Mitarbeiter im Sophien-Stift in Celle auf Antikörper getestet

CELLE. Nachdem bereits schon 17 Bewohner und 33 Mitarbeiter im Sophien-Stift in Celle das Corona-Virus getestet wurden, geht BeneVit in puncto Sicherheit noch einen Schritt weiter. Alle 126 Mitarbeiter wurden nun auch auf Antikörper getestet. Die Tests erfolgten in zwei Gruppen: am 6. und 7. Mai. Das Ergebnis wird in etwa einer Woche erwartet.

Das Sophien-Stift ist bereits das fünfte Haus der Unternehmensgruppe, dessen Mitarbeiter auf Antikörper getestet wurden. Selbige Tests sind bereits im Haus Blumenküche in Mössingen, im Haus Fehlatal in Burladingen, im Haus Raichberg in Albstadt-Onstmettingen und im Haus Egautal in Wittislingen erfolgt. Weitere Häuser sind geplant, zum Teil schon in der kommenden Woche. Wer Corona positiv war und wieder gesund wird, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Antikörper entwickelt, die gegen das Virus immun machen. Allerdings gibt es eine hohe Dunkelziffer, also Menschen, die am Virus zwar erkrankt sind, es aber nicht bemerkt haben. Experten sprechen vom bis zu Zehnfachen der erfassten Infektionen.

Bisher war es nicht möglich, verlässlich zu ermitteln, wer gegen das Virus Sars-CoV-2 Antikörper entwickelt hat. In Zusammenarbeit mit Arbeitsmedizinern wurde nun entschieden, einen jetzt möglichen und zertifizierten Antikörpertest für alle Mitarbeiter durchzuführen. Es bringt den Mitarbeitern Sicherheit und die Erkenntnis, wer die Versorgung Infizierter gefahrlos übernehmen kann und nimmt Bewohnern Angst vor Ansteckung. Diese Maßnahme kostet rund 100 Euro pro Mitarbeiter und
wird zumindest derzeit leider weder von der Krankenkasse noch von anderen Stellen übernommen. Die emotionale Entlastung der Mitarbeiter, die täglich einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind, rechtfertigt jedoch die hohen Kosten. Zudem bringt der Test Sicherheit für alle, vor allem auch für Bewohner.

BeneVit prüft derzeit, inwieweit ein Antikörpertest auch für Bewohner ermöglicht werden kann. Von rund 2.300 Kunden und rund 2.000 Mitarbeiter, somit 4.300 Menschen, sind aktuell fünf Kunden – drei davon im Sophien-Stift – und ein Mitarbeiter an Covid 19 erkrankt. Alle sind auf dem Weg der Besserung und dürften in wenigen Tagen als genesen aus der Quarantäne entlassen werden. 23 von 26 Heimen sind coronafrei bzw. wieder frei geworden. „Das freut uns besonders“, sagt Geschäftsführer Kaspar Pfister. „Es zeigt einmal mehr, dass unsere Hygienemaßnahmen wirksam sind und die Mitarbeiter professionell arbeiten und sich auch im Privaten sehr verantwortungsvoll verhalten.“ Es spricht aber auch für die gute Zusammenarbeit mit den Behörden, vor allem mit dem Gesundheitsamt.

