Niedersachsens schönste Städte: facettenreich und faszinierend

Niedersachsens schönste Städte: facettenreich und faszinierend

27. Mai 2020 Aus Von Celler Presse

NIEDERSACHSEN. Es wird Zeit, sich mal wieder daran zu erinnern, welch schöne Städte Niedersachsen zu bieten hat. Viele von ihnen blicken auf eine lange Geschichte zurück und sind entsprechend von historischen Bauten geprägt. Celle gehört unbedingt mit dazu, ebenso wie Göttingen und natürlich die Landeshauptstadt Hannover. Gönnen wir uns einen kurzen Blick auf einige dieser niedersächsischen Perlen als Inspiration für den nächsten Tagesausflug.

Celle: Romantische Stunden in historischer Kulisse

Celle gilt als Tor zur schönen Lüneburger Heide, doch die Stadt ist kein Durchgangsort, sondern wer sie einmal besucht, der bleibt in der Regel länger daran hängen. Die malerische Altstadt glänzt mit mehr als vierhundert Fachwerkhäusern, hier gewinnt der Besucher schnell den Eindruck, sich auf einer Zeitreise zu befinden. Sich in einem der zahlreichen Lokale niederzulassen und den Sonnenuntergang bei einem Glas Wein und vielleicht einer Partie Poker zu genießen, ist ein Erholungswert für sich. Zur kalten Jahreszeit findet in der Altstadt ein romantischer Weihnachtsmarkt statt, der seinen ganz eigenen Zauber entfaltet. Zu der Gesamtkulisse gesellt sich das prächtige Schloss mit seinen Renaissance- und Barockelementen, das zu den touristischen Highlights der gesamten Region gehört. Im Residenzmuseum erfahren Gäste zahlreiche Details aus der erstaunlich spannenden Stadtgeschichte. Mächtige Herrscher, teilweise in enger Verbindung zum englischen Königshaus, hatten hier ihren Sitz. Entsprechend bewegt präsentiert sich die Historie. Als schönster Fachwerkbau gilt das Hoppener Haus mit seinen sechs Etagen und den schmuckvollen Malereien. Auch die schmale Kalandgasse gehört zu den beliebten Fotomotiven, ebenso wie das prunkvolle barocke Schlosstheater. Celle hat mit seinem Charme bislang noch fast jedes Herz gewonnen.

Romantische Stunden in historischer Kulisse
Foto: Pixabay

Hannover: Kulturvielfalt vom Raschplatz bis zum Maschsee

Eine Dreiviertelstunde dauert es, mit dem Auto von Celle zur Landeshauptstadt zu fahren, wo wieder neue Eindrücke auf den Urlauber warten. Hannover hat eine glorreiche Geschichte zu bieten, die an zahlreichen Stellen auch heute noch deutlich durchscheint. In Ergänzung dazu hat sich eine moderne Infrastruktur entwickelt und auch die vielfältige Kulturszene kann sich sehenlassen. Am Raschplatz hat sich beispielsweise das größte niedersächsische Casino niedergelassen. Im Angebot befinden sich klassische Spiele, Spielautomaten und natürlich auch Poker. Im Pokerraum finden sowohl Cash Games als auch Turniere statt, im Bemühen, trotz des riesigen Online-Angebots konkurrenzfähig zu bleiben und den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Neben der Spielbank gibt es auch Theater und Museen sowie berühmte Festivals in der Tanz-, Theater- und Musikwelt. Besonderen Ruhm erntet das international bekannte Maschseefest, ein fast dreiwöchiges Open-Air-Event am Ufer des Maschsees. Hier bekommen Besucher alles zu sehen (zu hören und zu schmecken), was Freude bringt: Tanzdarbietungen, Kostüme, Musikkonzerte, Kleinkunst, Gastronomie. Im Poker ums größte Seefest Deutschlands hat Hannover klar die Nase vorn.

