Weidetierhalter übergeben offenen Brief an Umweltminister Olaf Lies

NIEDERSACHSEN. Am Dienstag, den 06.10.20 versammelten sich an die 100 Weidetier/Pferdehalter, Reiter und Züchter vor dem Landtag in Hannover zwecks Übergabe eines offenen Briefes an den Niedersächsischen Umwelt- und Bauminister Olaf Lies.

Unter dem Motto „Jeder muss das Recht bekommen, seine Tiere zu schützen“, hatte die „Interessengemeinschaft der Weidetierhalter Immensen „(IWI, auch überregional tätig) unterstützt von der „Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer“, zu der Versammlung aufgerufen. Martin Bäumer, Umweltpolitischer Sprecher der CDU war bei den Planungen behilflich und stand den Sprecherinnen Melanie Schaper und Anne Friesenborg zur Seite.

Um das Burgdorfer Holz hatte es drei voneinander unabhängige Risse an Pferden gegeben. Im Umkreis von 30 Kilometern konnten die Pferdehalter somit wolfsabweisende Präventionsmaßnahmen bei der Landwirtschaftskammer beantragen.

Bei Antragstellung erfuhren die privaten Tierhalter, dass bei Zaunbau im Außenbereich eine Baugenehmigung vorhanden sein musste. „Die Genehmigung erhalten laut § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB nur privilegierte landwirtschaftliche Betriebe, auch im Nebenerwerb, aber keine privaten Pferdehalter“, erklärte die Sprecherin der IWI, Melanie Schaper auf Nachfrage. Nun hoffe man auf eine schnelle Lösung, denn bereits vor zwei Wochen wurde nachweislich im LK Peine eine 20-jährige Tinkerstute von Wölfen nachweislich verletzt und musste eingeschläfert werden.

Hermann-Jürgen Rump, Pferdezüchter aus dem Heidekreis, meinte: „Der großflächige Zaunbau zum Schutz der Nutztiere gegen den Wolf, ist weltweit einmalig . Ich sehe den Zaunbau nicht als Lösung an , und lehne ihn – besondere Einzelfälle ausgenommen – ab . Wolfsabweisende Zäune sind in vielen Landschaftsbereichen nicht praktikabel und generell schwer finanzierbar. Die Ausgrenzung anderer Wildtierarten hätte zusätzlich negative Auswirkungen auf die Pflanzen und Tierwelt.  Zäune gewährleisten keinen garantierten und dauerhaften Schutz vor Wölfen. Wölfe lernen dazu und passen sich an .“

„Die Stimmung bei den Züchtern und Berufs- und Freizeitreitern ist extrem angespannt und mit großer Sorge verbunden. Viele der Züchter, die auf die Weidehaltung angewiesen sind, beschäftigen sich ernsthaft mit der Aufgabe. Daraus resultierend, würde für die deutsche Wirtschaft ein sehr großer Schaden entstehen, worüber sich in meinen Augen, auch aus politischer Sicht, keine Gedanken gemacht wird“, meint Züchter Volker Dusche aus Isernhagen.

Olaf Lies zeigt Verständnis für die Tierhalter und wünscht sich schnelle Handlungsmöglichkeiten. Das Thema würde man aktuell im Niedersächsischen Umweltministerium bearbeiteten. Sein Fazit „wir rennen unseren Möglichkeiten hinterher“. Nach der Veranstaltung standen einige Politiker von SPD, CDU und FDP den Bürgerinitiativen für wolfsfreie Dörfer aus dem LK Celle und Uelzen für weitere Fragen zur Verfügung.

„Ein Leben mit dem Wolf kann es nur mit einem aktiven Wolfsmanagment geben. Die Wolfsbestände müssen reguliert werden. Auffällige Rudel wie im Rodewalder, Uelzener und jetzt auch Burgdorfer Raum müssen ganz entnommen werden. Nur eine zahlenmäßig begrenzte Population und ein distanziertes Verhalten vom Wolf zu Mensch und Nutztier kann die Basis für eine Akzeptanz im ländlichen Raum sein“, lautet das Fazit der Initiatoren.

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