit  könnten der Landkreis und die Stadt räumlich und finanziell entlastet werden, ohne den Erhalt und die Erreichbarkeit von Archivgut in einem leistungs- und zukunftsfähigen Archiv zu gefährden.”

In einem weiteren Antrag wollen die UNABHÄGIGEN das Gedächtnis der Stadt  um Exponate entlasten, die nicht in städtischer Obhut sein müssen. So heißt es in Bestandsaufnahme und Antrag:

“Die Urkunden und Akten im Stadtarchiv sind das Gedächtnis der Stadt. Mit dieser Einrichtung  wird nicht nur der gesetzlichen Verpflichtung nachgekommen, das Archivgut zu sichern. Es wird vor allem auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und andere Interessierte die Stadtgeschichte von Celle erlebbar gemacht. Im Stadtarchiv werden 700 Urkunden, über 100 Stadtbücher und städtische Akten vom 15. bis zum 21. Jahrhundert verwahrt.  Neben diesen Beständen befinden sich im Archiv Fotografien, Filme, Tonträger, Plakate und verschiedenartige Druckerzeugnisse wie Theaterprogramme, Prospekte und Flugblätter und die Celler Tageszeitung. Zu den Beständen zählen darüber hinaus Nachlässe, Vereins- und Firmenarchive, mehrere tausend Karten, Pläne und Fotos aus Celle und Umgebung. In dem in den 80er Jahren in Westercelle errichtete Neubau haben weitere Bibliotheken ihre Heimstatt gefunden. Das ist

  • seit 1991 die Albrecht-Thaer-Bibliothek, mit den wichtigsten Werken der landwirtschaftlichen Fachliteratur aus dem Zeitraum von 1750 bis 1860;
  • seit 1998 die fünfhundert Bände umfassende Sammlung zu Goethes Leben und Werk aus dem Nachlass des Medizinalrates Dr. Max Langerhans;
  • die 7800 Bände umfassende Schulbibliothek des Ernestinums;
  • das Haesler-Archiv mit einer bedeutenden Sammlung zum Wirken von Otto Haesler.

Das Archiv ist – wie die Museumsdepots – brechend voll und  platzt aus allen Nähten. Mit Rücksicht auf die Finanzkrise der Stadt ist nicht nur die Schaffung von Erweiterungsflächen ausgeschlossen, sondern auch zu hinterfragen, ob alle vorgehaltenen Objekte in städtischer Obhut sein müssen. Das Nds. Archivgesetz zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, das Stadtarchiv räumlich und finanziell zu entlasten, ohne den Erhalt und die Erreichbarkeit von Archivgut zu gefährden.  U.a. besteht die Möglichkeit, Archivgut an das Landesarchiv oder andere Archive  zu übertragen, oder sich in den Sammlungsbereichen mit dem Kreisarchiv abzustimmen, bis hin zu der  Frage, ob das Nebeneinander von 2 kommunalen Archiven in einer Stadt im Zeitalter der Digitalisierung noch sinnvoll ist. Unter den gegebenen Umständen sollten die Aufgaben des Archivs in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen Leistungsträgern neu definiert werden. Dabei sollten folgende Grundregeln Anwendung finden, mit denen die Zukunft eines leistungsfähigen Archivs in Celle langfristig gesichert werden kann:
Die Sammlung des Archivs erstreckt sich grundsätzlich auf Archivgut mit Bezug zur Stadtgeschichte. Exponate, für die nach den Ausleihunterlagen ein  Interesse der Benutzer nicht belegbar ist, werden an das Landesarchiv in Hannover (§ 3 Absatz 6 Landesarchivgesetz)  abgegeben. Besonders bedeutsame Urkunden der Stadtgeschichte, z.B. die Stadtgründungs-urkunde von 1292 und das Inventar des Bürgermeisterschrankes aus dem Jahre 1570, verbleiben im Archiv. Exponate, die nicht für die Stadt, wohl aber für andere Kommunen von Interesse sind, werden an diese als Dauerleihgaben weitergegeben. Die Originale von digital gesichertem Archivgut werden in Celle nicht mehr vorgehalten, sondern an das Landesarchiv abgegeben. Die räumliche und personelle Betreuung der Bibliotheken, die im Stadtarchiv eine Heimstatt gefunden haben, wird insbesondere mit Hinblick auf die engere Celler Stadtgeschichte hinterfragt und ggf. eine Weitergabe an andere Archive, oder ein Verkauf erwogen. Allgemeines Archivgut, das im Kreisarchiv vorgehalten wird, wird nach  Absprache mit dem Landkreis aus den Beständen des Stadtarchivs ausgesondert und verkauft.”

PR

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Udo Hörstmann

Fraktionsvorsitzender

 

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