Göttingen: Sieger im Poker um die älteste Universität

Um von Hannover nach Göttingen zu gelangen, setzen wir uns wieder ins Auto und fahren ungefähr 1,5 Stunden in Richtung Süden. In der altehrwürdigen Universitätsstadt leben zu etwa 20 Prozent Studenten, entsprechend jung präsentiert sich das Leben auf den Straßen. Die Georg-August-Universität wurde 1737 eröffnet und gehört von Beginn an zu den größten Bildungseinrichtungen in Europa. Wie jede Stadt mit Geschichte verfügt auch diese über einen zentralen Marktplatz, und genau dort befindet sich auch schon das Göttinger Wahrzeichen: der Gänselieselbrunnen. Die gefühlvoll gestaltete Bronzefigur an diesem Brunnen zeigt eine junge Gänsehüterin mit zwei Gänsen. Die junge Dame erhält regelmäßig einen Kuss von einem frischgebackenen Doktor, denn so ist es Brauch in dieser Stadt. Im Hintergrund baut sich das Alte Rathaus auf, ein Bau, an dem niemand vorbeischauen kann, der sich auf Rundgang durch Göttingen befindet. Im großen Saal bestaunen Besucher die fantasievollen Wandmalereien, die „nur“ etwas mehr als 100 Jahre alt sind und doch ein mittelalterliches Ambiente verbreiten. Bei schönem Wetter lockt der botanische Garten mit seiner Pflanzenpracht, er liegt in direkter Nähe der Universität und dient hauptsächlich der Forschung. Das hindert diesen wunderschönen Ort aber nicht daran, Spaziergänger und Flaneure zu erfreuen. Es gehört für Tagestouristen quasi zum guten Ton, abschließend in eines der zahlreichen Innenstadt-Restaurants einzukehren und, umgeben von Fachwerkhäusern, die Kulinarik zu genießen.

Göttingen ist ein Hort der Backsteingotik
Foto: Pixabay

Lüneburg: prachtvolle Salzstadt im hohen Norden

Wie groß Niedersachsen ist, merkt man bei der Fahrt von Göttingen nach Lüneburg, also längs durchs Land vom tiefen Süden in den hohen Norden. Hier finden wir eine mittelalterlich geprägte Altstadt vor, typisch norddeutsch in rotem Backsteingewand. Die Giebelhäuser sind prächtig geschmückt, in alten Zeiten wollten sich die Bewohner ausgiebig mit ihrem Reichtum brüsten. Das viele Geld stammte damals hauptsächlich aus der Salzgewinnung, die für Lüneburg eine große Bedeutung besaß. Heute noch lässt sich die Geschichte der Stadt-Salinen im Deutschen Salzmuseum sehr anschaulich nachvollziehen. Hätte es damals ein Texas Hold’em Turnier um den größten Salzproduzenten gegeben, wäre Lüneburg sicher ein Kandidat für den Hauptgewinn gewesen. Allerdings hat diese Sache auch einen Nachteil: Zahlreiche Gebäude im historischen Viertel sind in Schieflage geraten, weil sich darunter die Salzstollen befinden. Das ist zum Glück nicht gefährlich, sorgt aber teilweise für eine seltsame Optik. Neben dem historischen Salzbergbau gibt es noch mindestens ein weiteres Wahrzeichen, auf das die Stadt stolz ist: Der Alte Kran steht im ehemaligen Hafen, er ist aus Holz gefertigt und diente dem Be- und Entladen von Schiffen. Das Verrückte Haus gilt ebenfalls als Publikumsmagnet, es steht komplett auf dem Kopf, einschließlich des Interieurs.

