Von Nijenrode nach Celle – Die Tapisserie aus dem Besitz des Amsterdamer Kunsthändlers Jacques Goudstikker im Celler Schloss

CELLE. Am Donnerstag, dem 12. September um 15.30 Uhr beleuchtet Dr. des. Christopher Galler in der Reihe „Museums-Melange“ in der neuen Sonderausstellung „Suche nach Herkunft. NS-Raubkunst im Bomann-Museum?!“ die Herkunft der flämischen Tapisserie im Celler Schloss.

Im Dezember 1940 nahm Museumsdirektor Albert Neukirch an einer Auktion des Berliner Auktionshauses Hans W. Lange teil und erwarb drei Gemälde, eine Truhe und eine Tapisserie im flämischen Stil. Diese befindet sich bis heute in den Staatsgemächern des Celler Schlosses. 2017 stellte sich heraus, dass sie vor 1940 im Schloss Nijenrode hing, das der Amsterdamer Kunsthändler Jacques Goudstikker 1930 erworben hatte. Nach der Klärung der Herkunft konnte die Tapisserie 2018 an die heutige Erbin des Kunsthändlers restituiert und anschließend von der Stadt Celle zurückgekauft werden.

Goudstikker starb 1940 bei der Flucht aus den Niederlanden. Hermann Göring und sein Finanzberater Alois Miedl übernahmen den Kunsthandel Goudstikker sowie dessen Immobilien und Kunstbesitz in einem Zwangsverkauf. Ein Teil davon wurde anschließend in Deutschland veräußert, so auch die Tapisserie. Die Hintergründe und die Recherche nach der Herkunft der Tapisserie werden in der Führung näher beleuchtet. Dabei wird auch auf die drei Gemälde eingegangen, die ebenfalls 1940 erworben wurden und bereits 1947 von den Alliierten als Raubkunst identifiziert wurden. An diesen Fällen wird auch verdeutlicht, dass die Restitutionspraxis der Alliierten keineswegs immer im Sinne der Opfer des Kunstraubs war.

Wichtig: Treffpunkt ist diesmal nicht an der Kasse des Bomann-Museums, sondern am Counter im Celler Schloss. Im Anschluss ist wie immer Gelegenheit zum Austausch im Museums-Café. Eintritt inkl. Kaffee und Kuchen 8,50 EUR. Anmeldung unter Tel. 05141 12-4540

Bomann-Museum Celle
Schloßplatz 7, 29221 Celle

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