Lockdown in Europa: So unterschiedlich regeln ihn die Länder

BERLIN. “Treffen Sie niemanden!” und “Jeder Kontakt ist einer zuviel”: Das sind die harten Devisen, die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz mit der Verschärfung des Lockdowns geltend macht. Dort werden ab dem 17. November – nach den bereits geschlossenen Bereichen Gastronomie, Tourismus, Kultur und Sport – auch der Betrieb der Schulen und des nicht der Grundversorgung dienenden Einzelhandels komplett heruntergefahren.

Doch wie sieht es in anderen EU-Staaten aus? Die Redaktion von Heimwerker.de hat analysiert, inwiefern Schulen, Supermärkte und Geschäfte zur Deckung der Grundversorgung, sonstiger Einzelhandel, Hotels, Fitnessstudios und Sporteinrichtungen, Restaurants, Kultureinrichtungen und Bars von den Schließungen betroffen sind.

In die Analyse miteinbezogen wurden – neben Deutschland – Österreich, Frankreich, Italien, das Vereinigte Königreich, Belgien, die Niederlande, Spanien und Schweden.

Schulen und Supermärkte bleiben fast überall geöffnet

Fast alle Länder bemühen sich, den Schulbetrieb trotz Lockdown weiter möglichst beizubehalten. Von den acht untersuchten Staaten bleiben die Schulen nur in Österreich und Italien geschlossen. In Spanien herrscht allerdings in den Schulen Maskenpflicht und Belgien hat die Herbstferien um eine Woche verlängert.

Auch die Supermärkte bleiben in allen Ländern offen, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern. In zwei Ländern gibt es aber Einschränkungen: In Italien werden Einkaufszentren am Wochenende geschlossen und die Läden haben oft verkürzte Öffnungszeiten.

In Frankreich müssen alle “nicht-existenziellen” Geschäfte schließen. Das betrifft auch entsprechende Abteilungen in Supermärkten, z.B. Bücher-Abteilungen. Der Einzelhandel muss in Österreich, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Belgien schließen.

Hotels haben eingeschränkt geöffnet

Die Hotellerie liegt in den meisten Ländern zumindest nicht komplett brach. Einige Staaten, z.B. Frankreich und Spanien, schränken den Publikumsverkehr jedoch stark ein. So dürfen in Frankreich nur Geschäftsreisende aus dem Inland im Hotel nächtigen. In Spanien sind die Hotels nur für regionale  Gäste geöffnet. Ausnahme sind hier die Kanaren, Balearen und die Extremadura, die bisher noch nicht, wie der Rest des Landes, abgeriegelt wurden.

Fitnessstudios und Restaurants fast überall geschlossen

Fitnessstudios mussten, wie in Deutschland, auch in Österreich, Frankreich, Italien, UK und Belgien schließen. In Spanien sind sie nur in der Region Katalonien geschlossen, im Rest von Spanien, Schweden und den Niederlanden können sich Sportfans weiterhin im Studio ihrer Wahl fit halten.

Restaurants sind neben Deutschland auch in Österreich, Frankreich, UK, Belgien und den Niederlanden geschlossen. In Italien dürfen Trattoria und Co. tagsüber öffnen, müssen aber um 18 Uhr ihre Pforten schließen. Auch in manchen Regionen Spaniens gilt diese Regel; in anderen dürfen Gaststätten nur mit der halben Kapazität arbeiten. In Katalonien ist die Gastronomie komplett dicht.

Kultureinrichtungen und Nachtleben leiden am meisten

Besonders hart von Schließungen betroffen sind in allen Ländern Bars und Nachtlokale. Hier bildet nur Schweden mit seinem “Sonderweg” die Ausnahme. Das Land setzt bisher grundsätzlich nicht auf Verbote, sondern Gebote – “Soll” statt “Muss”.

Entsprechend wird zwar von dem Besuch von Bars abgeraten, verboten ist es aber nicht. Allerdings sind die Infektionszahlen auch hier in den letzten Monaten stark gestiegen und so wird auch im Land des Sonderwegs der Kurs langsam etwas verschärft: am 12.11. wurde ein Alkohol-Verbot ab 22 Uhr erlassen.

Ansonsten bleiben die Vergnügungsstätten in allen Ländern zu und die Kehlen trocken. In Italien gilt auch für Bars die 18-Uhr-Regel; insofern haben diese in Italien zwar theoretisch geöffnet, doch der typische abendliche Barbetrieb fällt auch hier aus.

Interessante Ausnahme: im ehemaligen Corona-Hotspot Madrid sind die Bars wieder bis 24 Uhr geöffnet, da die Infektionszahlen hier drastisch gesunken sind. Manche sprechen schon vom “Wunder von Madrid”, andere sind noch skeptisch. Experten wollen sich noch nicht auf eine Erklärung festlegen. Die erfreuliche Entwicklung könnte aber etwas mit den Antigen-Tests zu tun, die Madrid massenhaft bestellte und die womöglich eine deutlich einfachere Nachverfolgung von Infektionen gestatten.

Heimwerker.de
Grafiken: Heimwerker.de
Titelbild: Pixabay

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