Startschuss für sieben neue Flurbereinigungsverfahren im Amtsbezirk Lüneburg – ArL Lüneburg ist an wichtigen Infrastrukturprojekten beteiligt

CELLE. Von großen Infrastrukturprojekten wie der Ausbau der Küstenautobahn A20 bis hin zu ländlichen Wegen, die die Bedingungen in der Landwirtschaft verbessern sollen: Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg wird in diesem Jahr sieben weitere Flurbereinigungsverfahren auf den Weg bringen. Aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover gab es jetzt „grünes Licht“ für Projekte in den Landkreisen Stade, Cuxhaven, Rotenburg, Celle und Verden. Das Amt für regionale Landesentwicklung wird sich dort mit Flurbereinigung und Flächenmanagement darum kümmern, die Nutzung der Grundstücke neu zu ordnen und gleichzeitig die Interessen von vielen tausend Beteiligten zu berücksichtigen.

„Es geht nicht nur darum, Infrastruktur-Probleme zu lösen. Wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist auch, den Spagat zwischen der Landwirtschaft und dem Natur-, Gewässer- und Klimaschutz zu lösen“, erklärt Dezernatsleiter Bernd Beitzel, der in der Geschäftsstelle Verden des Amtes für regionale Landesentwicklung die Verfahren in den elf Landkreisen in Nordostniedersachsen verantwortet. Gemeinsam mit seinen rund 85 Kollegen sieht er sich als Mediator, der versucht, alle Interessen „unter einen Hut“ zu bekommen.

In den neuen Verfahren geht es zum einen um Themen wie Wassermanagement und Klimaschutz, aber auch um Projekte wie den Bau einer neuen Brücke im Landkreis Rotenburg oder einer neuen Umgehungsstraße in Celle. Auch der Ausbau der A20 – und perspektivisch fürs 2021 der A39 – werden vom Amt für regionale Landesentwicklung begleitet. „Es ist uns sehr wichtig, den Bau von Infrastrukturprojekten in Niedersachsen zu unterstützen. Je besser wir die notwendigen Rahmenbedingungen in der Agrarstruktur vorbereiten, umso schneller wird dort nachher gebaut werden können“, so die Landesbeauftragte Monika Scherf.

Folgende Verfahren können nun starten:

Groß Hehlen, Stadt Celle (LK Celle)

Die geplante Unternehmensflurbereinigung „Groß Hehlen“ wurde bereits in 2019 vom Ministerium freigegeben, konnte aber aufgrund von Schwierigkeiten bei der Planfeststellung der Straßenbauverwaltung noch nicht angeordnet werden. Das Verfahren umfasst den nördlichen Bereich der Weiterführung der Ortsumgehung B3 Celle, die im südlichen und westlichen Bereich bereits von zwei Unternehmensflurbereinigungen begleitet wird. Eine wesentliche Zielsetzung des Verfahrens Groß Hehlen ist die Verteilung des Landverlustes auf einen größeren Kreis von Eigentümern.

„A20 Himmelpforten“, „A20 Oldendorf“ (LK Stade)

Die freigegebenen Verfahren „A20 Himmelpforten“ und „A20 Oldendorf“ betreffen den siebten Bauabschnitt der A20 im Bereich der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Durch den hohen Flächenverbrauch der A20 sowie zusätzlichen Planungen wie Südlink, Deichbaumaßnahmen an der Oste, Sandabbau und weiteren kommunalen Entwicklungen entstehen umfassende Nutzungskonflikte, vor allem mit landwirtschaftlichen Betrieben. Durch die Flurbereinigungsverfahren sollen die Interessen dieser Betriebe berücksichtigt und eine agrarstrukturverträgliche Umsetzung der Planungen gewährleistet werden.

„Stade Ost“ (LK Stade)

Auf Initiative der Hansestadt Stade soll ein Teilabschnitt der A 26 mit der Verlegung des Gleises der Industriebahn des Betreibers DB-Netz AG bei Stade gebündelt werden. In einen konzentriertem Prozess wird das Flächenmanagement notwendig, um die Bedarfsflächen bereit zu stellen und die entstehenden landeskulturellen Schäden zu minimieren.

Heeslingen, Samtgemeinde Zeven (LK Rotenburg)

Hauptzielsetzung ist die Verbesserung der agrarstrukturellen Verhältnisse und Abmilderung von Landnutzungskonflikten zwischen Landwirtschaft/Naturschutz im FFH-Gebiet Oste. Eine Besonderheit stellt die Überquerung der Oste. „Heute können dort nur Fahrzeuge mit bis zu neun Tonnen fahren, das bedeutet für viele Landwirte aus Osterheeslingen große Umwege. Das wollen wir im Laufe des Flurbereinigungsverfahrens ändern und die Brücke erneuern“, erläutert Ludger Gerdes vom Amt für regionale Landesentwicklung – Geschäftsstelle Verden. Außerdem ist die Brücke für den Tourismus eine beliebte Überquerungsroute.

Holtum (Geest), Gemeinde Kirchlinteln (LK Verden)

Ein Meilenstein ist die Aufnahme in das Flurbereinigungsprogramm für die Gemeinde Kirchlinteln. Hier soll unter anderem mit ländlichem Wegebau an der Verbesserung der Agrarstruktur gearbeitet werden. „Wir werden auch den geplanten zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnstrecke in die Planungen integrieren“, berichtet Ludger Gerdes vom Amt für regionale Landesentwicklung, der sich in der Geschäftsstelle Verden um das Verfahren kümmert.

Glücklich über die Aufnahme ist auch Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Er hat gemeinsam mit weiteren Beteiligten schon in vielen Arbeitskreissitzungen des Amtes für regionale Landesentwicklung über das weitere Vorgehen beraten. „Ich kann mich nur für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken. Unsere Gemeinde, insbesondere die Ortschaft Holtum (Geest), wird davon sehr profitieren“, freut sich Rodewald.

Flögeln (LK Cuxhaven)

In dem Großprojekt sollen auf 3.700 ha die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen unter klimaschützenden Rahmenbedingungen verbessert werden. In diesem Verfahren spielt das Wassermanagement u. a. für das Ahlenmoor, die Schaffung von Retentionsräumen, der Schutz des Flögelner Holzes sowie die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie an die Gewässer eine große Rolle. Die letzten Sommer haben gezeigt, dass Wasser in der Region eine endliche Größe ist.

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