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Immer noch sehr viele Menschen in Celle sind verschuldet

CELLE. Die private Verschuldung ist in der niedersächsischen Stadt Celle weiterhin auf einem hohen Niveau. Deutschlandweit liegt Celle zwar nur auf Rang 334, doch wahrlich gut ist der Platz natürlich nicht. Aber warum ist die Verschuldung in der Stadt so hoch und welche Möglichkeiten gibt es für Betroffene, den Schulden nicht nur den Kampf anzusagen, sondern sie hinter sich zu lassen? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an.

Wie sieht die Privatverschuldung in Celle aus?

Die SCHUFA gibt jährlich einen Kreditkompass heraus, der nicht nur das Verhalten der Bürger, sondern auch die Verschuldung von Landkreisen und Städten mitberücksichtigt. Letztendlich zeichnet sich für Celle das ab, was für den Westen und Norden Deutschlands allgemein gilt: Mit wenigen Inseln sind die Verschuldung und das Risiko zu einer Verschuldung hier höher als in südlichen Bundesländern. Und was sagt die Statistik über Celle aus?

  • Verschlechterung – die Platzierung hat sich verschlechtert. Im Jahr 2018 lag der Rang noch bei 325, nun bei 334.
  • Warnstufe – Celle gehört somit mit in die Warnstufe Orange. Auch die Prognose ist leicht negativ.
  • Alternative Berechnung – neben der SCHUFA gibt auch Creditreform jährlich einen Schuldenatlas für Deutschland heraus. Celle steht hier mit einem Wert von 11,71 eher im schlechteren Mittelfeld Niedersachsens. Dafür hat sich der Wert zwischen 2018 und 2019 aber um 0,18 Prozentpunkte verbessert.

Die private Verschuldung der Statistiken greift auf verschiedene Werte und Schuldenmerkmale zurück. Es sind harte und absolut faktische Merkmale, die sich rein an den Zahlen orientieren. Die SCHUFA sortiert beispielsweise in vier Kategorien ein:

  • Warnstufe Grün – es gibt keine negativen Merkmale, keine aktuelle Kreditverpflichtung oder die Kreditverpflichtung unterliegt einer Risikoquote von weniger als 10 Prozent.
  • Warnstufe Gelb – alle bisherigen Negativmerkmale sind erledigt, aktuelle Verpflichtungen haben eine Risikoquote von weniger als 10 Prozent. Eventuell besteht ein offenes Negativmerkmal bei Nichtbanken, also Händlern. Auch mehrere offene Negativmerkmale bei Nichtbanken können noch in diese Stufe zählen.
  • Warnstufe Orange – offene Negativmerkmale sind frisch und kein Jahr alt. Auch offene Negativmerkmale von Nichtbanken in Verbindung mit anderen Warnpunkten sind möglich.
  • Warnstufe Rot – diejenigen, die eine Vermögensauskunft abgaben, einen Haftbefehl zur Ausstellung dieser hatten, in der Privatinsolvenz sind oder behördlich gesucht werden, fallen in diese Kategorie.

Wie lassen sich die Schulden in den Griff bekommen?

Bei Schulden glauben viele, dass betroffene Personen schlichtweg über ihre Verhältnisse leben. Unstimmig ist diese Aussage natürlich nicht, doch spielt das Leben häufig seine eigenen Regeln aus und schert sich nicht darum, ob die Einnahmen zu den Ausgaben passen. Wer Schulden hat – oder besser, bevor es zu echten Schulden kommt, der sollte immer diesen Schritt zuerst gehen:

  • Belastungen prüfen – es ist wichtig, jegliche Ausgaben zu notieren und eine echte Ordnung in die finanziellen Verpflichtungen zu bringen. Welcher Schritt auch folgt, diese Arbeit muss immer erledigt sein. Wichtig ist auch, die ›unverhofften‹ Belastungen zu inkludieren: Versicherungen und Gebühren, die nicht monatlich oder auch nur jährlich bezahlt werden müssen.
  • Gläubiger sortieren – auch dies ist wichtig. Gerade, wenn sich die Schulden noch nicht auftürmen, lässt sich mit vielen Gläubigern eine gute Lösung finden. Letztendlich ist das Sortieren der Gläubiger spätestens dann notwendig, wenn es um eine etwaige Privatinsolvenz geht.

