Anzeige

Infocafé für geflüchtete Frauen – Jobcenter im Landkreis Celle bietet Perspektiven

Jun 26, 2018

CELLE. Geflüchtete Menschen hoffen in Deutschland auf einen Neuanfang. Besonders für Frauen mit Kindern ist das eine große Herausforderung. Gemeinsam mit der Celler Zuwanderungsagentur hat das Jobcenter im Landkreis Celle deshalb geflüchtete Frauen zu einem Infocafé eingeladen. Das Ziel: Berufliche Perspektiven aufzeigen und über das Leben und Arbeiten in Deutschland sprechen – all das in einem geschützten und familiären Bereich.

links Dyana Mieske, BCA Jobcdnter des Landkreises,

Dima Jarad ist eine von zehn Teilnehmerinnen. Die 29-jährige Mutter von drei Kindern ist froh in Deutschland zu sein. „Dass wir noch leben, grenzt an ein Wunder“, erzählt sie. Seit zwei Jahren lebt Dima gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern in Celle. Sie hofft hier auf eine bessere Zukunft.

„Was die Frauen jetzt brauchen ist ein Ort, an dem sie in Sicherheit sind, an dem sie Fragen stellen dürfen und sich frei entfalten können“, erklärt Dyana Mieske, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des Jobcenters im Landkreis Celle. Und genau diese Möglichkeiten haben sie in einer angemieteten Doppelhaushälfte in Celle Vorwerk, einem Stadtteil mit hoher Zuwanderungsquote.

„Vor dem Krieg ging es uns gut! Wir hatten ein großes Haus und haben unser eigenes Geld verdient. Plötzlich war alles vorbei“, erzählt Dima Jarad weiter. „Sicherheit war nun das Wichtigste für mich und meine drei Kinder“. Nach zwei Gefangenschaften beschlossen Dima und ihr Mann das Land zu verlassen. Zu Fuß – mit dem Nötigsten bepackt – machte sich der Familienvater erst allein auf den Weg. Dima Jarad und die Kinder kamen über Afrika und dann im Flugzeug hinterher. „Mein Mann wäre fast ertrunken, das Schiff mit 50 Menschen an Bord kenterte – schwimmen kann er nicht“, erzählt sie. Niemand könne sich vorstellen, was die Familie erlebt hat.

Mitte: Dima Jarad, Teilnehmerin

Die Frauen hier haben alle eine ähnliche Geschichte. Das Verständnis untereinander ist groß. „Der Austausch ist wichtig, so können die Frauen Erlebtes verarbeiten. Gleichzeitig wollen wir ihnen das Leben in Deutschland zeigen – mit all den Chancen und Möglichkeiten“, erklärt Bildungsmanagerin Monika Rietze von der Zuwanderungsagentur in Celle. Sie hat das Projekt „Frauen(t)räume“ ins Leben gerufen. In diesem geschützten Bereich, in dem Männer übrigens keinen Zutritt haben, wird über alles gesprochen: Besonders über die Rolle der Frau und den Unterschieden zwischen den jeweiligen Herkunftsländern und Deutschland.

Vivien Hellwig vom Flüchtlingsrat Niedersachsen unterstützt die Veranstaltung. In ihrem Vortrag gibt sie wertvolle Tipps rund um das Leben und Arbeiten in Deutschland. Zwei Dolmetscherinnen übersetzen die Vorträge ins Kurdische und Arabische.

Auch Themen wie die Rechte der Frauen, Wege in Ausbildung, Arbeit sowie Möglichkeiten zur Qualifizierung werden besprochen. Und genau da setzt das Jobcenter im Landkreis Celle an.

Denn auch Dima Jarad hat eine Vision: Sie will wieder in ihren gelernten Beruf als Bankkauffrau zurück. Doch sie glaubt, aufgrund der Sprachbarrieren keine Chance zu haben. „Hier können berufsbezogene Sprachkurse helfen“, weiß Dyana Mieske, BCA vom Jobcenter im Landkreis Celle. In Sachen Arbeit und Ausbildung gebe es in vielen Dingen eine passende Lösung.

Für geflüchtete Frauen wie Dima Jarad beginnt ein neuer Kampf: der Kampf um die berufliche Integration. Dieses Mal muss sie den Weg aber nicht allein gehen. Es gibt Hilfe, besonders für Frauen mit Kindern: „ Jobs und sogar eine Ausbildung sind auch in Teilzeit möglich“, erklärt Dyana Mieske, BCA des Jobcenters im Landkreis Celle. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist so optimal gesichert.“

Das nächste Fraueninfocafé findet am 23.10.2018 im alten Kreistagssaal in Celle statt. Interessierte sind herzlich willkommen – und können sich vor Ort rund um das Thema „Leben und Arbeiten“ in Deutschland austauschen und auch beraten lassen.

Das Fraueninfocafé ist eine Kooperation zwischen dem Jobcenter im Landkreis Celle, der Celler Zuwanderungsagentur, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle sowie dem Fachbereich Migration vom Landkreis Celle.

PR
Fotos: Jobcenter im Landkreis Celle / Inga Haarstrick






Anzeige


Anzeige