IHK-Konjunkturumfrage: 91 Prozent mit Wirtschaftslage zufrieden, Handelskonflikte und Fachkräftemangel bremsen das Wachstum

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LÜNEBURG. Die Konjunktur im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg hat sich im dritten Quartal 2018 leicht abgekühlt. Das Niveau ist aber noch hoch, die momentane Wirtschaftslage insgesamt sehr positiv: Laut Konjunkturumfrage der IHK bewerten 37 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 54 Prozent als befriedigend, neun Prozent fällen das Urteil „schlecht“. Beim Blick in die Zukunft herrscht jedoch Skepsis. Der Konjunkturklimaindex erreicht 113 Punkte – acht Punkte weniger als im letzten Quartal.

„Unsere regionale Wirtschaft ist nach wie vor stark. Der Arbeitsmarkt ist solide, das sorgt für ein robustes Konsumklima. Die weltwirtschaftliche Entwicklung hat allerdings etwas an Dynamik verloren. Handelskonflikte, Brexit, unsichere Finanzmärkte in der Türkei und in Italien – das geht auch an unseren Betrieben nicht spurlos vorbei“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert: „Von einer Krise sind wir weit entfernt. Mit einem verlangsamten Wachstumstempo müssen wir jedoch rechnen.“

Ein weiteres Wachstumshemmnis ist der Fachkräftemangel. Gesucht werden vorwiegend Arbeitskräfte mit abgeschlossener dualer Berufsausbildung oder Fachwirte und Meister, doch die Hälfte der Betriebe kann offene Stellen schon länger nicht besetzen. Die durchschnittliche Zeitspanne, in der freie Stelle nicht besetzt werden können, liegt mittlerweile bei etwa 100 Tagen, das ist fast doppelt so lange wie noch vor acht Jahren. Viele Bewerber sind nicht passend qualifiziert – diese Erfahrung machen 63 Prozent der Betriebe. Bei 58 Prozent der befragten Unternehmen kommt es auch vor, dass es gar keine Bewerber gibt. Kein Wunder, dass zwei von drei Unternehmen den Fachkräftemangel als Risiko für die Unternehmensentwicklung betrachten.

Die Industrie hat an Schwung verloren: Sie erreicht einen Indexwert von 118, das ist ein Minus von acht Punkten im Vergleich zur Sommer-Umfrage. Die Auftragszahlen sind im letzten Quartal zurückgegangen, die Zukunftserwartungen gedämpft. Das führt zu vorsichtigeren Investitionsplanungen. Allen internationalen Unsicherheiten zum Trotz rechnen die regionalen Industriebetriebe aber noch mit Exportzuwächsen.

Die Baubranche profitiert weiter von der anhaltend hohen Nachfrage aufgrund niedriger Zinsen und erreicht erneut den Top-Indexwert von 134. Der Index der Dienstleistungswirtschaft hat um neun Punkte auf 119 nachgegeben. Das liegt nicht an der gegenwärtigen Geschäftslage; 94 Prozent bezeichnen diese als gut oder befriedigend. Grund sind vielmehr die zurückhaltenden Zukunftserwartungen. Besonders skeptisch schätzen Groß- und Einzelhandel die künftige Entwicklung ein, der Index sinkt hier auf 99 bzw. 109 Punkte.

Für die Konjunkturumfrage haben im September 2018 rund 330 Betriebe aus dem IHK-Bezirk eine Einschätzung ihrer aktuellen und künftigen Wirtschaftslage abgegeben. Die Befragung findet alle drei Monate statt, interessierte Unternehmen können sich unter www.ihk-lueneburg.de/umfrage-teilnehmer für die Teilnahme registrieren.

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