Mehr miteinander reden und nicht so viel übereinander

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HAMBÜHREN. Im Mittelpunkt des Neujahrstreffens 2018 im Schützenhaus Hambühren stand der Gastvortrag des Vorsitzenden des Kreisschützenverbandes, Wilfried Ritzke, über das Schützenwesen in Deutschland. Zuvor übergab der Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Hambühren, Holger Saegert, einen Scheck für den Zuschuss zur Dachsanierung am Schützenhaus. Weiterhin stellte sich die neue Hambührener Pastorin Christina Bernschein mit einem Neujahrswort vor. Abgerundet wurde das Programm durch die Beiträge der Vorsitzenden von beiden gastgebenden Vereinen und ein Grußwort von Gemeindebürgermeister Thomas Herbst.

Auf Einladung des Schützenvereins und der Unteroffizier-Vereinigung Hambühren waren viele Vertreter der ortsansässigen Vereine, Parteien und Organisationen sowie zahlreiche Vereinsmitglieder am 12. Januar 2018 ins Schützenhaus am Bruchweg gekommen. Der 1. Vorsitzende des Schützenvereins, Jörg Lehne, führte durch das Programm, bedankte sich bei den vielen fleißigen Helfern der Veranstaltung und brachte eine Volksweisheit „Nimm dir Zeit“ zu Gehör. Rückblickend auf 2017 würdigte Lehne die Dachsanierung des Kleinkaliber-Standes mit Fotos von den ausführenden Vereinsmitgliedern. Er bedankte sich auch für die Zuschüsse der Gemeinde Hambühren, vom Landkreis Celle, dem Kreissportbund und der Sparkasse Celle. Der Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Hambühren, Holger Saegert, übergab hierzu einen symbolischen Scheck in Höhe von € 2.500,00 von der Sparkassen-Stiftung an den Vorsitzenden Jörg Lehne.

Die neue Hambührener Pastorin Christina Bernschein tritt, die ihr Amt zum 1. Februar 2018 antritt, war der Einladung zum Neujahrstreffen sehr gern nachgekommen. In ihrem Neujahrswort ermutigte sie, frisch und offen auf die vor uns liegende Zeit zuzugehen: „Klopfen Sie an die Tür des neuen Jahres und fordern Sie die guten Dinge ein, die es für Sie bereithält.“ Bürgermeister Thomas Herbst überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung der Gemeinde Hambühren. Er bedankte sich beim Schützenverein für die Organisation von Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, der bei den Bürgern gut ankommt und sich auch weiterhin etablieren sollte. Die finanzielle Situation der Gemeinde befinde sich in einer Phase der Haushaltssicherung, daher sei man stets auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten.

Der KSV-Vorsitzende Wilfried Ritzke – gleichzeitig auch Vizepräsident des Niedersächsischen Sportschützenverbandes und Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes – spann seinen Bogen von den Ursprüngen des Schützenwesens in Deutschland im 12. Jahrhundert bis zur Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes durch die deutsche UNESCO-Kommission 2015. Der Kreisschützenverband Celle Stadt und Land e.V. wurde 1954 (wieder)gegründet und hat aktuell rund 12.800 Mitglieder in 75 Vereinen. Momentan gibt es im Kreisverband zwei sportlich erfolgreiche Bundesliga-Vereinsmannschaften und zwei Einzelschützinnen auf internationaler Ebene. Der Nachteil des Schießsports sei sein negatives Image, das durch publikumswirksame Berichterstattung, wie zum Beispiel bei Olympia 2016 in Rio, aber auch durch öffentliche Vereinsaktionen und gesellschaftliches Engagement der Mitglieder verbessert werden könne.

Der Vorsitzende der Unteroffizier-Vereinigung, Peter Stübbe, rief in Erinnerung, dass es in Hambühren früher auch mal einen Bahnhof und eine Kaserne gegeben hat. So war er selbst vor 50 Jahren als junger Ausbilder abkommandiert, die Rekruten am Ende ihrer Ausbildung von Delmenhorst nach Hambühren zu bringen. Mit dem Zug fuhr man zuerst nach Bremen und dann mit dem Schienenbus über Schwarmstedt nach Hambühren. Nach dem Marsch in die Kaserne an der B214 wollte Stübbe sich nur noch in der Kantine stärken und schnellstens „den Ort des Schreckens wieder Richtung Delmenhorst verlassen, zurück in die Zivilisation“. Ein paar Jahre später stellte er ein Versetzungsgesuch eben nach Hambühren, und ist der Gemeinde bis heute treu geblieben.

Der 2. Vorsitzende des Schützenvereins, Jens-Martin Reimker, hatte wieder ein paar wichtige Daten des neuen Jahres 2018 aufgespürt und aufbereitet. Der internationale Sport blickt auf die 23. Olympischen Winterspiele in Südkorea und die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. In der Gemeinde Hambühren werden in diesem Jahr nicht wirklich runde Vereinsjubiläen begangen, aber das Schützenfest vom 8. bis 10. Juni sollten sich alle vormerken. Abschließend gab Reimker den Anwesenden noch einen guten Rat mit auf den Weg: „Redet mehr miteinander und nicht so viel übereinander.“

Seit 2013 veranstalten die Unteroffizier-Vereinigung und der Schützenverein alljährlich gemeinsam das Neujahrstreffen, in diesem Jahr zum 38. Mal. Von 1981 bis 1994 gab es einen Empfang in der ehemaligen Hambührener Bundeswehrkaserne, zunächst organisiert durch die Uffz.-Vereinigung und später vom Chef des Fernmeldesektors Q. Seit 1998 führte der Schützenverein Hambühren die Tradition eines Treffens von engagierten Bürgern im Schützenhaus am Bruchweg fort.

Matthias Reimker
Fotos: Matthias Reimker und Hans-Jürgen Hemme

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