Neue Website zu den Novemberpogromen 1938 in Niedersachsen vorgestellt

Print Friendly, PDF & Email

NIEDERSACHSEN. Ende nächster Woche jähren sich die antisemitischen Pogrome von 1938 zum 80. Mal. Die Pogrome, von den Nazis als „Reichskristallnacht“ verharmlost, stellen einen wichtigen Wendepunkt auf dem Weg der Ausgrenzung, Verfolgung und Ausplünderung zunächst der deutschen, dann der europäischen Juden dar. Dieser Weg endete im Holocaust.

Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, und Dr. Gabriele Andretta, Präsidentin des niedersächsischen Landtages, bei der Vorstellung der neuen Website www.pogrome1938-niedersachsen.de (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten)

Um der Bedeutung des Jahrestages gerecht zu werden, hat die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Zusammenarbeit mit Studierenden am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover und zahlreichen Gedenkstätten, Initiativen und Einzelpersonen die neue Website www.pogrome1938-niedersachsen.de<http://www.pogrome1938-niedersachsen.de> erarbeitet. Auf der Website sind Informationen zu den Geschehnissen in zahlreichen Orten in übersichtlicher und nach verschiedenen Themen gegliederter Weise abrufbar. Die Website soll zum einen verdeutlichen, dass in jenen Tagen in allen Teilen des heutigen Landes Niedersachsen jüdische Männer verhaftet, Wohnungen verwüstet und Synagogen in Brand gesteckt wurden. Zudem soll vermittelt werden, dass es eine sehr große Bandbreite an Ereignissen gab, deren Ausprägung wesentlich durch das Verhalten der lokalen Akteure bestimmt war.

Heute stellten Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta und der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Dr. Jens-Christian Wagner, die neue Website den Medien vor. „Geschichte geschieht nicht einfach, sondern wird gemacht“, sagte Wagner. „Zwar wurden die Pogrome reichsweit zentral gesteuert. Doch das Ausmaß der Brutalität vor Ort war das Ergebnis des Handelns und Entscheidens lokaler Akteure.“ Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta betonte: „Die Webseite fordert gerade Jugendliche dazu auf, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus in ihrer Region zu beschäftigen und selber zu forschen. Auf diese Weise wird die Erinnerungskultur weitergegeben an die jüngere Generation, in deren Händen die Zukunft unserer Demokratie liegt.“

Die Website enthält viele bislang unveröffentlichte Fotos und Schriftquellen. Zudem führt sie die Ergebnisse der sogenannten „grauen Literatur“ zusammen, die nur schwer zu beschaffen ist. Interessierten bietet sie einen Einstieg in das Thema. Literaturhinweise und Links zeigen, wo es weiterführende Informationen gibt. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler bietet die Website umfangreiche Möglichkeiten für das entdeckende Lernen.

PR



%d Bloggern gefällt das:

Die Website verwendet Cookies. Sie können die Speicherung erlauben, oder Sie können die Einstellungen Ihres Browsers ändern, wenn Sie keine Cookies erhalten möchten. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen