Beim Bürgerempfang Kulturpreis verliehen und Zivilcourage ausgezeichnet

CELLE. Zum zweiten Malbat Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge im Namen der Verwaltung zum Bürgerempfang zur Vorweihnachtszeit. Etwa 500 Besucher fanden sich am Freitag in der Congress Union ein. Im Mittelpunkt standen die Auszeichnung von Elke und Lothar Haas mit dem Kulturpreis der Stadt Celle und die Auszeichnung von Andrej Modikov mit dem Preis für Zivilcourage.

Einen emotionalen Tag erlebten Elke und Lothar Haas am vergangenen Freitag. Bereits am Vormittag wurde ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt, indem sie sich in das Goldene Buch der Stadt eintrugen (CP berichtete). Und am Nachmittag wurde ihnen beim Bürgerempfang der Kulturpreis verliehen – zuletzt wurde der Preis in seiner 34-jährigen Geschichte vor 18 Jahren vergeben.

Dazu Celles Kulturdezernentin Susanne McDowell: „Sie holen vergessene Schätze der Heimatliteratur aus der Versenkung und verstehen es, diese für die Gegenwart aufzubereiten und für die Celler Bevölkerung interessant zu machen. Sie widmen sich seit Jahrzehnten insbesondere Literatur-Projekten für Jugendliche, die der Leseförderung dienen (Initiierung und jahrzehntelange Organisation der „Jugendbuchwoche“; Projekte „Buchstart“, „Lese-Experten“, „Märchenwerkstatt“ u. a.). Darüber hinaus arrangieren sie Dichterlesungen für Menschen, die oft keine Beziehung zum Schatz der Literatur haben. Zudem ist eine ausgeprägte Identifikation mit der Celler Stadtgesellschaft und ihrem Kulturleben feststellbar, für das sie als Vorstands- bzw. Gründungsmitglieder der Bibliotheksgesellschaft, der Ernst-Schulze-Gesellschaft und der Bürgerstiftung Celle nachhaltige Impulse gesetzt haben. Abgerundet wird ihr jahrzehntelanges herausragendes Engagement auf den Gebieten der Literatur, der Literaturforschung und der Literaturförderung durch die Herausgabe eigener Publikationen oder durch die Förderung von Publikationen Dritter.“

 „Wir beide können den Preis nur stellvertretend annehmen für alle, mit denen wir zusammenwirken und gemeinsam gearbeitet haben, in der Ernst-Schulze-Gesellschaft, im Arbeitskreis Celler Jugendbuchwoche, in der Bibliotheksgesellschaft Celle, in der Bibliotheksgesellschaft Niedersachsen und in der Bürgerstiftung Celle, schließlich auch stellvertretend für alle Menschen und Institutionen, die diese Arbeit mit kleinen und großen Spenden und in sonstiger Weise unterstützen. Sie alle rechnen wir zu den Preisträgern“, betonte Lothar Haas in seiner Dankesrede. Elke Haas erinnerte an große Literaten, die in Celle Spuren hinterlassen haben, die auch heute noch sichtbar sind. Im Dichterraum sind sogar Zitate als Wandinschriften zu lesen.

Als Dank für die Würdigung mit dem Kulturpreis überreichte Lothar Haas die Jahresgabe der Ernst-Schulze-Gesellschaft an Jörg Nigge. Haas: „Keine materielle Kostbarkeit, aber ein kultureller Wert. Dieses Blatt enthält ein Gedicht des vor über 200 Jahren gestorbenen Celler Dichters Ernst Schulze. Das Gedicht hat die Über­schrift „Celle“, und es wird sowohl als Faksimile der Handschrift als auch in Druckschrift wiedergegeben. Das handschriftliche Original wird im Stadtarchiv Celle verwahrt. Auf dem Blatt findet sich außerdem eine farbige Grafik, entstanden im Jahr 2017 zum 200. Todestag des Dichters, im Rahmen einer Künstlergruppe „Der Dichter im Baum“, geschaffen von Friederike Witt-Schiedung.“

Der Auszeichnung für Zivilcourage ging an Andrej Modikov. Der 28-Jährige hat einen schweren räuberischen Diebstahl durch zwei Jugendliche vereitelt. Letztere hatten im vergangenen August einer Fahrradfahrerin den Rucksack aus dem Fahrradkorb entwendet und sind geflüchtet. Die Frau folgte einem der Täter, wurde aber von diesem mit einem 20-Zentimeter langem Messer bedroht. In diesem Moment kam Andrej Modikov hinzu, verfolgte seinerseits den Täter, ließ sich auch von der Bedrohung mit dem Messer nicht abhalten und hielt diesen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Letztlich konnte dadurch auch der zweite Mittäter überführt werden.

Leider war der für die Zivilcourage Geehrte nicht anwesend. Anne Wycisk, die Leiterin der Außenstelle Celle des Weißen Rings, hob hervor, dass das Verhalten von Andrej Wodikov bei dem Überfall vorbildlich war. Darum könne man stolz sein, dass es Menschen gibt, die Zivilcourage zeigen.

Oberbürgermeister Jörg Nigge hatte in seiner Rede zur Lage in der Stadt positive Entwicklungen betont. Die Stadt sei zudem Dienstleister für die Bürger und nicht Genehmigungs- und Verhinderungsbehörde. Ziel sei eine familienfreundliche Stadt, die auch ausreichend Kitaplätze zur Verfügung stellen kann. Kitaplätze, die wohnortnah sind. Thema war auch die Verschuldung der Stadt. Im kommenden Jahr gehe man nach derzeitigem Stand von einem Minus von ca. 2 Millionen EURO aus. Solange es keinen ausgeglichenen Haushalt gebe, können nicht mehr als acht Millionen EURO investiert werden. Man könne davon ausgehen, dass in fünf Jahren ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden könne. Angepackt werden müsse innenstadtnahes Wohnen. Derzeit suchen 300 Familien Bauplätze für Einfamilienhäuser in Celle. Celle sei eine Touristenstadt und habe bei Veranstaltungen stark zugelegt. Das habe sich weit über die Grenzen hinausgetragen. 700.00 Übernachtungen im Jahr wurden gemeldet. Es habe sich auch rumgesprochen, dass in Celle geheiratet werden kann. Das finde großen Anklang von Heiratswilligen außerhalb der Region. Der Ausbau des Nordwalls lasse nun nicht mehr lange auf sich warten. Es ist damit zu rechnen, dass im März/April die ersten Häuser abgerissen werden können.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Jugend Big Band „Tonspur“, die mit ihren Darbietungen Begeisterung beim Publikum auslöste. Aber auch der Chor des Gymnasiums Ernestinum fand beim Publikum großen Anklang. Celles „größter Weihnachtschor“ mit den CD-Piraten kam zum Schluss. Das Trio animierte das Publikum zum Mitsingen „Oh du fröhliche“ und „Jingle bells“.

Redaktion
Celler Presse

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