IHK-Konjunktur-Umfrage: 93 Prozent mit Wirtschaftslage zufrieden

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LÜNEBURG. Die regionale Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg brummt: Laut aktueller Konjunkturumfrage bewerten 40 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 53 Prozent als befriedigend, nur sieben Prozent fällen das Urteil „schlecht“. Und auch die Zukunftserwartungen fallen optimistisch aus: Ein Viertel erwartet noch bessere, zwei Drittel zumindest gleichbleibende Geschäfte. Der IHK-Konjunkturklimaindex ist um zwei Punkte auf 124 gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit vier Jahren erreicht. Besonders dynamisch ist die Entwicklung in der Bauwirtschaft. Die Industrie-Konjunktur gibt leicht nach, aber auf hohem Niveau.

„Unsere regionale Wirtschaft erweist sich als ausgesprochen robust. Die sehr gute Konjunktur hält weiter an, was sich auch in mehr Investitionen niederschlägt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. 85 Prozent der Betriebe planen höhere oder gleichbleibende Investitionen, nicht nur für Ersatzbeschaffungen, sondern zum Beispiel auch für Produktinnovationen.

Konjunktur-Spitzenreiter ist erneut die Bauwirtschaft, die einen Rekord-Klimaindex von 138 erreicht: Dank niedriger Zinsen ist die Nachfrage im privaten Wohnungsbau nach wie vor hoch. Die anhaltend gute Konjunktur begünstigt die Auftragslage aus der gewerblichen Wirtschaft. Und hohe Steuereinnahmen sorgen für mehr Aufträge durch öffentliche Auftraggeber.

Auch die Industrie erreicht mit 125 Punkten ein hervorragendes Ergebnis. Im Schnitt rechnen die Industrieunternehmen mit weiterem Exportwachstum. Eine Ausnahme bildet dabei die Investitionsgüterindustrie, die im letzten Quartal bei internationalen Auftragseingängen deutliche Rückgänge verzeichnen musste. „Die aktuellen internationalen Handelskonflikte, ausgelöst durch Strafzölle oder deren Androhung durch die USA, sorgen zumindest für Verunsicherung“, sagt Michael Zeinert: „Auch wenn Deutschland noch nicht direkt von Sanktionen betroffen ist, kann ein insgesamt geschwächter Welthandel unsere Exportwirtschaft bremsen. Ob diese handelspolitischen Spannungen sich jedoch auf breiter Front als Wachstumshemmnis erweisen werden, bleibt abzuwarten. Aktuell sind Unternehmen betroffen, die Wirtschaftskontakte oder Produktionsstandorte in Ländern haben, die mit Handelshemmnissen belegt wurden, also zum Beispiel Volkswagen in Russland.“

Der Großhandel erreicht 128 Punkte (im Vorquartal: 115 Punkte) und legt damit dank einer beständig hohen Nachfrage der Wirtschaft nach Vorleistungs- und Handelsgütern kräftig zu. Der Einzelhandel erholt sich um drei Punkte auf einen Index von 106 Punkten. Nicht zuletzt die sehr gute Arbeitsmarktlage sorgt dafür, dass der private Konsum stark bleibt. Allerdings sind die Erwartungen der Einzelhändler an die zukünftige Entwicklung eher vorsichtig. Die Dienstleistungswirtschaft hält sich stabil auf sehr hohem Niveau mit einem Klimaindex von 131 Punkten.

Ein großes Risiko für die künftige Entwicklung sehen die Betriebe branchenübergreifend im anhaltenden Fachkräftemangel. 60 Prozent der Befragten sehen sich hiervon betroffen; trotzdem erwartet jedes fünfte Unternehmen ein Anwachsen der Mitarbeiterzahl. Fehlen geeignete Arbeitskräfte, können Aufträge nicht oder nicht termingerecht abgearbeitet werden, oder es müssen Aufträge abgelehnt oder gute Ideen für Innovationen auf Eis gelegt werden. Außerdem verschärft der Wettbewerb um geeignete Köpfe auch das Problem der steigenden Arbeitskosten. 42 Prozent der Unternehmen empfinden darüber hinaus die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Entwicklungshemmnis. Insbesondere die stetige Zunahme von bürokratischen Anforderungen bindet Zeit und Ressourcen, wie zum Beispiel aktuell die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung.

Für die Konjunkturumfrage haben im März und April 2018 rund 250 Betriebe aus dem IHK-Bezirk eine Einschätzung ihrer aktuellen und künftigen Wirtschaftslage abgegeben. Die Befragung findet alle drei Monate statt, interessierte Unternehmen können sich unter www.ihk-lueneburg.de/umfrage-teilnehmer für die Teilnahme registrieren.

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