Haushalt organisieren in 7 Schritten

Haushalt organisieren in 7 Schritten

9. Juli 2020 Aus Von Celler Presse

CELLE. „Das bisschen Haushalt“ sorgt bei vielen Paaren für Frust und Ärger. Unausgesprochenes sowie unterschiedliche Ansprüche erschweren das Zusammenleben. In 7 Schritten entlehnt aus dem Management entkommt jeder dieser Spirale.

Durch Männer, so formulieren es Wissenschaftler der Universität Michigan etwas spitz, entstünden knapp sieben Stunden zusätzliche Hausarbeit. Während eine Single-Frau rund 10 Stunden in ihrer Woche mit dem Haushalt verbringt, verbringe eine liierte Frau rund 17 Stunden wöchentlich mit der Hausarbeit. Der Single-Mann arbeitet hingegen 8 Stunden in der Woche für ein sauberes Zuhause und der verheiratete Mann widmet durchschnittlich 7 Stunden dem Haushalt. Durch Kinder in einer Partnerschaft nehme die Hausarbeit bei den Frauen weiter zu, während die meisten Männer auf demselben Niveau blieben. Familienfreundlichkeit im Unternehmen ist einer der Schlüssel, um den Mental Load in Familien gerechter zu verteilen. Doch auch privat können Familien Hausarbeit mit diesen sieben Arbeitsschritten aus dem Management gerechter aufteilen.

Schritt 1: Ab ans Whiteboard

Wie bei jedem Projekt geht es zunächst an die Projektplanung, damit alle Beteiligten eine Übersicht haben. Bei dieser Übersicht gehen die Ansichten bei vielen Paaren bereits auseinander. Viele tägliche Aufgaben im Haushalt bleiben ungesehen. Oder keiner weiß, welcher zeitliche Aufwand sich hinter einzelnen Aufgaben versteckt, wie beispielsweise dem Sortieren von Wäsche. In einem Haushaltsplan wird jede kleine Aufgabe aufgeschrieben. Bei jeder Aufgabe wird hinzugefügt, wie oft sie wöchentlich erledigt wird und welche Zeit sie in Anspruch nimmt. Das mag kleinlich wirken, zeigt aber lediglich transparent, worum es konkret geht. Ein kleinschrittig geplantes Projekt hilft bei einer realistischen Planung. Das trifft auch auf den Haushalt zu. Erst wenn alle Aufgaben dort stehen, kann alles gerecht verteilt werden. Ein zusätzlicher Bonus dieser Methode ist das Durchbrechen des Mental Loads. Denn mit einem transparenten Plan sind alle Beteiligten informiert und involviert.

Schritt 2: Zeit sparen

Im zweiten Schritt geht es um Effizienz. Das Whiteboard zeigt Zeitfresser sehr deutlich. Ähnliche Aufgaben lassen sich gut zusammenfassen. Wer täglich einkauft, braucht einen Essensplan. Hiermit lässt sich der Einkauf nämlich planen und es genügt, alle drei Tage einzukaufen. Das spart Zeit und Nerven. Ähnlich verhält es sich mit dem Vorkochen. Wer am Wochenende eine aufwendige Sauce in der doppelten Menge kocht, kann diese unter der Woche schnell aufwärmen. Wer die gesamte Wäsche einer Familie aufhängt, sieht am Whiteboard deutlich, wie viel Zeit das Aufhängen frisst. Bei einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie mit sechs Maschinen Wäsche in der Woche sind das zwischen einer bis anderthalb Stunden. Wenn nur die Hälfte der Wäsche in den Wäschetrockner geht, wird merklich Zeit eingespart. Das Umweltbundesamt rät zu einem Wäschetrockner mit niedrigem Stromverbrauch. Mit diesem spart der Verbraucher nicht nur Zeit, sondern direkt auch beim Strom. Die sparsameren Wärmepumpentrockner überholen bei den Wäschetrocknern langsam die klassischen Kondenstrockner.

