Erstes Konzert der „ResidenzKlänge“ im Celler Schloss: Ausgewählte musikhistorische Schätze des 17. Jahrhunderts

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CELLE. Virtuose Violinmusik und Cembalowerke aus historischen Wolfenbütteler und Celler Manuskripten des Jahres 1662 werden in einem Konzert im Celler Schloss am 13. Dezember um 19.00 Uhr zu hören sein. Iris Maron (Violine) und Lajos Rovatkay (Cembalo) spielen Werke aus dem Wolfenbütteler Partiturbuch Ludwig sowie dem erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckten „Celler Clavierbuch“.

Neben Bildender Kunst und Architektur erfuhr auch die Musik eine besondere Förderung durch den Celler Hof. Das Musikleben an den Welfenhöfen soll deshalb im Mittelpunkt einer neuen Veranstaltungsreihe des Residenzmuseums unter dem Namen „ResidenzKlänge“ stehen. Dazu gehören neben Konzerten auch Lesungen zu musikhistorischen Themen sowie Schilderungen des Hoflebens oder Vorträge. „Damit soll eine Seite der frühneuzeitlichen Residenzgeschichte anschaulich werden, die wir allein mit musealer Präsentation nicht vermitteln können“, so Museumsleiterin Juliane Schmieglitz-Otten.

Den Anfang machen mit Iris Maron und Lajos Rovatkay zwei ausgewiesene Spezialisten für Alte Musik. Sie spielen ausgewählte Stücke aus einer Sammlung von Instrumentalstücken des 17. Jahrhunderts, die dem Wolfenbütteler Herzog August II., dem Begründer der berühmten und damals größten Bibliothek Europas, im Jahr 1662 von seinem Hofschreiber Jakob Ludwig gewidmet wurden. Aus demselben Jahr stammt das sogenannte „Celler Clavierbuch“, eine erst in den 1960er Jahren von dem Celler Organisten Jost-Harro Schmidt entdeckte Handschrift, die heute im Bomann-Museum aufbewahrt wird. Sie enthält Tänze, Lieder, Arien, Choräle und Variationswerke, notiert in neuerer deutscher Orgeltabulatur und bietet Einblick in ein Repertoire, wie es am Celler Hof zum Tanz, zur Unterhaltung, aber auch zu Andachten gespielt worden sein wird.

Die Zusammenstellung und Einrichtung der Stücke ist Lajos Rovatkay zu verdanken, der an diesem Abend nicht nur musizieren, sondern auch in die Werke einführen wird. Der aus Ungarn gebürtige und in Hannover lebende Musikforscher, Organist und Cembalist leitete das Studio für Alte Musik an der Musikhochschule Hannover und ist Begründer der Capella Agostino Steffani. Werke des hannoverschen Opernkapellmeisters hat Rovatkay in mehreren Konzerten zur Aufführung gebracht und auf CD eingespielt.

Aufgrund ihrer Begeisterung für die Lebendigkeit und Sprache der Alten Musik steht auch für die Violinistin Iris Maron die historische Aufführungspraxis im Vordergrund ihrer musikalischen Tätigkeit. Iris Maron ist Geigerin des Ispirato Quartetts, der Barockorchester la festa musicale und Hannoversche Hofkapelle und Konzertmeisterin des Ensemble Filum sowie des Ensemble Ispirato. 2017 war sie u.a. bereits am Schauspielhaus Hannover in dem prämierten Stück Atlas der abgelegenen Inseln – Hörstück für 4 Schauspieler und Musiker und bei den Händel Festspielen Göttingen zu erleben. Sie wirkt bei CD- und Hörfunkproduktionen mit.
Eine thematische Einführung zum Thema der Musik am barocken Celler Hof gibt Juliane Schmieglitz-Otten.

Karten zum Preis von 15,00 € sowie 10,00 € (ermäßigt für Schüler, Studenten, Mitlieder des Museumsvereins sowie Inhaber der NDR Kulturkarte) sind ab sofort an der Kasse des Bomann-Museums erhältlich und am 13.12. an der Abendkasse im Rittersaal des Celler Schlosses.

DATUM: 13. Dezember 2017, 19.00 Uhr
ORT: Celler Schloss, Rittersaal

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