Ohne Frage: Lüneburg ist eine Reise wert
Foto: Pixabay

Osnabrück: Stadt des Westfälischen Friedens

Und wieder zurück in den Südwesten, in die Großstadt Osnabrück, die als Urlaubsort bisher noch nicht besonders bekannt ist. Doch auch dieser Ort hat genug Sehenswertes für Tagesauflügler zu bieten, um mit auf diese Liste zu kommen. Zweieinhalb Stunden dauert es, wenn wir von Lüneburg aus nach Osnabrück starten, und diese Zeitinvestition lohnt sich allemal. Durch das Heger Tor tritt der Besucher in die Altstadt ein, es erinnert an die alte Wehranlage, die leider im Jahr 1815 weitgehend entfernt wurde. Das Tor wurde 1817 errichtet und besitzt die beeindruckende Form eines Triumphbogens. Wer mag, kann die obere Plattform besteigen und von dort die Aussicht über die mittelalterlich geprägte Altstadt genießen. Der Wehrturm Bürgergehorsam trägt seinen Namen ganz zu Recht, in ihm schmorten seit dem frühen 16. Jahrhundert Straftäter, die man zur Räson bringen wollte. Er befindet sich noch fast im Originalzustand und vermittelt nebenbei einen Eindruck davon, wie mächtig die Stadtbefestigung einst gewesen sein muss. Auch das Rathaus des Westfälischen Friedens gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die sich kein Besucher entgehen lassen sollte. Es wurde 1512 fertiggestellt, der Bau dauerte 25 Jahre. 1648 wurde hier der berühmte Westfälische Frieden ausgehandelt.

Hildesheim: Geschichtsstunde auf der Rosenroute

Zum Abschluss fährt der Wagen in Richtung Osten, nach ungefähr 2 Stunden sind wir in Hildesheim angekommen. Die Stadt erlitt im Jahr 1945 großflächige Zerstörungen, doch der Wiederaufbau ist vor allem rund um den Marktplatz erstaunlich gut gelungen. Wirklich sehenswert ist das Knochenhauer-Amtshaus, das Stilelemente von Gotik und Renaissance vermischt. Die reichen Schnitzereien machen diese historische Perle zu einem der schönsten Fachwerkhäuser der Welt. 1989 erhob es sich wie der sprichwörtliche Phoenix aus der Asche und erfreut seitdem wieder Einheimische und Touristen. Ganz in der Nähe brüstet sich das Tempelhaus mit seinen Türmen und dem hübschen Erker, es wurde 1350 errichtet und 1952 wiederaufgebaut. Ein großes Casino für eine Partie Omaha Hi-Lo oder Texas Hold’em ist hier zwar nicht in Sicht, dafür gibt es aber ein paar urige Kneipen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Doch noch ist es nicht so weit, erst geht es hinauf auf den Andreas-Turm, um aus mehr als 75 Metern Höhe das Hildesheimer Panorama zu genießen. Nach oben führen insgesamt 364 Stufen, auf 44 Metern Höhe liegt der Glockenturm, die Turmspitze ragt 114,5 Meter gen Himmel. Wer diese Stadt nicht nur aus der Vogelperspektive gründlich erkunden möchte, folgt der sogenannten Rosenroute, erkennbar an den Pflastersteinen mit Rosenbild. In der Touristeninformation ist eine Begleitbroschüre erhältlich mit zahlreichen Infos rund um die Architektur, Geschichte und modernem Leben.

Abendstimmung am Hildesheimer Marktplatz
Foto: Pixabay

„Urlaub daheim“? Schöner als gedacht!

Hat diese kleine Rundtour Spaß gemacht? In Realität gibt es natürlich noch viel mehr zu erleben, keine der genannten Städte ist mit wenigen Sätzen zu beschreiben. Doch erkennbar wird an dieser Stelle eines: Niedersachsen ist ein Bundesland mit historischer Tiefe und reizvollen Orten, die es durchaus einer genauen Betrachtung wert sind. Der Urlaub daheim ist vielleicht gar nicht so langweilig, wie es auf dem ersten Blick scheint. Ganz im Gegenteil, es lässt sich sehr viel daraus machen.





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