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Bahnservice vor dem Aus?

CELLE. Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Celle-Uelzen, Henning Otte (CDU), zeigt sich besorgt, dass bereits in den kommenden Tagen der Service im Celler Bahnhof wegfällt. Nach eigenen Erkundigungen sollen bereits kommende Woche die Fahrscheinautomaten im Bahnhof außer Betrieb genommen werden und durch die von Metronom ersetzt werden. Zusätzlich werde das Fahrgastzentrum am 9. Dezember schließen, um nach Umbauarbeiten unter der Regie der Metronom Eisenbahngesellschaft GmbH wieder zu eröffnen. „Die Kommunikation von Deutscher Bahn, der Landesnahverkehrsgesellschaft und von Metronom halte ich für absolut mangelhaft“, so der Bundestagsabgeordnete. Nach seiner Aussage war zwar klar, dass die Metronom den Vertrieb im Bahnhof übernehme. Es sei  jedoch nie die Rede davon gewesen, dass auch die Automaten der Deutschen Bahn abgebaut werden.

In einem Schreiben hat sich Henning Otte umgehend an die Bevollmächtigte der Deutschen Bahn gewandt, um Informationen zu bekommen. In seinem Schreiben fordert er die Deutsche Bahn auf, schnellstmöglich die Öffentlichkeit zu informieren. Dabei gehe es auch um die Frage, wie künftig Sparangebote und Monatskarten für Menschen ohne Internet zu bekommen sind. Zu beachten seien auch die vielen hundert – teils ehemals – Bahnbeschäftigte, die Sonderkonditionen haben. Diese Fahrscheine dürften weder im Bahnhof, noch im Reisebüro zu bekommen sein.

Hierzu teilt der Celler Landtagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) mit, dass heute Gespräche zwischen ihm, der Deutschen Bahn, der Metronom und der Niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) stattgefunden haben. Dabei informierten die Beteiligten über den vom 9. bis zum 11. Dezember 2020 vorgesehenen Umbau des Reisezentrums. Weiter sollen die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn am 2. und 3. Dezember 2020 abgebaut und die neuen Automaten der Metronom Eisenbahngesellschaft bereits am 3. Dezember 2020 aufgebaut werden. „Die Technik-Teams der jeweiligen Unternehmen haben sich untereinander abgestimmt. Mir wurde ein reibungsloser Übergang des Services versichert“, erklärt Adasch. Auch im Fahrkartenverkauf seien demnach zukünftig keine Einschränkungen zu erwarten.

Hintergrund der Schließungen sind die Ausschreibungsbedingungen der LNVG. Sie hat den exklusiven Vertrieb im Nahverkehr bei der letzten Ausschreibung unter dem damaligen Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) an den Betreiber des Hansenetzes (Hamburg–Hannover/ Hamburg-Bremen) vergeben. Da die Metronom den Zuschlag bekommen hat, muss sie auch den Vertrieb sicherstellen. Die Deutsche Bahn habe nur noch die Erlaubnis, den Vertrieb für den Fernverkehr zu behalten. Allerdings liege das Hauptgeschäft im Bahnhof beim Nahverkehr. Der Rest wäre nach Aussagen der Deutschen Bahn ein erheblicher Verlustbringer. Damit verbiete sich dieser.

„Ich bin wirklich enttäuscht, dass weder die Bahn, die Metronom, noch die Nahverkehrsgesellschaft die Kunden von sich aus rechtzeitig benachrichtigt, sondern dass sie die Reisenden kurzfristig vor vollendete Tatsachen stellen wollten“, so Henning Otte.

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