Aktionsbündnis gegen Neubautrassen der Bahn: Rote Karte für OB Mädge und MdB Pols

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NIEDERSACHSEN. Vorstand und einige Mitglieder des Aktionsbündnisses für die Ostheide (AFDO) erlebten am Osterdienstag, dass im geschlossenen Verbund von Bürgerinitiativen, Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landespolitikern dem Lüneburger OB Mägde und dem MdB Pols, die an gleicher Stelle in einer Pressekonferenz die Bahntrasse entlang der A7 propagieren wollten, deutlich die Rote Karte gezeigt wurde.

Das Schienenprojekt Alpha-E erfuhr durch die dienstägliche Kundgebung an der A 7 in Evendorf (Kreis Harburg) mit geschätzten 300 bis 500 Teilnehmern und einer eindrucksvollen Anzahl von Treckern, die an den Geist des Protest-Auftaktes vom September 2014 erinnerten, eine
eindrucksvolle Bestätigung. Mit Plakaten und Bannern protestierten die Anwesenden gegen die immer wieder von der Lüneburger Seite ins Spiel gebrachte Variante, anstelle des Ausbaus der bestehenden Nord-Süd-Trasse doch einen Neubau parallel zur A7 zu errichten. Die Kundgebung
zeige, dass der Kampf um den in Celle erzielten Kompromiss noch lange nicht zu Ende ist. Dass Herr Mägde seine Pressekonferenz überraschend abgesagt hatte, gehe vermutlich auf die massive Reaktion vor Ort, im Landkreis und auf höhere politische Einflussnahme zurück.

Als Rednerinnen und Redner erinnerten Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister und Vertreter der Bürgerinitiativen daran, dass Celle deutlich den von der Region getragenen Kompromiss Ausbau vor Neubau hervorgebracht habe. Man gestehe den Lüneburgern zwar zu, damit nicht einverstanden zu sein, aber von Demokraten erwarte man doch, dass sie dann das mit Mehrheit beschlossene Dokument des Dialogforums Schiene Nord akzeptieren und konstruktiv an der
Umsetzung mitarbeiten würden. Deutliche Empörung bekundeten vor allem die Redner, in deren Wahlkreis Mägde und Pols in gleichsam politischer Selbstverliebtheit ungefragt und nicht einmal eingeladen „wildern“ wollten. Der Absicht des Lüneburger Duos, den gefundenen Kompromiss zu konterkarieren, indem man auf einer Pressekonferenz an der A7 den Medien ihren angeblich so tollen Plan verkauft, wurde durch die Demonstration deutlich entgegengetreten. Joachim Partzsch, der stellvertretend für den Vorsitzenden des Projekbeirats Grußworte sprach, betonte, dass der Beirat die Demonstration mit aller Kraft unterstützen würde. Eigentlich sei er entäuscht, dass Herr Mägde nicht sehen und hören könne, was die Anwesenden von seiner A7-Trasse halten würden. Die Stärke des Protests zeichne sich durch Einigkeit und Solidarität aus. „Eigentlich sollte mit dem Alpha-Projekt und seiner Idee, die Lasten des Bahnausbaus auf möglichst viele Schultern zu verteilen, endlich Schluss sein mit dem jämmerlichen St.-Florians-Prinzip“, verlautet es von dem AFDO. Für Lüneburg gelte das aber wohl nicht, der Egoismus sei da nicht tot zu kriegen. Man wolle den Fern- und Nahverkehr auf der alten Trasse belassen und verschiebe den ungeliebten Güterverkehr weit weg in die Heide an die A7. Aus den Augen, aus dem Sinn! Die Faktenlage sei so, dass eine reine Güterzugtrasse nicht die notwendige Bewertung erbringe, um gebaut zu werden. Wenn die Bewertung einträglich sein solle, müsse sie für den schnellen Personenverkehr geöffnet werden, der allerdings dann nicht mehr über Lüneburg und Uelzen führen würde. Der Güterzugverkehr verbliebe dann auf der alten Strecke. Außerdem solle man kein totes Pferd reiten, denn die sogenannte A7-Variante sei schon in vormaligen Untersuchungen verworfen worden. Partzsch betonte weiterhin, dass durch den Protest auch der Bahn gezeigt werden solle, was die
Menschen wollten. Durch die Demonstration sei machtvoll verdeutlicht: Nicht mit uns! Kein 4. Gleis und keine Neubautrasse durch die Heide! Alle würden gemeinsam zum Alpha stehen!

PR

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