Mangelnde (Aus-)Bildung macht krank

HANNOVER/CELLE. Der BARMER-Gesundheitsreport 2018 zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Ausbildungsabschlüssen und Arbeitsunfähigkeitstagen der versicherten Beschäftigten gibt. „Je höher der Ausbildungsgrad, desto geringer die Zahl der Krankschreibungen“, so Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen und Bremen.

Während Versicherte ohne beruflichen Ausbildungsabschluss statistisch betrachtet auf 21,7 Fehltage im Jahr 2017 kamen, fehlten Versicherte mit einem Diplom-Abschluss durchschnittlich 10,3 Tage. Promovierte Beschäftigte waren lediglich 7,2 Tage krankheitsbedingt nicht an ihrem Arbeitsplatz. Die beobachteten Unterschiede dürften maßgeblich im Zusammenhang mit spezifischen körperlichen Belastungen stehen, denen Berufstätige mittelbar in Abhängigkeit vom Schul- beziehungsweise Ausbildungsabschluss im Erwerbsleben ausgesetzt sind. „Es ist davon auszugehen, dass Tätigkeiten, die mit stärkeren körperlichen Belastungen verbunden sind – und bereits vor diesem Hintergrund mit häufigeren Krankschreibungen und höheren Fehlzeiten in Verbindung stehen – eher von Berufstätigen mit geringerer Qualifikation ausgeübt werden“, betont Sander.

Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherungsjahre nach Ausbildungsstand 2017

Arbeitsunfähigkeiten in Abhängigkeit von tätigkeitsspezifischen Anforderungen

Obwohl Statistiken zu Arbeitsunfähigkeiten bereits seit vielen Jahren von Krankenkassen veröffentlicht werden und dabei oftmals zu den ersten publizierten gesundheitsbezogenen Statistiken der Kassen gehörten, ist die Interpretation der Ergebnisse zu Arbeitsunfähigkeiten

keinesfalls einfach. Wichtig erscheint der Hinweis, dass gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten Schwelle zu einer Arbeitsunfähigkeit mit Fernbleiben vom Arbeitsplatz führen. Ein Arbeitnehmer kann beispielsweise durchaus schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er sich wegen zunehmender Beschwerden krankschreiben lässt. Geht ein Arbeitnehmer trotz einer Erkrankung und erheblicher Beschwerden weiterhin regelmäßig zur Arbeit, spricht man von Präsentismus. Auch diese Erkrankungen werden in Daten zu Arbeitsunfähigkeiten nicht abgebildet. Unterschiedliche Tätigkeiten stellen unterschiedliche mentale und körperliche Anforderungen. Während beispielsweise eine leichtere Fußverletzung bei ausschließlicher Bürotätigkeit am Schreibtisch weitgehend ohne Fehlzeiten verheilen kann, kann eine identische Verletzung bei körperlich belastenden Tätigkeiten, beispielsweise bei Briefträgern, zu unzweifelhaft begründeten mehrwöchigen Arbeitsausfällen führen.

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