Naturidentisches Licht – Neue Ausstellung „Daniel Hausig. dynamic light“ im Kunstmuseum Celle

CELLE. Strandatmosphäre im Kunstmuseum Celle! Mit 76 Schwimmreifen in leuchtendem Pink und Neon-Gelb hat der Künstler Daniel Hausig das Foyer geflutet und sie darin zu Türmen geschichtet. Tagsüber fangen sie das Sonnenlicht ein und bieten dem Auge ein ungewöhnliches „Badevergnügen“. Nachts wandelt sich das Bild: Während die flächig ausgebreiteten Reifen verblassen, erstrahlen die aufgeschichteten Ringe von innen beleuchtet als Leuchttürme – so auch der Titel der farbstarken Lichtinstallation.

Begleitet wird das Werk von einem Zeitraffer-Video des Himmels über einem Fjord in Norwegen. Es zeigt im Schnelldurchlauf die Licht- und Farbveränderungen, die sich in der Installation über 24 Stunden hinweg in Echtzeit beobachten lassen.

Das Verhältnis von künstlich erzeugten und künstlerisch gestalten Lichtsituationen im Vergleich zu natürlichen Lichtphänomenen ist zentrales Thema der Ausstellung „Daniel Hausig.dynamic light“ ab 23. Juni 2019 im Kunstmuseum Celle. Daniel Hausig zieht darin Bilanz aus über 30 Jahren künstlerischer Forschung und Produktion. Ein Aspekt seines Schaffens ist die Auseinandersetzung mit den umwälzenden Veränderungen der Lichttechnik in den letzten drei Jahrzehnten, insbesondere der LED-Technik. Kritisch und humorvoll zugleich stellt der Künstler immer wieder aufs Neue die Frage, welche Chancen und Gefahren darin liegen, wenn immer mehr natürliches Licht durch künstliches Licht ersetzt wird. In seinen Werken ist zu erfahren, wie intensiv sich Lichtstimmungen auf unser Wohlgefühl und auf unsere Wahrnehmung auswirken. Wie sehr wir Menschen doch Lichtwesen sind. Insbesondere seine Fotoarbeiten zeigen aber auch, wie stark künstliches Licht auf vielen Ebenen die Welt verändert.

Beim Schauen verfeinert sich das Bewusstsein für Licht, seine Fassetten und Nuancen. Was oft nicht wahrgenommen wird, macht Hausig erlebbar: Nicht alles, was ähnlich aussieht, hat auch ähnliche Wirkungen. Bei der künstlichen und künstlerischen Simulation von Tageslicht entstehen ebenso faszinierende, wie trügerische Simulakren. Sie zeigen sich als Kunstprodukte und sind – so wie das Erdbeeraroma im Joghurt – nur scheinbar naturidentisch.

Die Ausstellung „Daniel Hausig. dynamic light“ läuft vom 23. Juni bis 8. September 2019 im Kunstmuseum Celle. Zur Eröffnung am 23. Juni 2019, 11.30 Uhr spricht Kuratorin Dr. Julia Otto. Kulturpartner der Ausstellung ist die SVO Holding GmbH. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Ritter, Waldenbruch. Sie ist dort ab 13. Oktober 2019 zu sehen.

dynamic light lab| HBKsaar
Parallel zur Ausstellung inszenieren Studierende der HBKsaar, wo Daniel Hausig als Professor lehrt, im Dachgeschoss des Hauses ein „dynamic light lab“ – ein Lichtkunstlabor für alle Altersgruppen zum freien Experimentieren und Spielen mit Licht.

Daniel Hausig (*1959 Kreuzlingen)
www.daniel-hausig.de

1959 Geboren in Kreuzlingen
1980-84 Studium an der Schule für Gestalten Bern mit Restauratorausbildung
1985-88 Restauratorentätigkeit und erste künstlerische Projekte
1990-95 Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Gotthard Graubner und
Bernhard Joh. Blume
seit 1999 Professur für Licht/Intermedia an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken

Daniel Hausig arbeitet mit Farblichtinstallationen, Fotografie und Objekten. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken und Hamburg.

Auswahl an Ausstellungen und Projekten

2018 Stresstest – Saarlandmuseum Saarbrücken
2017 Metamere Farben – Saarländische Galerie, Berlin
2016 SWITCH – Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna
2014 Farbdepesche – Landesmuseum Hannover
2013 Scheinwerfer – Kunstmuseum Celle
2005/2006 lichtkunst aus kunstlicht – ZKM Karlsruhe
2000 Lichtparcours – Projekte im öffentlichen Raum, Braunschweig

Kunstmuseum Celle
mit Sammlung Robert Simon
Schlossplatz 7
29221 Celle
Tel. (05141) 12 45 21
www.kunst.celle.de

Di – So 11–17 Uhr (im Museum | Sammlung, Sonderausstellungen)
Täglich 17–11 Uhr (von außen | Internationale Lichtkunst)

PR
Foto: Daniel Hausig / VG-Bildkunst

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