Von den Anfängen der Videospiele

CELLE. Wer einst die Schulbank gedrückt hat, kennt in jedem Fall den beliebten Pausenfüller Tic-Tac-Toe. Kaum einer weiß jedoch, dass dies eines der ersten Spiele überhaupt war, das auf einem elektronischen System vorgestellt wurde. Ab 1952 war der als OXO bezeichnete Klassiker auf dem sogenannten NIMROD-Computer spielbar. Damals steckte die Entwicklung von Computer-Systemen noch in den Kinderschuhen, also war auch an kommerzielle Computer-Spiele kaum zu denken.

Erst in den 1960er Jahren wurde mit Spacewar! der nächste bekannte Klassiker ins Leben gerufen. Entwickelt wurde das Spiel, bei dem zwei Raumschiffe versuchen, einander mittels Raketen abzuschießen, im weltbekannten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dieses Spiel darf durchaus als erste Weltraum-Simulation verstanden werden – passend natürlich, dass dies zu Zeiten der Mondlandung entwickelt wurde.

Der Schritt in die Öffentlichkeit: die ersten Arcade-Games

Computer-Systeme wurden in der damaligen Zeit aufgrund ihrer unglaublichen Größe fast ausschließlich an Universitäten betrieben. In den 1970er Jahren hielten dann endlich die ersten Arcade-Automaten Einzug in amerikanische Spielhäuser. Reine Geldspielautomaten waren damals schon wesentlich weiter verbreitet: So erfreuten sich einarmige Banditen oder sogenannte Slotmachines, bei denen mehrere Walzen bzw. Slots nebeneinander liefen, großer Beliebtheit. Auch in Europa wurden damals die ersten Spielhallen betrieben, in denen gegen eine kleine Gebühr an den Automaten gespielt werden konnte. Einer der beliebtesten Klassiker war das 1972 von Atari veröffentliche Pong. Zwischen 1978 und 1983 erlebte die Spielindustrie einen wahrhaftigen Boom: Es wurden unzählige Arcade-Games veröffentlicht, die meist einen Bezug zur Science-Fiction hatten. Sehr bekannte Spiele waren Space Invaders (1978), Asteroids (1979) oder auch Pac-Man (1980). Viele der damals sehr erfolgreichen Spiele erfreuen sich aufgrund ihres einfachen, aber fesselnden Gameplays auch heute noch großer Beliebtheit. Es ist also keine Überraschung, dass die sogenannte Killer List of Videogames unzählige Titel der damaligen Ära aufführt.

Video Game Crash und erste Konsolen

Videospiele galten also schon in ihren Anfängen als faszinierende Unterhaltung. Heute findet man mittlerweile viele kostenlose Spiele, damals gab es ausnahmslos kostenpflichtige Angebote. Das führte dazu, dass immer mehr Anbieter von eigenen Videospiel-Systemen auf den Markt drängten – so z. B. der Atari 2600, der Intellivision von Mattel oder der Bally Astrocade. Die Auswahl für Käufer war gigantisch, die Systeme aber meist untereinander inkompatibel. Gleichzeitig waren viele Videospiele von mangelhafter Qualität. Durch die fortschreitende Entwicklung von Heimcomputern brach der amerikanische Spielemarkt schließlich Mitte der 1980er Jahre zusammen. Die Veröffentlichung des Nintendo Entertainment System (NES) mit dem Bestseller Super Mario Bros. verschob den Schwerpunkt der Spielindustrie allmählich von Amerika nach Japan. Nun sollte der Siegeszug moderner Konsolen beginnen.

Entwicklung ab 1990 und die ersten Heimcomputer

Super Mario Bros. gilt als Meilenstein des Spielgenres: Mit mehr als 40 Millionen verkauften Einheiten war es jahrzehntelang das meistverkaufte Spiel weltweit. Es diente vielen Entwicklern als Inspiration für nachfolgende Titel. Während das NES noch mit einer 8-Bit-Architektur arbeitete, boten die ebenso erfolgreichen Nachfolger SNES (1990) und Sega Mega Drive (1988) bereits 16-Bit-Architektur. Auf dem SNES wurde die bekannte Spielreihe mit den Klempnern Mario und Luigi fortgesetzt (Super Mario World). Mit dem Sega Mega Drive erblickte dann auch der bekannte Held Sonic the Hedgehog das Licht der Spielwelt. Beide Spielreihen gelten bis heute mit als die kommerziell erfolgreichsten Spiele überhaupt. Mitte der 1990er Jahre drängten dann auch immer besser entwickelte Heimcomputer auf den Markt, so z. B. der Amiga, der IBM-PC und die Macintosh-Reihe. Natürlich konnten damalige Systeme noch nicht mit der grafischen Raffinesse von heute mithalten – trotzdem hatten die Games dieser Epoche einen hohen Unterhaltungsfaktor. Und das ist bis heute das Wichtigste an einem guten Spiel.

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