Schritt 3: Aufgaben verteilen und motivieren

Wer die Aufgaben vor sich sieht, kann diese gut verteilen. Ähnlich wie bei der modernen Mitarbeiterführung wird in der Familie auf die Stärken und Schwächen der Familienmitglieder geachtet. Während bei den Eltern das saubere und schöne Zuhause häufig als Motivation reicht, ist bei Kindern zusätzliche Motivation gefragt. So können sie zum Beispiel für das Decken und das Abdecken des Tisches zuständig sein. Klappt das die ganze Woche gut, dürfen sie sich sonntags ein Spiel mit der ganzen Familie aussuchen oder einen Ausflug beispielsweise zum Celler Schloss oder ins Bomann Museum.

Insbesondere für Kinder sind gemeinsame Ausflüge beispielsweise zum Celler Schloss motivierend, um am Haushalt dranzubleiben.

Extra-Tipp: Abgegeben heißt abgegeben. Aufteilen bedeutet im Haushalt, zu akzeptieren, dass die andere Person die Aufgabe anders erledigt.

Schritt 4: Lösungsorientiert arbeiten

Beim Aufteilen der Arbeiten in einem Haushalt hilft es, lösungsorientiert zu arbeiten. Konflikte leben von Emotionen. Lösungsorientierte Kommunikation lässt die persönlichen Befindlichkeiten außen vor. Das Problem wird identifiziert und eine Lösung gefunden. Konkret bedeutet das: Keiner hat Lust, die Toilette zu putzen. Klassisch bleiben unliebsame Jobs an der Frau hängen. Es entsteht erneut Frust über die Ungerechtigkeit und der Konflikt schwelt im Verborgenen. Warum also nicht den Konflikt vermeiden und unliebsame Aufgaben im wöchentlichen Wechsel übernehmen? Wer das Problem erkennt und direkt bannt, sorgt bei allen Beteiligten für Zufriedenheit.

Schritt 5: Aktiv bleiben und nicht lediglich reagieren

Mit einem guten Haushaltsplan bleibt das Zuhause organisiert und strukturiert. Sollte das nicht so sein, wird der Plan angepasst. Das kann bedeuten, dass der Boden einmal mehr gesaugt oder der Müll häufiger geleert wird. Mit den Jahreszeiten sind ebenso Änderungen notwendig. Schmuddeliges Wetter bringt andere Herausforderungen mit sich als strahlender Sonnenschein. Das Alter der Hausbewohner ändert die Anforderungen an den Haushaltsplan ebenso. Etwas Erfahrung in der Planung hilft, aktiv zu entscheiden und nicht nur zu reagieren. 

Schritt 6: Klares Ziel vor Augen

Wer gemeinsam sein Zuhause pflegt, braucht ein gemeinsames Ziel. Die Ansprüche an das Wohnen können sehr unterschiedlich sein. Sollen alle motiviert mitanfassen, müssen diese Ansprüche aneinander angepasst sein. Der eine legt hohe Ansprüche an die Ernährung, dem anderen ist die Sauberkeit im Badezimmer wichtig: Wer die Prioritäten des Partners kennt, kann darauf reagieren. Gehen die Ansprüche in einigen Bereichen stark auseinander, müssen die Zuständigkeiten entsprechend sein. Oder die Ansprüche müssen realistisch gesenkt werden. Wer den Anspruch an eine Gourmetküche hat, selber aber nicht immer kochen möchte, muss an den anderen Tagen mit dem Essen des Partners oder der Kinder zufrieden sein.

Schritt 7: Keine Angst vor Veränderungen

Wer der Hausarbeit mit einem Plan begegnet, für den wird sich in diesem Bereich einiges ändern. Ist die gesamte Familie im Haushalt aktiv, bringt es Veränderungen mit sich. Wer sich zuvor um alles gekümmert hat, dem fällt das Loslassen oft schwer. Aber lebenslanges Lernen hält uns jung und aktiv. Die im Celler Umland aktive Bewegung Parents for Future zeigt, dass auch unsere Kinder uns als Inspiration dienen und Bewegung in unser Denken bringen. Auch im Haushalt können unser Partner, unsere Kinder und unsere Jugendlichen uns etwas beibringen. Manchmal ist das ein Genuss. Ein anderes Mal ist es eher eine schwierige Lektion in Geduld, wenn ihre und unsere Vorstellung von Sauberkeit weit auseinandergehen.

Foto 1: pixabay.com © Steve Buissinne (CCO Creative Commons)

Foto 2: pixabay.com © Monika Neumann (CCO Creative Commons)





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