Celler Kleingärtner wünschen sich Verlässlichkeit und Rechtssicherheit – Traditionsgespräch der Celler Kleingärtner mit der Kommunalpolitik

CELLE. „Die Kleingärtner brauchen Verlässlichkeit, Rechtsicherheit und einen Kleingartenentwicklungsplan“, lautet das Credo der Celler Kleingärtner. Dieses gerade bei der aktuell steigenden Nachfrage nach Gärten. Ein Entwicklungsplan schaffe Rechtssicherheit für die Vereine und die Stadt als Eigentümer. Hier werde schon vorher geregelt, was in welchem Fall passiert. Die Stadt könnte im Rahmen der Stadtteilentwicklung und Stadtteilsanierung die Kleingartenanlagen mit in die Sanierung einbeziehen.

Teilnehmer an der Veranstaltung, es fehlt Iris Fiss

„Andersorts wird bereits so verfahren und mit Mitteln der EU unterstützt. Uns helfen keine Sonntagsreden, sondern Taten. Ich betone hier ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeistern. Dieses gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit den Fraktionen und ganz besonders mit Herrn Jens Hanssen von der Stadtverwaltung, der immer ein offenes Ohr für die Belange der Kleingärtner hat“, so der Vorsitzende des Bezirksverbandes Martin Ufferfilge zur Begrüßung des diesjährigen Gesprächs zwischen Kommunalpolitik und Kleingärtner.

Die Grußworte der Stadt überbrachte Bürgermeisterin Iris Fiss an die in diesem Jahr etwas kleinere Runde, welches den vielfältigen Veranstaltungen an diesem Tag geschuldet war. Vor dem Frühstück erläuterte Sabine Butschbach die Situation des Vereins KGV Hollenkamp und führte die Anwesenden danach durch die Anlage. Alle zeigten sich von dem guten Zustand und der Vielfältigkeit der Parzellen beeindruckt.

Die Frage von Bernd Zobel, warum der Pachtvertrag zwischen Stadt und Bezirksverband noch nicht unterschrieben sei, beantworte Jans Hanssen von der Stadt. Aufgrund der engen personellen Besetzung und den notwendigen Abstimmungen mit einzelnen Fachabteillungen, hat sich die Erstellung verzögert. Er habe aber einen Entwurf dabei, den er nach Abschluss der Veranstaltung mit dem Bezirksverband besprechen möchte.

Aufgrund der Vorkommnisse am Silbersee wollte Klaus Didschies wissen, wie es um den Brandschutz in den Kleingartenanlagen bestellt sei. In den Anlagen, in denen Lauben noch mit (erlaubten) Kaminen ausgestattet sind, werden diese jährlich durch den zuständigen Schornsteinfeger begutachtet. Sonst liegen die Gefahren wie auch in freier Natur und sonstigem bebauten Gebieten, am unsachgemäßen Umgang mit Feuer, weggeworfenen Kippen und offenem Feuer. Und dieses gerade bei der im Moment vorherrschenden Trockenheit. Allerdings kommt es immer wieder zu Brandstiftungen in den Anlagen. Dies aber nicht in einem höheren Umfang als im übrigen Stadtgebiet.

Warum es nicht mehr Schulgärten wie in der Anlage Carlslust gebe, interessierte Marianne Schiano. Hier seien nicht die Kleingärtner das Problem, sondern die Bereitschaft der Schulen Zeit und Gelegenheit in den Stundenplan einzubauen. Auch müssten sich Lehrer und Eltern mit einbringen, so die einhellige Antwort. Beispiele für gelungene Schulgärten gab es in den letzten Jahren genug (Kiebitzsee, Wathlingen). Hier wurden über viele Jahre erfolgreich Schulgärten mit Unterstützung von Gartenfreunden, Lehrern und Eltern betrieben.

Bestrebungen über die Malteser Celle als Generalpächter Gärten anzumieten und diese dann an Migranten zu vergeben, scheiterten an vielen Problemen. Nicht aber an der Bereitschaft der Celler Kleingartenvereine Parzellen dafür bereitzustellen. Als das Aus kam, hatten fast alle Vereine Parzellen dafür ausgesucht.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende bei allen für ihre Teilnahme und fragte zum Abschluss, warum gerade die Kleingärtner, die nicht nur das Wissen, sondern auch genug Platz hätten, nicht an der Aktion Celle blüht auf, beteiligt wurden.

Bernd Grünert
Foto: Bernd Grünert

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