Frisbee-Trainingslager: „Die Frühlingssonne verleiht in Sülze Flügel“

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SÜLZE. Das Deutsche Ultimate Frisbee U20open-Team (Männer) absolvierte sein 2.Trainingslager in diesem Jahr zur Vorbereitung der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2018 WJUC (World Juniors Ultimate Championships) im Sportstadion „Unter den Eichen“ des TuS Eversen-Sülze. Beim öffentlichen Abschluss-Training am Sonntag 25.03.2018 konnten zahlreiche Besucher erleben, zu welchen Höhenflügen die jungen Männer mit ihrer Scheiben aufsteigen können. Ganz bestimmt haben dabei auch die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings ihren Anteil.

Nach einer Absage der Stadt Ditzingen für das eigentlich in Süddeutschland geplante Trainingslager musste kurzfristig Ersatz gefunden werden. Kein Problem, dachte sich Jonathan Meyer-Bothling, einer der 24 Spieler im Team und Captain der Äitschbees vom TuS Hermannsburg. Er hatte schnell den Vorstand seines Heimatvereins, den TuS Eversen-Sülze, dafür begeistert, das Sportstadion „Unter den Eichen“ für das zweitägige Trainingsprogramm und das nahegelegene Tennisheim für die Mittagsstärkung zur Verfügung zu stellen. Schlafen durften die jungen Sportler im Gemeindehaus der ev.luth. Kirchengemeinde Fabian-Sebastian in Sülze, was für das vergangene Wochenende eine gemütliche Herberge wurde.

Auf dem Trainingsprogramm stand vor allem, die Defence-Strategie im Team zu festigen. Diese ist im Ultimate Frisbee ein wesentlicher Bestandteil des Feldspiels 7 gegen 7, gilt es doch dem gegnerischen Team durch möglichst geschickte Störaktionen die Scheibe abzuluchsen und anschließend durch rasches Vorwärtsspiel selbst einen Punkt zu erringen. Gepunktet wird durch Fangen der Scheibe in der generischen „Homezone“, dem 18m tiefen Endbereich des 37x100m messenden Spielfeldes. Die Spieler dürfen die Scheibe ähnlich dem Basketball, nur durch Zuwerfen bewegen. Ist ein Spieler im Scheibenbesitz darf er sich nur noch mit Sternschritten auf der Stelle hin und her bewegen und muss nach spätestens 10 Sek. die Scheibe erneut abspielen.

Nach jedem erzielten Punkt dürfen die Teams die Feldspieler tauschen, was bei diesem ungeheuer laufintensiven Sport auch unerlässlich ist. Das Spiel der U20-Teams dauert dabei in der Regel 100min. Hat keine Mannschaft nach Ablauf der regulären Zeit 15 Punkte erreicht, wird gespielt, bis auf den dann höchsten Punktestand ein weiterer Punkt erzielt werden kann – so bleibt das Spiel bis zuletzt spannend. Außergewöhnlich an dieser bewegungsintensiven Sportart ist, dass Ultimate Frisbee auch auf internationalen Turnieren ohne Schiedsrichter gespielt wird, die Spieler haben alle Regelverletzungen eigenständig zu klären. Der sog. „Spirit of the Game“ ist der wesentliche und von allen respektierte Verhaltenskodex. Auf den Turnieren wird durch das Votum aller beteiligten Teams der sog. „Spirit-Preis“ vergeben, neben dem Turniersieg die am höchsten geachtete Auszeichnung.

Die zahlreichen Besucher des Trainingsspiels, die sich bei schönster Frühlingssonne „Unter den Eichen“ eingefunden hatten, konnten viele spektakuläre Szenen dieser in Deutschland noch weniger bekannten Sportart erleben und bereits einen kleinen Schimmer der U20 Weltmeisterschaft 2018 in Kanada aufleuchten sehen. Die 24 jungen Männer des deutschen U20open-Teams verfolgen ihre „Road to Waterloo“-Kampagne voller Elan und mit großer Begeisterung. Den Schaulustigen ist klar, die Jungs wollen auf der WJUC 2018 im August Zeichen setzen! – Ultimate Frisbee kann nicht nur im anglikanischen Raum auf hohem Niveau gespielt werden.

Im Landkreis Celle dürfte das indes kaum noch verwundern, sind die Äitschbees des TuS Hermannsburg doch längst als feste Größe der deutschen Frisbee-Szene bekannt und geachtet.

Wie „ansteckend“ das Trainingsspiel gewirkt haben muss, konnte in Sülze noch bis in den Spätnachmittag erlebt werden, da waren die „Großen“ schon wieder auf dem Weg in ihre Heimatorte in ganz Deutschland – in etlichen Gärten wurden fliegende weiße Scheiben zwischen der ersten Frühlingspracht gesichtet, hoffnungsvolle Zeichen für den Nachwuchs im Ultimate Frisbee!

Marten Meyer-Bothling
Fotos: Jörg Grünhagen

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