IHK-Saisonumfrage: Konjunkturlage trotz fehlendem Personal gut – Unterstützung von Politik gewünscht

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LÜNEBURG. Die Tourismus-Konjunktur läuft rund im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg. Das ist das Ergebnis der IHK-Saisonumfrage Tourismus, für die 140 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk die Geschäftslage in den Monaten Mai bis Oktober sowie ihre Erwartungen an das Winterhalbjahr bewerten haben. „Das private Konsumklima ist nach wie vor stabil, die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Auch international wächst das Tourismusaufkommen stetig, auch wenn sich die Reiseströme aufgrund politischer Ereignisse immer mal verlagern“, kommentiert Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Tourismusexperte der IHK die Ergebnisse.

Die Umfrage-Ergebnisse im Überblick: 64 Prozent der Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, 26 als befriedigend, lediglich knapp zehn Prozent als schlecht. Auch die Reisebüros und -veranstalter, die noch 2016 empfindliche Einbußen erlitten haben, sind wieder auf Kurs. Knapp 52 Prozent hatten eine gute und 44 Prozent eine zufriedenstellende Sommersaison. Nur knapp fünf Prozent bewerten die Saison als schlecht – vor einem Jahr war der Anteil viermal so hoch.

Auch die Geschäftserwartungen für das Winterhalbjahr fallen mehrheitlich positiv oder zufriedenstellend aus. In der Folge planen 87 Prozent der Gastgewerbe- und 60 Prozent der Reiseunternehmer Investitionen in den nächsten Monaten, vor allem in Modernisierungsmaßnahmen.

„Es wäre durchaus weiteres Wachstum möglich – allerdings erweist sich der Arbeitskräftemangel im Tourismus zunehmend als Wachstumsbremse“, sagt Martin Exner. Laut Umfrage suchen schon jetzt 45 Prozent der Gastgewerbebetriebe und 28 Prozent der Reiseunternehmer monatelang erfolglos nach passenden Mitarbeitern. Bleibt es dabei, wären die Betriebe gezwungen, ihr Angebot einzuschränken oder Aufträge abzulehnen.

Rund zwei Drittel der Befragten geben außerdem an, dass auf die vorhandene Belegschaft – wenn nicht zusätzliche Mitarbeiter für die Branche begeistert werden können – eine Arbeitsverdichtung zukommen könnte. „Hier droht ein Teufelskreis zu entstehen“, mahnt Exner. „Touristische Berufe dürfen nicht in den Ruf geraten, mit ständiger Überlastung verbunden zu sein – denn das macht die Gewinnung von Arbeitskräften nur noch schwieriger. Abgesehen davon dürfte auch die Qualität der touristischen Dienstleistung darunter leiden.“

Die befragten Unternehmen wünschen sich bessere Rahmenbedingungen, um sie bei der Fachkräftegewinnung zu unterstützen: Erleichterungen bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte, mehr berufliche Bildung durch Berufsorientierung an Schulen, eine Verbesserung der Qualifikationen der Schulabgänger und bessere Betreuungsangebote für Mitarbeiter mit Familie.

„Die Tourismusbranche kann aufgrund der aktuellen Bedingungen nicht mehr wachsen, obwohl das Potenzial vorhanden wäre“, fasst IHK-Tourismusexperte Exner die Situation zusammen. „Die Branche braucht mehr Unterstützung, auch von der Politik, beim Kampf gegen den wachsenden Arbeitskräftemangel.“ Ein Thema, zu dem ein Dialog mit Verbänden, Akteuren der Tourismuswirtschaft und mit der neuen Landesregierung dringend erforderlich sei.

Mehr Ergebnisse aus der Umfrage unter www.ihk-lueneburg.de/saisonumfrage.

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