Diese erfreuliche Entwicklung darf aber keinesfalls dazu führen, leichtfertig zu werden. Solange es weder Medikamente noch Impfstoffe gibt, ist Vorsicht und Vorsorge angesagt. BeneVit nimmt die aktuelle Lage deshalb weiterhin sehr ernst und sorgt dafür, dass Mitarbeiter und Bewohner über gute und ausreichende Schutzkleidung verfügen und die Mitarbeiter diese auch für den Privatbereich wie bisher gestellt bekommen. Eine Ansteckung lässt sich trotz allem leider nicht immer verhindern. Deshalb gelten in allen BeneVit-Häusern weiterhin strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln. Dies gilt gerade auch dann, wenn die Abschottung der Bewohner gelockert wird. „Es ist höchste Zeit, dass Bewohner von Pflegeheimen wieder Besuch bekommen können“, so Inhaber und Geschäftsführer Kaspar Pfister, der die jüngsten Maßnahmen der Landesregierung ausdrücklich begrüßt . „Wir wollen, dass unsere Bewohner wieder ihre Angehörigen sehen können, müssen sie aber auch gelichzeitig schützen. Wenn sich alle an das Konzept halten, wird uns das gelingen“, ist Pfister überzeugt. Selbstverständlich muss auch beim Besuch auf Schutz und Sicherheit geachtet und Regeln befolgt werden. Aber jeder Besuch innerhalb der Einrichtung ist hinsichtlich eines potentiellen Ansteckungsrisikos wesentlich besser zu handhaben, als ein nicht beeinflussbares Weggehen und in Kontakt treten mit Dritten außerhalb der Einrichtung.

Über die Schutzmaßnahmen der BeneVit Gruppe:
Der Epidemieplan wird auf die aktuelle Situation angepasst und sehr detaillierte Maßnahmen definiert. Die Unternehmensgruppe stimmt diese stets mit den Gesundheitsämtern ab. Die Mitarbeiter wurden im Vorfeld geschult und haben den Ernstfall geprobt. Seit mehreren Wochen wertet ein Krisenstab täglich die aktuelle Situation vor Ort, die Meldungen der Behörden oder Verbände aus, berät die Leitungen über erforderliche Maßnahmen, hält Behördenkontakt und beantwortet Angehörigenfragen. Jeden Tag erhält jede Einrichtung einen aktuellen Lagebericht. Bei allen Bewohnern und Mitarbeitern wird täglich ein Screening durchgeführt. Dabei wird unter anderem die Temperatur gemessen, um frühzeitig Verdachtsmomente zu erkennen.

Die Einrichtungen wurden wesentlich früher geschlossen, als behördlich verfügt. Vorerst wurden Besucher nach einem Screening hereingelassen. Nun sind die Einrichtungen aber komplett geschlossen. Dabei gibt es strenge Ausnahmeregelungen in schwierigen Situationen wie Sterbephasen oder bei starker psychologischer Belastung. Angehörige dürfen dann mit Schutzkleidung ins Haus. BeneVit hat frühzeitig für ausreichend Schutzmittel gesorgt und bis auf weiteres sind alle erforderlichen Schutzmittel vorhanden. Mit der Firma Trigema wurde eine eigene Mund-Schutz-Maske entwickelt, die desinfizierend gewaschen werden kann. Die Mitarbeiter tragen bei Verdachtsfällen und Infektionen eine komplette Schutzausrüstung bestehend aus FFP2-Masken, Schutzkittel, Handschuhe sowie Brille und bei allen anderen Tätigkeiten MNS- bzw. OP-Masken. Ebenso stellen wir den Ärzten für ihren Hausbesuch die erforderlichen Schutzmittel zur Verfügung. Zusätzlich tragen alle Bewohner präventiv eine textile Schutzmaske. Die Mitarbeiter haben auch für den Privatgebrauch Masken und Desinfektionsmittel erhalten, um sich besser zu schützen.

Zu den Schutzmitteln bei BeneVit gehören auch technische Hilfsmittel wie Oxymaten (Sauerstoffkonzentratoren), Lifter, Pulsoxymeter oder Sturzmelder, um im Notfall mit technischen Hilfsmitteln Personalknappheit auszugleichen. Es werden auch an vier Standorten Telemedizingeräte eingesetzt und ein von BeneVit neu entwickeltes System einer betriebseignen Smartwatch, der Bene-Watch. Diese überwacht und dokumentiert Blutdruck, Puls und – jetzt besonders wichtig – Sauerstoffsättigung. Zusätzlich ist die Uhr mit einem Alarmsystem verbunden.

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