Damit es auch weiterhin gut läuft: Feuchttücher gehören nicht ins WC

CELLE. Not macht bekanntlich erfinderisch. Das gilt ganz sicher auch in Corona-Zeiten, in denen sich so mancher fragt: „Was tun, wenn das Toilettenpapier knapp wird?“. Und damit die Hilfe bei „drückenden Problemen“ nicht auch auf das Kanalsystem drückt, weist die Stadtentwässerung einmal mehr darauf hin, was absolut nicht ins WC hineingehört.

Der Mazerator zerkleinert Feststoffe und ist – in Fließrichtung gesehen – vor der Pumpe angeordnet. Auf dem Bild sind die Fasern der Feuchttücher gut zu erkennen.

Das sind vor allem Feuchttücher. Diese sind oft noch im Supermarktregal zu finden, wenn das reguläre Toilettenpapier schon ausverkauft ist. Aber: diese gehören nicht ins WC. Dort hineingeworfen, gelangen sie durch den Abwasserkanal zu den Pumpen und in die Rechenanlage – und verstopfen das Entwässerungssystem. Die reißfesten Tücher lösen sich – im Gegensatz zum Toilettenpapier – nicht auf, sondern verschlingen sich zu einem Zopf, der die Mechanik der Pumpe umwickelt – und diese im schlechtesten Fall stilllegt. Zur Behebung der Störung muss die Pumpe vom Fachpersonal des Klärwerks stillgelegt und auseinandergebaut werden.

Das führt zum einen zu unnötigen Aufwand von Personal und Fahrzeugen, die im schlimmsten Fall die Havarie im Kanal vor der eigenen Wohnung beheben müssen. Auch die Kosten von rund 500 Euro pro Einsatz ließen sich vermeiden, wenn die Menschen benutzte Feuchttücher (dazu gehören auch die zur Säuglingshygiene) im Hausmüll entsorgen würden.

Wird eine Pumpe komplett zerstört, so können für eine Neuinvestition – je nach Pumpengröße – zwischen 2.000 und 4.000 Euro anfallen.

Skurrile Blüten hat die Suche nach anderen Hilfsmitteln jüngst in den USA getrieben. Zerkleinerte Stoffreste, die einstmals ein T-Shirt waren, hat dort jemand entsprechend zweckentfremdet. Über das Folgen empfiehlt es sich, zu schweigen!

Und auch außerhalb von Corona: Außer Toilettenpapier sollte ohnehin nichts in der Toilettenschüssel hinuntergespült werden. So zum Beispiel Damenbinden, Kondome, Q-Tipps oder Essensreste. Diese gehören ebenfalls in die Mülltonne!

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Foto: Stadtentwässerung Celle

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