Bis zur Privatinsolvenz gibt es aber viele Möglichkeiten, die Schulden abzubauen. Oft ist es dazu nötig, noch einmal Schulden aufzunehmen:

  • Umschuldung – sie bietet sich immer dann an, wenn ein neuer Kredit kostengünstiger ist, als alle anderen Verpflichtungen nach und nach abzustottern. Das Kreditgeld wird nun zur Ablösung der alten Schulden genutzt. Im Anschluss muss nur noch die Kreditrate gezahlt werden. Es fällt vielen Menschen wesentlich leichter, eine einzige Rate zu bedienen, als mehrere. Auch zur Ablöse des Dispos ist die Umschuldung eine gute Idee. Hier sollten Schuldner jedoch einen kreditvergleich durchführen, um die Kosten bestmöglich senken zu können.
  • Kredite zusammenfassen – das ist praktisch eine Form der Umschuldung, denn hier werden offene Kredite in einem einzelnen Darlehen zusammengefasst. Wo die reine Umschuldung auch noch Fremdgläubiger miteinbezieht, konzentriert sich diese Lösung rein auf Kredite.
  • Ausgaben senken – dieser Faktor muss immer mit berücksichtigt werden. Es genügt keine Umschuldung, wenn die Ausgaben später weiterhin oberhalb der Einnahmen liegen. Größere Kosten lassen sich schon durch Anbieterwechsel einsparen, auch die beinahe vergessenen Ausgaben für ungenutzte Verträge können eingespart werden.

Die ersten Schritte sind ungemein schwierig, da sie fast immer mit drastischen Veränderungen einhergehen. Heute sind längst nicht nur junge Erwachsene verschuldet, sondern Senioren. Ihnen fällt es natürlich schwer, im Rentenalter die Wohnung aufzugeben, in der sie seit Jahrzehnten lebten. Auf der anderen Seite widerspricht es vielen älteren Menschen, tatsächliche Hilfe anzunehmen. Dabei sollte sich kein Rentner davor scheuen, alle möglichen Hilfsangebote zu nutzen: Sie haben sich diese Hilfe verdient. Mit Wohngeld oder auch der Grundsicherung lässt sich das größte Fiasko durchaus abwenden.

Ein guter Schritt für verschuldete Menschen ist, andere Personen in die Problematik einzuweihen. Wer im direkten Umfeld keine Hilfe erwarten kann, der sollte unbedingt die Schuldnerberatung aufsuchen. Doch Vorsicht: Es gibt offizielle Beratungen, deren Kosten meist vom Staat übernommen werden und bei denen Schuldner nur eine kleine Gebühr zahlen müssen. Mit Schulden anderer lässt sich jedoch auch Geld verdienen, sodass es etliche ›Schuldnerberatungen‹ gibt, die für ihre Tätigkeit hohe Gebühren vom Schuldner verlangen. Eine gute und sichere Anlaufstelle bieten tatsächlich das DRK und weitere Hilfsorganisationen. Sie helfen beim ersten Überblick und kennen die Adressen der vertrauenswürdigen Berater.

Umschuldungen und eine Ordnung der eigenen Finanzen können dazu beitragen, die finanzielle Last zu senken.

Fazit – auch in Celle nimmt die Verschuldung zu

Sicher, auch Niedersachsen verzeichnen immer höhere Mieten und zugleich mehr Senioren. Das ist tatsächlich die neue gefährdete Gruppe. Allerdings gibt es immer noch Möglichkeiten, eine klassische Überschuldung abzuwenden und von den Schulden loszukommen. Den ersten Schritt müssen Betroffene jedoch selbst machen: Sich die Probleme eingestehen und die Unterlagen einmal ordentlich sortieren. Ist dies geschehen, finden sich oft schon erste Lösungsansätze, wenn nicht, gibt es die Umschuldung, die ein guter Schuldnerberater ebenfalls vorschlagen wird.

Titelbild: @ Clayton Robbins / Unsplash.com





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